Zurck zu : Am Anfang war die Frau

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Klner Stadt-Anzeige, Elke Petrasch-Brucher, 23. April 2018
Aus Schattendasein ans Licht geholt
Schriftstellerin Tatjana Kuschtewskaja auf den Spuren russischer Frauen berhmter Mnner


Frechen-Buschbell. Kennen Sie die Ehefrau von Malewitsch? Von Dostojewski? Kandinsky? fragte die Schriftstellerin Tatjana Kuschtewskaja. Kopfschtteln unter den Besuchern der Lesung des Autorenkreises Rhein-Erft in der Kirche Alt St. Ulrich. Die Frauen hinter den erfolgreichen Mnnern fhrten oft ein Schattendasein und waren doch so entscheidend fr deren Karriere.
Ohne meine Frau wre ich niemals Schriftsteller geworden bekannte immerhin der russisch-amerikanische Schriftsteller Vladimir Nabokov. Seine Ehefrau Vera blieb die einzige Konstante in seinem rastlosen Leben, war Muse, Lektorin und Sekretrin zugleich. Ob sie selbst ein erfolgreiches und glckliches Leben fhrte, ist hingegen nicht berliefert.
hnlich mag es wohl Anna Dostojewskaja, der Ehefrau des Schriftstellers Fjodor Michailowitsch Dostojewski, ergangen sein. Sie war eine Symbiose mit ihrem berhmten Ehemann eingegangen. Die beiden hatten 13 Kinder, Anna war Mutter, Managerin und Sekretrin zugleich. Nachts schrieb sie Seite fr Seite der Werke ihres Ehemannes ab. Oder Lydia Delectorskaya, die Frau an der Seite des Malers Henri Matisse, die hauptschlich als Modell fr ihren Ehemann herhalten musste.
Genau das interessiert mich berichtete Tatjana Kuschtewskaja dem Publikum, auf der Bhne untersttzt von der Musikerin Marina Kalmykova. Als ich 1991 der Liebe wegen nach Deutschland kam, riet mir der Schriftsteller Lew Kopelew, das zu schreiben, was fr mich und mein Leben wichtig ist. Also begab ich mich auf die Spuren russischer Frauen, die stets im Hintergrund blieben.


Detektivarbeit geleistet

Fr Tatjana Kuschtewskaja fhlte sich das an wie Detektivarbeit. Die Schriftstellerin mit den lebhaften, aufmerksamen Augen recherchierte, telefonierte, traf sich mit Angehrigen. Als sie dem Enkel des russischen Pianisten und Komponisten Sergei Rachmaninow schrieb und nach seiner Babuschka, also Gromutter, fragte, kam seine Antwort sofort. Er schrieb, das sei das erste Mal, dass jemand nicht nach dem berhmten Grovater, sondern nach seiner Ehefrau, Alja Rachmanova frage. Er hat mich gleich zu sich nach Hause in die Schweiz eingeladen und mir Familiengeheimnisse verraten erzhlte die Schriftstellerin in Buschbell.
All das kann man in ihren Bchern Russinnen ohne Russland und Am Anfang war die Frau lesen. Auch die Geschichte vom Leben und Tod von Nina Kandinsky, der Frau des russischen Malers Wassily Kandinsky, die sich wie ein Krimi liest. Ihr ganzes Leben sei sie aufopferungsvoll an der Seite Kandinskys gewesen, 1980 kam sie dann pltzlich im schweizerischen Gstaad auf rtselhafte Weise ums Leben. Nina Kandinsky hatte zum Dinner geladen und lag zum vereinbarten Zeitpunkt gefesselt und ermordet im Badezimmer. Der Safe war aufgebrochen, die Bilder ihres Mannes waren aber alle noch da.
Ein ganz anderes Beispiel: Die russische Knstlerin Marianne von Werefkin, die 1896 nach Deutschland kam und gemeinsam mit Wassily Kandinsky und Franz Marc zur Knstlervereinigung Der Blaue Reiter gehrte. Sie galt in Russland als Verrterin. Obwohl sie spter all ihre Werke der Eremitage im heutigen Sankt Petersburg geschenkt hatte, wird sie in Russland immer noch ignoriert. Ich habe nach langer Suche das Hotel gefunden, in dem Marianne von Werefkin einst lebte und malte erzhlte die Schriftstellerin. Dort habe ich auf dem Balkon die Ikone einer Mutter-Gottes-Figur gefunden, die bislang noch nie jemand entdeckt hatte. Das war wie ein Geschenk fr mich sagte Tatjana Kuschtewskaja.
Die Mnner sind Materie, die Frau ist Geist dem schloss sich auch Rolf Pohlander vom Autorenkreis Rhein-Erft an. Seine Lyrik ber das Mit- und manchmal auch Gegeneinander der Geschlechter vervollstndigte mit Reimen wie dem Ringelnatter-Drama, einer humorvollen Melange aus Wilhelm Busch, Loriot und Heinz Erhardt, den poetischen Abend in der von der Gold-Kraemer-Stiftung zur Verfgung gestellten Kirche Alt St. Ulrich in Frechen-Buschbell.

