Zurck zu : Die Blumen der Madame Ruysch

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Preis: 12,90 Euro



https://rp-online.de/nrw/staedte/hilden/hildenerin-schreibt-buch-ueber-das-leben-im-barocken-duessel, 18. Dezember 2018
Die Zeit Jan Wellems hat mich fasziniert

Hilden Die Hildenerin Monika Medam beschreibt das barocke Dsseldorf aus Sicht der kleinen Leute.



Monika Medam ist interessiert an Geschichte wenn sie gut aufbereitet ist. In der Schule fand ich Geschichte langweilig. Sie mag im Fernsehen Dokumentationen mit fiktionalen Spielszenen, so genannte Doku-Fiktions und so hnlich ist auch ihr Buch konzipiert: Sie erzhlt die Geschichten von fnf einfachen Leuten, die Frderer und Eigeninitiative brauchen, um sich selbst verwirklichen zu knnen.

Die Blumen der Madame Ruysch ist eine von fnf Erzhlungen, die Monika Medam in ihrem gleichnamigen Buch schildert. Mechtild Mauel ist die kunstbegabte Tochter eines Goldschmieds. Der wird vom Herrscherpaar Jan Wellem und Anna Maria Louisa de Medici beauftragt, Schmuck anzufertigen. Mechtilds Bruder Bernhard fhrt den Auftrag mit Hilfe seiner Schwester aus. Am Hof trifft sie auf die niederlndische Malerin Rachel Ruysch. Eines ihrer Blumenstillleben fasziniert Mechtild so sehr, dass sie sich als Mann verkleidet fr ein Kunststudium am Hof bewirbt. Ihr Plan geht auf, Ruysch nimmt sie als Schlerin an. Alle Geschichten handeln vom Aufstieg der kleinen Leute in Dsseldorf unter dem Barockfrsten Johann Wilhelm II.
Info
Monika Medam liest in der Thalia Buchhandlung

Was Monika Medam liest aus ihrem Buch Die Blumen der Madame Ruysch. (Grupello Verlag, 80 Seiten, 12,90 Euro. Es spielt im barocken Dsseldorf zur Zeit Jan Wellems. Der Eintritt ist frei.

Wann Mittwoch, 9. Januar, 17 Uhr, Thalia Buchhandlung, Mittelstrae.

Ich wollte diese Zeit schildern, weil sie mich so fasziniert. Jan Wellem hat 1691 eine Medici geheiratet und innerhalb krzester Zeit hat er aus der 20.000 Einwohner Stadt eine Kunstmetropole gemacht. In seiner Gemldegalerie gab es 100.000 Exponate, im Opernhaus hat Hndel Urauffhrungen gemacht - neben Metropolen wie Paris und London, schwrmt sie und konnte den Dsseldorfer Verlag Grupello von ihrer Idee berzeugen. Dort ist ihr Buch nmlich erschienen. Das Cover hat die Knstlerin brigens selbst gestaltet.
Zunchst studierte sie Psychologie und Pdagogik an der Universitt Dsseldorf. Es folgte ein kurzes akademisches Gastspiel an der Bochumer Uni, aber das hat mir nicht gefallen, dann war Medam Freie beim WDR in Kln, hat fr Carmen Thomas Sendungen vorbereitet und spter an TV-Dokus mitgewirkt.

Ich habe dann irgendwann geheiratet und mit meinem Mann eine eigene Videoproduktionsfirma gegrndet. Inzwischen verdient sie ihr Geld als Freiberuflerin im Bereich Multimediaprojekte, Consulting, gibt Workshops und ein paar Bcher hat sie auch schon geschrieben. Zum Beispiel 700 Jahre Kindheit und Jugend in Dsseldorf fr Jugendliche bis 14 Jahren. Darber hinaus ist sie Mitglied des Hauses Hildener Knstler H6, fr das sie ehrenamtlich die Pressearbeit macht.

In ihrem Buch verquickt sie die Biografien von Personen, die frher tatschlich gelebt haben, mit fiktiven Gestalten, die so gelebt haben knnten. ber die kleinen Leute gibt es kaum Texte, ber Jan Wellem und seine Frau, ber Newton (kommt auch im Buch vor) und die letzte Hexe von Dsseldorf dagegen um so mehr, erklrt sie ihre Vorgehensweise.

Ein gut recherchiertes, lesenswertes Buch, das demnchst auch als Hrbuch erscheinen soll.


