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Rheinische Post 25./26. März 2017
Viele Stile in der Andreaskirche
Kunsthistoriker Klaus Jörns hat ein Buch über das Gotteshaus geschrieben.
Von Julia Zuew


Ein Protestant stattete mitten im Dreißigjährigen Krieg eine katholische Kirche in Düsseldorf aus. "Gerade im Jubiläumsjahr der Reformation hat das eine besondere symbolische Bedeutung", sagt Pater Elias H. Füllenbach. Kalkschneider Johannes Kuhn wurde 1632 mit der Ausschmückung der katholischen Jesuiten- und Hofkirche beauftragt. Seine einzigartigen Verzierungen der Andreaskirche hat Klaus Jörns, promovierter Kunsthistoriker, jetzt in seinem neuen Buch zusammengefasst und den historischen Hintergrund aufgearbeitet. "Die Stuckdekorationen in der ehemaligen Jesuiten- und Hofkirche St. Andreas in Düsseldorf" ist beim Grupello Verlag in Düsseldorf erschienen.
         Zu der Kirche selbst habe er einen sehr persönlichen Bezug, sagt der Autor. "Durch meine berufliche Tätigkeit war ich immer in Düsseldorf." Für ihn gehört die Kirche zum Herzstück der Altstadt. Ein beeindruckendes Gotteshaus mitten zwischen Gassen und Kneipen in Feierstimmung - die Altstadt der Landeshauptstadt fällt nicht nur mit der längsten Theke der Welt auf.
         Jörns trägt mit dem Buch zu einem weiteren Stück Forschungsgeschichte bei, unter anderem auch, weil er in seinem Werk beleuchtet, wie die Kirche sich im Wandel der Zeit verändert hat. Insbesondere hatte beispielsweise der barocke Altar gelitten. Der massive, üppig verzierte Aufbau wurde im Zweiten Weltkrieg komplett zerstört. Der neue Altar, dessen Architektur typische Merkmale aus dem Stil der 1950er Jahre zeigt, polarisiert die Düsseldorfer und auch Besucher von außerhalb. Immer noch gibt es viele, die finden, dass der vom namhaften Bildhauer Ewald Mataré gestaltete Altar nicht zu dem neubarocken Kirchenbau passt.
         Doch auch im detaillierten Stuck am Gewölbe der Kirche finden sich Spuren unterschiedlicher Künstler: "An manchen Stellen ist genau zu sehen, dass jemand anders an den Verzierungen gearbeitet hat als Kuhn selbst", sagt der Experte. "Nicht alle Details sind gleich schön und genau gearbeitet." In dem Buch werden auch diese nicht immer offensichtlichen Feinheiten beschrieben. Die Fotografien stammen zu einem großen Teil von Hans-Josef Harbecke, der bereits seit vielen Jahren für die Düsseldorfer Andreaskirche als dokumentierender Fotograf aktiv ist.



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