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Fachbuchjournal 5/2017, 01. Oktober 2017
Buchbesprechung
Tatjana Kuschtewskaja: Am Anfang war die Frau. Die Frauen russischer Genies.


Nach Liebe Macht Passion mit Essays ber Frauen, die Russland prgen wie Alexandra Kollontaj, Anna Achmatowa und Anna Pawlowa und Russinnen ohne Ruland mit Essays ber Frauen, die einen groen Teil ihres Lebens auerhalb Russlands verbringen, dies aber nicht immer zwangsweise tun wie Ida Rubinstein und Irene Nmirovski, legt die aus Turkmenien stammende und seit 1991 in Deutschland lebende Schriftstellerin Tatjana Kuschtewskaja den letzten Band ihrer Trilogie ber russische Frauen vor. Er hat Frauen zum Inhalt, die mageblich dazu beitragen, dass ihre Mnner weltberhmt werden, die aber zu Unrecht nur selten erwhnt und kaum gewrdigt werden und immer im Hintergrund arbeiten und leben: Am Anfang war die Frau. Die Frauen russischer Genies.
Ihre Recherchen sind umfangreich. Sie trifft sich mit Nachkommen, liest Memoiren und andere biographische Literatur, besucht Archive, Bibliotheken und Museen. So entstehen exzellente Portrts der Ehefrauen von Schriftstellern, Knstlern, Komponisten und Wissenschaftlern. Sie haben ganz unterschiedliche Lebensverlufe. Sie sind Muse, Zuhrerin, Sekretrin, Ratgeberin und/oder Mutter. Zur Bewltigung dieser Aufgaben gehrt Leidenschaft, Kraft und eiserner Wille. Oft berleben die viel jngeren Ehefrauen ihren Mann und werden zu Nachlassverwalterinnen. Persnlichkeiten mit viel Schaffenskraft ben eine starke Wirkung auf andere aus. Ich glaubte immer, dass ich darber schon alles wsste. Ein Irrtum, wie ich einsehen musste. An meinen Heldinnen beeindruckte mich auch eine groe Bandbreite ihrer seelischen Eigenschaften: von innigster Selbstaufopferung bis zu zhester Selbstbehauptung. (S. 12)
Zu den 18 Portrtierten gehren u.a. Natalja Herzen, Sofja Tolstaja, Anna Dostojewskaja, Jelena Bulgakowa, Nina Kandinsky, Vera Nabokova und Jelena Bonner. Auf ein 19. Portrt muss gesondert hingewiesen werden, es ist der Frau Stalins, Nadeschda Allilujewa, gewidmet, die 1932 Selbstmord begeht. Es wirkt angesichts der Verbrechen Stalins wie ein Fremdkrper in dieser Zusammenstellung, Stalin ein Genie des Bsen. Die Lebenslufe dieser Frauen sind beeindruckend, aber auch angesichts manch politischer Rahmenbedingungen bedrckend. Sie sind allesamt einschlielich glnzender Einleitung lesenswert und offenbaren uns neue Erkenntnisse.