Zurck zum Titel:
Monika Medam: »Die Blumen der Madame Ruysch«




https://www.wz.de/nrw/duesseldorf/kultur/monika-medam-ueber-duesseldorf-in-der-jan-wellem-zeit_aid-3, 17. September 2018
Monika Medam erzhlt von kleinen Leuten im barocken Dsseldorf

Dsseldorf Die Autorin begibt sich in ihrem Buch Die Blumen der Madame Ruysch in die Zeit von Jan Wellem.

Dsseldorf zu Beginn des 18. Jahrhunderts: Mechtild Mauel ist die kunstbegabte Tochter eines Goldschmieds. Der wird vom Herrscherpaar Jan Wellem und Anna Maria Louisa de Medici beauftragt, Schmuck anzufertigen. Mechtilds Bruder Bernhard fhrt den Auftrag mit Hilfe seiner Schwester aus. Die Goldschmied-Tochter prsentiert dem Kurfrstenpaar aber selbst den Schmuck. Verkleidet als ihr Bruder. Am Hof trifft sie auf die renommierte niederlndische Malerin Rachel Ruysch. Eines ihrer Blumenstillleben fasziniert Mechtild so sehr, dass sie beschliet, Malerin zu werden und sich fr ein Kunststudium am Hof zu bewerben, auch verkleidet als Mann. Ihr Plan geht auf, Ruysch nimmt sie als Schlerin auf.


Kleine Leute treffen auf Frderer am kurfrstlichen Hof

Die Blumen der Madame Ruysch ist eine von fnf Erzhlungen, die Monika Medam in ihrem gleichnamigen Buch schildert. Die Autorin nennt sie Lebensbilder aus Jan-Wellem-Zeit. Immer handeln sie von Aufstiegsgeschichten der kleinen Leute in Dsseldorf unter dem Barockfrsten Johann Wilhelm II.

Die Hauptfiguren schaffen es mit Kreativitt, Mut und Gewitztheit, letztlich ihren Wunschberuf auszuben. Sie brauchen aber, wie heute auch, eine Person, die ihr Talent entdeckt. Diese Vermittlerfiguren tummeln sich am Hof. Der Kchenmagd Catharina Burghofer gelingt etwa, bei der Familie von Schaesberg als Kchin angestellt zu werden, weil Hofkoch Philipp Drexeler sie frdert. Es geht aber auch andersrum: Der kurfrstliche Resident Daniel Steingens wird bei seiner Suche nach einem kniglichen Mnzmeister von Riccardo untersttzt, dem Diener des Kastratensngers Benedetto Baldassari, in den Jan Wellem vernarrt war. Steingens und Riccardo treffen sich immer in einem Dsseldorfer Hofbrauhaus.



Medam vermischt Fakten und Fiktion. Historisch verbriefte Figuren treffen auf erfundene Akteure. Mechtild, Catharina oder Riccardo sind der Fantasie entsprungen. Die Autorin schildert die Akteure, ihre Milieus, Berufe und Begegnungen so detailliert, plastisch und lebendig, dass man glaubt, diese Geschichten htten wirklich so stattgefunden. Auch das barocke Dsseldorf unter Jan Wellem schildert Medam hchst anschaulich. Wie die Stadt unter dem Kurfrsten zum kulturellen Zentrum Europas avanciert, wie er Straen pflastern lsst, Straenbeleuchtungen einfhrt, eine Medizinal-Ordnung erlsst, nach der Mediziner ihre Heilfhigkeiten erst einmal prfen lassen mssen, wie er aber auch seine Gemldesammlung ffentlich zugnglich macht, was viele Besucher in die Residenzstadt am Rhein lockt. Jan Wellem und Anna de Medici erscheinen als Visionre, die Dsseldorf internationalen Glanz verpassten. Sie gaben immense Geldsummen aus, machten riesige Schulden, doch die Dsseldorfer Bevlkerung hat auch davon profitiert. Eine Leistung, ber die wir heute viel zu wenig wissen.

Jedem Lebensbild folgt noch ein Nachwort, das pseudofaktisch wie am Ende eines Doku-Dramas einen Ausblick gibt, wie die Geschichte weitergegangen ist. Ein lesenswertes Buch.

Info: Monika Medam: Die Blumen der Madame Ruysch. Lebensbilder aus der Jan-Wellem-Zeit. Grupello Verlag, 80 Seiten, 12,90 Euro.


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Monika Medam: »Die Blumen der Madame Ruysch«