Zurck zu : Die Stuckdekoration in der ehemaligen Jesuiten- und Hofkirche St. Andreas in Dsseldorf

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Dsseldorfer Jahrbuch. 88 Band, 01. August 2018
Klaus Jrns hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Dekorationssystem und das Bildprogramm der Stuckierungen in St. Andreas zu erforschen, was bis dato in dieser Vollstndigkeit nicht geschehen ist. Der 1943 geborene Volkswirt Jrns absolvierte von 2002 bis 2008 ein Zweitstudium der Kunstgeschichte, Klassischen Archologie und Alten Geschichte an der Universitt Bonn. 2015 promovierte er in Kunstgeschichte mit der nun publizierten Arbeit. In dieser zieht er kenntnisreiche Vergleiche vor allem mit den Jesuitenkirchen Il Ges in Rom, St. Michael und der Hofkirche in der Residenz in Mnchen und der als Vorbild fr St. Andreas in Dsseldorf geltenden Hofkirche Unsere Liebe Frau zu Neuburg an der Donau. Dabei zeichnet Jrns die Entwicklung des zunehmenden Einsatzes von Stuckarbeiten nach, die sich vom rahmenden Beiwerk zum eigenen Dekorationssystem entwickelten.
Es gehrt zu einem der Verdienste dieser Arbeit, den Kalkschneider Johann Kuhn, der den Groteil der Stuckarbeiten in St. Andreas schuf, mehr ins Licht der Betrachtung zu holen, als dies bis dato geschehen ist. Neben dem Stuck, den der Protestant Johann Kuhn whrend des Dreiigjhrigen Krieges im 17. Jahrhundert anbrachte, werden jedoch auch die durch architektonische Vernderungen notwendig gewordenen Stuckierungen aus dem 18. Jahrhundert in St. Andreas behandelt, ber die bisher wenig bekannt war. Vor allem aber widmet sich Jrns in bisher nicht dagewesener Ausfhrlichkeit der Beschreibung und Interpretation der Bildszenen der ehemaligen Jesuitenkirche in Dsseldorf.
Nach der Konversion Wolfgang Wilhelms von Pfalz-Neuburg zum katholischen Glauben, die er 1614 in Dsseldorf bekanntgab, leitete er eine aktive Rekatholisierungspolitik ein, an deren Spitze wie blich die Jesuiten standen, die seit 1619 in Dsseldorf ansssig waren. Sie bernahmen die Leitung des Gymnasiums und erhielten die Erlaubnis, neben ihrem Kolleg eine Kirche zu errichten. Der Grundstein fr St. Andreas wurde 1622 gelegt. Jrns legt im Folgenden den Einfluss des 1540 gegrndeten Ordens auf das Bauwerk dar, der Bilder ganz bewusst als Mittel der Seelsorge und Mission in das Programm seiner Kirchen aufnahm.
Der Autor beschreibt die Entwicklung der Stuckdekoration in rmischen Kirchen und bebildert die erluterten Beispiele detailliert. Die Darstellung gipfelt in der Mutterkirche des Jesuitenordens Il Ges in Rom, die als Vorbild fr die Architektur des weltweit agierenden Ordens diente. ber Mnchen, Salzburg, Kln und Neuburg bereitet Jrns anschlieend systematisch die Beschreibung der Dsseldorfer Jesuitenkirche vor. Deren Baugeschichte umreit er zunchst, um sich dann ihrer Stuckdekoration zu widmen. Lehrreich sind dabei beispielsweise die durch bildliche Vergleiche untermauerten Werksvergleiche von Johann Kuhn in verschiedenen anderen Kirchen sowie der direkte Bildvergleich zwischen Darstellungen der Brder Capelli in Neuburg an der Donau und Kuhn in Dsseldorf.
Insgesamt prsentiert Jrns eine umfassende und stringent aufgebaute architekturund kunstgeschichtliche Arbeit mit Vergleichen quer durch die frhe europische Baugeschichte des Jesuitenordens, die in ihrer Systematik angenehm zu lesen ist, viele Erkenntnisse ber das Bildprogramm der ehemaligen Jesuitenkirche in Dsseldorf weiterentwickelt sowie detailliert und kenntnisreich einordnet.


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Klaus Jrns: »Die Stuckdekoration in der ehemaligen Jesuiten- und Hofkirche St. Andreas in Dsseldorf«




Rheinische Post 25./26. Mrz 2017
Viele Stile in der Andreaskirche
Kunsthistoriker Klaus Jrns hat ein Buch ber das Gotteshaus geschrieben.
Von Julia Zuew


Ein Protestant stattete mitten im Dreiigjhrigen Krieg eine katholische Kirche in Dsseldorf aus. "Gerade im Jubilumsjahr der Reformation hat das eine besondere symbolische Bedeutung", sagt Pater Elias H. Fllenbach. Kalkschneider Johannes Kuhn wurde 1632 mit der Ausschmckung der katholischen Jesuiten- und Hofkirche beauftragt. Seine einzigartigen Verzierungen der Andreaskirche hat Klaus Jrns, promovierter Kunsthistoriker, jetzt in seinem neuen Buch zusammengefasst und den historischen Hintergrund aufgearbeitet. "Die Stuckdekorationen in der ehemaligen Jesuiten- und Hofkirche St. Andreas in Dsseldorf" ist beim Grupello Verlag in Dsseldorf erschienen.
Zu der Kirche selbst habe er einen sehr persnlichen Bezug, sagt der Autor. "Durch meine berufliche Ttigkeit war ich immer in Dsseldorf." Fr ihn gehrt die Kirche zum Herzstck der Altstadt. Ein beeindruckendes Gotteshaus mitten zwischen Gassen und Kneipen in Feierstimmung - die Altstadt der Landeshauptstadt fllt nicht nur mit der lngsten Theke der Welt auf.
Jrns trgt mit dem Buch zu einem weiteren Stck Forschungsgeschichte bei, unter anderem auch, weil er in seinem Werk beleuchtet, wie die Kirche sich im Wandel der Zeit verndert hat. Insbesondere hatte beispielsweise der barocke Altar gelitten. Der massive, ppig verzierte Aufbau wurde im Zweiten Weltkrieg komplett zerstrt. Der neue Altar, dessen Architektur typische Merkmale aus dem Stil der 1950er Jahre zeigt, polarisiert die Dsseldorfer und auch Besucher von auerhalb. Immer noch gibt es viele, die finden, dass der vom namhaften Bildhauer Ewald Matar gestaltete Altar nicht zu dem neubarocken Kirchenbau passt.
Doch auch im detaillierten Stuck am Gewlbe der Kirche finden sich Spuren unterschiedlicher Knstler: "An manchen Stellen ist genau zu sehen, dass jemand anders an den Verzierungen gearbeitet hat als Kuhn selbst", sagt der Experte. "Nicht alle Details sind gleich schn und genau gearbeitet." In dem Buch werden auch diese nicht immer offensichtlichen Feinheiten beschrieben. Die Fotografien stammen zu einem groen Teil von Hans-Josef Harbecke, der bereits seit vielen Jahren fr die Dsseldorfer Andreaskirche als dokumentierender Fotograf aktiv ist.



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