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Siegener Zeitung, 07. Juli 2017
Genies und ihre Frauen

Am Anfang war die Frau - zu diesem Thema fand jetzt - unmittelbar vor dem diesjhrigen Muttertag-eine Veranstaltung des Russisch-deutschen Kulturzentrums Litera statt: Die Autorin Tatjana Kuschtewskaja erzhlte von den Frauen russischer Genies.
In 19 Portrts schilderte sie die Schicksale dieser Heldinnen, den Frauen an der Seite berhmter Mnner. Deutlich wurde, dass hier keine Lebensgeschichte der anderen gleicht. Diese Frauen waren fr die Genies Muse, Agentin, Sekretrin, Beraterin und nicht zuletzt Mutter ihrer Kinder.
Tatjana Kuschtewskaja erzhlte auch ber sich selbst und damit von einem Leben, das in der Wste Turkmenistans begann, ber die Ukraine und Jakutien nach Moskau fhrte und von dort schlielich nach Deutschland. Hier beginnt Tatjana Bcher zu schreiben, auch das in Siegen vorgestellte Am Anfang war die Frau. Die Frauen russischer Genies. Diese Veranstaltung war schon die zweite mit der Autorin im Lese-Caf des Krnchen-Centers. Nach der erfolgreichen Premiere im November hatten die damals anwesenden Litera-Mitglieder und Gste den Wunsch nach mehr von der in Essen lebenden Tatjana Kuschtewskaja ausgedrckt.
Die Schriftstellerin wurde musikalisch untersttzt von Nina Kurbanly, Melissa Schefszyk und Elena Burt. Letztere weckte bei der Autorin Kindheitserinnerungen. Die Zehnjhrige spielte ein altes deutsches Lied, das Tatjana als Kind auf einer Schallplatte mehrfach hrte. Diese Platte hatte ihr Vater als Kriegsbeute nach Hause gebracht. Er arbeitete im Zweiten Weltkrieg als Arzt in einem Lazarett.

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B5 aktuell, BR, 4.3.2016
Grenzenlose Vielfalt
Lesung von Tatjana Kuschtewskaja Am Anfang war die Frau in Mnchen / Internationales Festival fr junge Literatur Wortspiele / 21. Filmfestival Trkei - Deutschland in Nrnberg /


Es gibt keinen Erfolg ohne Frauen, sagte Kurt Tucholsky. Stimmt, sagt Tatjana Kuschtewskaja. Die in Russland geborene Autorin beschftigt sich in ihrem Buch Am Anfang war die Frau mit 17 Ehefrauen russischer Schriftsteller, Komponisten und Wissenschaftler.
Wer waren sie, die Frauen russischer Genies? Fr ihr Buch traf sich Tatjana Kuschtewskaja mit Nachkommen und las sich durch viele Memorien. Sie stellt fest, dass auergewhnlich intelligente und gebildete Frauen oft dazu beitrugen, dass ihre genialen Mnner weltberhmt wurden - von Wladimir Nabokov und Lew Tolstoj bis Dimitri Schostakowitsch.
Warum hat die Ehe von Peter Tschaikowsky nur zwei Wochen gehalten? Warum hat der Komponist Sergej Prokofjew nichts unternommen, um seine Frau aus dem stalinistischen Lager zu befreien? Die Antworten darauf sind im Buch Am Anfang war die Frau zu finden.
Am 8. Mrz, dem internationalen Tag der Frau, liest Tatjana Kuschtewskaja aus ihrem Buch in der Bayerischen Staatsbibliothek in Mnchen, Beginn ist um 19:00 Uhr.

