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Colja Schliewa, Express Düsseldorf, 27. April 2018
Wenn »Vater Rhein« aus seinem Bett steigt


Düsseldorf. Unser schöner Vater Rhein. Für einen Düsseldorfer gibt es kaum etwas Schöneres, als ihn vom Ufer aus gemächlich und majestätisch fließen zu sehen. Er kann aber auch anders: Über die Jahrhunderte ist er immer mal wieder aus seinem Bett gestiegen - mit verheerenden Folgen, wie Autor Heribert Wolf (75) nun in seinem neuen Buch verdeutlicht.

Als gebürtiger Schlesier hatte Heribert Wolf in seiner Kindheit eigentlich nie etwas mit großen Flüssen zu tun. Als er 1959 mit der Familie nach Düsseldorf kam, zog ihn der Rhein vom ersten Augenblick an in seinen Bann. »Mit ihm verband ich gleich die Weite, die große Welt, aber auch etwas geheimnisvolles, Mystisches«, schreibt er in seinem Vorwort zum Buch »Hochwassermarken in Düsseldorf.«
    Eine Sache faszinierte ihn dabei als Jugendlichen am meisten: »Was war das für ein Erlebnis, wenn der Rhein Hochwasser führte, er das untere Werft unterspülte und am anderen Ufer das Vorgelände überflutete und an der Deichkrone knabberte, faszinierend und unheildrohend zugleich.« Dabei hatte man Ende der 50erJahre die Hochwasserlage in Düsseldorf bereits weitestgehend im Griff. Wie Wolf herausfand, waren die Fluten früherer Zeiten, bevor man sich städtebaulich gegen das Hochwasser gewappnet hatte, für die Bevölkerung absolut verheerend. Sie kosteten die Düsseldorfer meistens ihr ganzes Hab und Gut – und nicht selten das eigene Leben.
    Innerhalb von zwei Jahren hat Heribert Wolf 63 Hochwassermarken an den Fassaden von Häusern im Düsseldorfer Stadtgebiet entdeckt. Und hat die Geschichte hinter ihnen recherchiert. Vom Jahrhunderthochwasser 1882 zum Beispiel, als der Rhein die komplette Innenstadt überflutete. Oder aus dem Jahr 1925, als der Rhein mit 11,11 Metern seine Rekordmarke erreichte.


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Heribert Wolf: »Hochwassermarken in Düsseldorf«