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Literarische Kostproben (Ausgabe 101/2016), 14. November 2016
Am Anfang war die Frau Die Frauen russischer Genies
von Helga Helnwein


Nach Liebe Macht Passion und Russinnen ohne Ruland legt Tatjana Kuschtewskaja mit Am Anfang war die Frau den dritten Band ihrer Trilogie ber russische Frauen vor. Schon Kurt Tucholsky sagte: Es gibt keinen Erfolg ohne Frauen, immer wieder waren es Frauen, die im Hintergrund von Mnnern, oft in politischen Belangen, die Fden der Macht gezogen haben.
In diesem Buch begegnen uns eine Reihe von Frauen russischer Genies. Mit all ihrer Leidenschaft und mit all ihrer Kraft und auch dem eisernen Willen untersttzten jene Frauen ihre Mnner. Es werden Tiefen ausgelotet. Kein Schicksal ist gleich in der Vielfalt an geschichtlichen Ereignissen.
Ein sehr interessantes Buch mit 19 wunderschnen Portts von Janina Kuschtewskaja. Eine faszinierende Reise in die Vergangenheit, wo die Dichterin in die Gefhlswelt sowie den Seelenmustern jener Frauen aus dem Hintergrund eindringt.

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IFB - digitales Rezensionsorgan fr Bibliothek und Wissenschaft , 01. Oktober 2016
Ehefrauen berhmter Mnner
Von Klaus Steinke


Bekanntlich stehen hinter bedeutenden Mnnern meistens nicht weniger bedeutende Frauen, die mit ihrer Liebe und tatkrftigen Untersttzung entscheidend zu deren Karriere beitragen. Tatjana Kuschtewskaja hebt im Titel ihrer neuesten Buchs diesen Aspekt hervor. Gewhnlich stehen sie im Hintergrund und sind oft sogar fast unbekannt geblieben, obwohl sie nicht selten als geschickte Managerinnen den im Alltag oft ungeschickten oder etwas weltfremden Gatten ihren grandiosen Erfolg erst ermglicht haben. - Dostojewskij wre sicher sehr frh an seiner Spielsucht und an mangelndem Verhandlungsgeschick ohne die Tatkraft seiner zweiten Frau Anna gescheitert.
Die aus Turkmenien stammende Autorin dieser biographischen Skizzen zog 1991 nach Deutschland und lebt inzwischen in Essen. Sie ist Mitglied im internationalen P.E.N-Club sowie im Verband Deutscher Schriftsteller und bringt in ihren Bchern Ruland und die Russen den Deutschen nher. Nach den Bchern Liebe - Macht Passion und Russinnen ohne Ruland widmet sie sich erneut bedeutenden russischen Frauen, und zwar diesmal jenen, die in den Literatur-, Musik- und Kunstgeschichten zu Unrecht kaum erwhnt und entsprechend gewrdigt werden.
Wer kennt schon die Frauen von Alexander Puschkin, Alexander Herzen, Nikolai Tschernytschewski, Lew Tolstoi, Fjodor Dostojewski, Pjotr Tschaikowski, Anton Tschechow, Sergej Rachmaninow, Iwan Bunin, Michail Bulgakow, Wassily Kandinsky, Sergej Prokofjew, Kasimir Malewitsch, Vladimir Nabokov, Daniil Charms, Alexander Solschenizyn, Andrej Sacharow und Dmitri Schostakowitsch und wei um ihren Beitrag zum Erfolg ihrer Gatten? Insgesamt achtzehn Ehefrauen von Schriftstellern, Knstlern Komponisten und Wissenschaftlern holt Kuschtewskaja aus dem Schatten ihrer Mnner hervor und offenbart ihre Rolle als Muse, Agentin, Sekretrin, Beraterin und nicht zuletzt Mutter der gemeinsamen Kinder. Sehr befremdlich wirkt in diesem Kontext nur die neunzehnte Frau, Nadeschda Allilujewa, die Frau von Stalin, der sicher nicht zum Kreis der russischen Geistesgren gehrt, sondern hchstens ein Genie des Bsen war.
Bei aller Unterschiedlichkeit der Charaktere weisen diese Frauen auch einige Gemeinsamkeiten auf. Oft ist es erst ihrer grenzenlosen Selbstaufopferung zu verdanken, da groe Werke der Literatur berhaupt verffentlicht werden konnten. Sofja Tolstaja schrieb allein sieben Mal den Roman Krieg und Frieden ab, bevor er druckreif war, Anna Dostojewskaja zeichnete die Romane ihres Mannes als Stenographin nach dem Diktat auf, Jelena Bulgakowa schrieb den Roman ihres Mannes Der Meister und Margarita gleich mehrmals ab und hinterlegte ihn an verschiedenen Stellen, um seine sptere Verffentlichung zu sichern. Das sind nur einige Beispiele, welche die Bedeutung der Ehefrauen fr die Entstehung und Verbreitung wichtiger literarischer Werke zeigen. Das wird im Allgemeinen von den Ehemnnern anerkannt und gewrdigt. Allerdings gibt es auch schwarze Schafe. Zumindest seltsam war wohl die nur zweiwchige, aber nie geschiedene Ehe Tschaikowskis mit Antonina Miljukowa, welche weitgehend unbekannt blieb und die Anwesenden auf der Beerdigung mit der Aufschrift: Von der Ehefrau, die ihn vergtterte auf der Kranzschleife berraschte (S. 82). Ein besonders negatives Beispiel gibt schlielich Prokofjew, der sich fr seine aus Spanien stammende Ehefrau nicht einsetzte, als sie im Gulag verschwand, sondern vorher sogar die Scheidung betrieb, um seine Geliebte heiraten zu knnen. Wesentlich mehr Mut oder Herz bewies sein Kollege Schostakowitsch, der sich mehrfach um eine Revision des Urteils bemhte (S. 182). Doch erst 1956, nach Stalins Tod, wurde sie rehabilitiert und entlassen.
Drei Jahre recherchierte die Autorin, suchte nach neuen Quellen, Briefen, Dokumenten, fhrte Gesprche mit Nachfahren der Portrtierten und lie ihrer Intuition Raum, wo sie nichts fand. Was dabei entstand, ist ein beeindruckendes, manchmal auch bedrckendes Panorama vom Schicksal der Frauen an der Seite berhmter Mnner und von ihren Leistungen und Verdiensten fr deren Werk, aber auch von ihren Leiden und Entsagungen.


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Tatjana Kuschtewskaja: »Am Anfang war die Frau«




Ossietzky - Zweiwochenschrift fr Politik/ Kultur/ Wirtschaft, 01. August 2016
Walter Kaufmanns Lektre
von Walter Kaufmanns


Immer, oder so gut wie immer, waren es die Ehefrauen, die die Schaffenskraft all dieser russischen Genies beflgelten: die Frau Tolstois, Dostojewskis, Tschechows, Rachmaninows, Bulgakows, Prokofjews, Malewitsches, Kandinskys, Nabokows, Sakarows, Solschenizyns und andere ... und fiel deren Ehezeit in die Stalnjahre, erlebten und durchlebten sie durchweg die Gewitter ber dem Wirken ihrer Mnner, erlebten die Bedrohung und Verbannung, und oft auch die Flucht ins Ausland ob nun ihre Mnner fr oder gegen die Revolution gewesen waren. Fraglos gehrt dies zu den bittersten Wahrheiten, die Tatjana Kuschtewskaja in ihrem Am Anfang war die Frau zu bedenken gibt. Erschtternd das Schicksal der Frau Solschenizyns, die dreiig Jahre aufs treueste zu ihrem Mann gehalten hatte und nicht lange nach dessen Entlassung aus zehnjhriger Haft einer Jngeren weichen musste, die Solschenizyns Ruhm und Reichtum teilen durfte und - dies die letzte Schmach! - der inzwischen erkrankten und verarmten einstigen Ehefrau Solschenizyns die Arzt- und Krankenhauskosten zu bezahlen sich bereit erklrte. Und wer wrde der jungen, bildschnen Antonia Tschaikowskaja angesichts ihrer gescheiterten Ehe das Mitgefhl versagen - nur vierzehn Tage an der Seite des groen Musikers waren ihr beschieden, danach lie er sich Opernauftrge schicken, gab vor nach Italien reisen zu mssen und - kehrte nie zu ihr zurck. Gegen das Schicksal von Stalins Ehefrau verblassen all die anderen Schicksale - schied Nadeschda Alliiujewa mit nur einunddreiig Jahren durch Selbstmord aus dem Leben - oder hat Stalin sie gettet? So ungeklrt das auch bleibt, es ist an der Zeit, ja hchste Zeit, von der Selbstaufopferung wie auch der Selbstbehauptung der achtzehn neben Nadeschda Alliiujewa vorgestellten Ehefrauen so anrhrend zu erfahren.


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neues deutschland, 07. Juli 2016
Lauter Liebesdramen
Tatjana Kuschtewskaja ber die Frauen berhmter Mnner in Russland von Irmtraud Gutschke


Schn -ja, das waren die meisten. Ihre berhmten Mnner wollten mit ihnen glnzen. Und meist waren die Frauen auch jnger als sie, manche in einem Alter, in dem heute niemand in Europa heiraten wrde. Aber damals schien es zum beiderseitigen Vorteil. Sie kam zu einem Mann, der bereits ber einen gesellschaftlichen Status verfgte, oder wenigstens zu einem, der durch sein Talent begeistern konnte, und er kam zu einer Gattin, die zu ihm aufblickte, fr ihn da war, ihn untersttzte in allen Belangen - auch nach seinem Tode noch.
Gib mir dein Wort darauf, da ich in deinen Armen sterben werde, sagte Michail Bulgakow zu seiner Jelena. Und so geschah es. Komm zu mir, ich ksse Dich und bekreuzige Dich fr alle Flle ... Du warst meine Frau, die beste, die unersetzliche, die bezaubernde ... Meine Gttliche, mein Glck ... Das sollen seine letzten Worte gewesen sein. Sie berlebte ihren Mann noch dreiig Jahre, versuchte, sein Werk zu bewahren, indem sie die Manuskripte mglichst breit streute, damit sie nicht verloren gehen konnten. Sie hatte sie auf einer Schreibmaschine abgetippt, sowie sie auch vorher schon gewissermaen seine Sekretrin gewesen war und darber hinaus die Seele seines Hauses. Der Meister und Margarita, der Titel von Bulgakows berhmtestem Roman, bezeichnete wohl auch ihre Ehe. Aber dieses wunderbare Buch wurde erst ab 1966, sechzehn Jahre nach des Meisters Tod, in der Literaturzeitschrift Moskwa gedruckt.
Immer wieder finden sich hier Hinweise, wie schwer es vielen Schriftstellern und Knstlern in der Sowjetunion gemacht wurde. Viele haben das Land verlassen, wo man sie reglementierte und ohne Weiteres verhaften konnte. Sergej Prokofjew war 1918 emigriert und hatte vornehmlich in Paris gelebt. Seiner Bedeutung gewiss - wer sollte ihm etwas anhaben-lie er sich 1936 mit seiner Frau Lina, einer aus Spanien stammenden Sngerin, wieder in Moskau nieder. 1941 trennte er sich von seiner Familie und zog zu Mira Mendelson, die er 1948 heiratete, so heit es lapidar bei Wikipedia.
Bei Tatjana Kuschtewskaja kann man die Hintergrnde nachlesen: Jene Mira, Studentin am Literaturinstitut und ihm vllig ergeben, hatte Prokofjew bereits 1938 kennengelernt. Seine Frau fand sich mit allem ab, wollte sich aber nicht scheiden lassen. Wohlbedacht womglich, denn damit wre sie ungeschtzt. Auf Betreiben ihres Mannes wurde 1947 ihre im deutschen Ettal geschlossene Ehe vor Gericht fr ungltig erklrt, da sie sich nicht im sowjetischen Konsulat hatten registrieren lassen. Am 28. Februar 1948 wurde Lina unter einem Vorwand aus dem Haus gelockt und in ein Auto gestoen: Neun Monate Verhre in der Lubjanka und im Lefortowo-Gefngnis, dann Verurteilung wegen Spionage zu zwanzig Jahren Arbeitslager. Und der einstige Ehemann, sechsmaliger Stalin-Preistrger, tat nichts fr sie - aus Angst womglich. Schostakowitsch jedoch setzte sich fr sie ein. Erfolglos. Erst im Mai 1956 wurde sie rehabilitiert und entlassen.
Im Hintergrund, wie immer, ein Kampf um Macht und Geld, Rtselhaftes kommt hinzu. Wie war das 1932 mit dem Selbstmord von Nadeschda Allilujewa, Stalins Frau? Und wie mit dem Mord an Nina Kandinskja? Romantischer die Geschichte vom weien Flieder. Zu Besuch bei Sergej Rachmaninows Enkel am Vierwaldsttter See erfuhr Tatjana Kuschtewskaja das Geheimnis seiner Gromutter, das mit diesen Blumen verbunden war, die das Musikgenie nach jedem seiner Konzerte in der Garderobe vorfand. Von der Frau hinter dem Flieder hatte Natalja Rachmaninowa schon lange gewusst, und als ihr Mann im Sterben lag, schickte sie nach ihr.
Lauter Liebesdramen: Mit welcher Einfhlungskraft und Leidenschaft sie die Autorin zu Papier gebracht hat! Und was fr ausgiebige Studien dem vorausgegangen sind! Sie recherchierte in Archiven, studierte Memoiren und Briefe, sprach mit Hinterbliebenen und hat oft auch eigene Erinnerungen in die Erzhlungen einzuflechten, die in sich oft einen Stoff verdichten, der zu einem biografischen Roman htte taugen knnen. Die Leserin, der Leser wird es gar nicht ermessen knnen, was fr eine Arbeit in diesem Buch steckt, aber die Autorin hat es ja geschrieben, damit es eine mitreiende Lektre wird. In den 19 Portrts steckt sozusagen auch ihre eigene Reflexion ber die Vielgestaltigkeit der Liebe und die besondere Schwierigkeit, mit einem berhmten Mann verbunden zu sein.
Ein Doppelleben fhrten, viele. Alexander Solschenizyns Frau, Natalja Reschetowskaja, bekommt im Buch einen groen Monolog, um zu erklren, wie sich damit leben lsst. Er sei eben der Typ Mann gewesen, der den Sinn de Daseins sucht und nicht das Glck im stillen Ehehafen... Ihn interessiert die Handlung mit unvorhersehbaren Ergebnis der Versuch, die eigenen Grenzen zu berschreiten... Doch was wre aus ihm geworden, htte sie ihn nicht umsorgt und nachts seine Texte in die Maschine getippt...
Htte Sofja Tolstaja nicht den Alltag von Lew Tolstoi gemeistert, er selbst htte es nicht vermocht. Sie war Muse, Zuhrerin, Ratgeberin und die einzige, die seine Handschrift lesen konnte. Die Bnde von Krieg und Frieden hat sie siebenmal von Hand abgeschrieben. Keinen Augenblick hat sie fr sich gelebt. Das hat Antonina Tschaikowskaja zwangsweise getan; im Grunde gab es fr sie nur zwei Wochen Ehe, weil ihr Mann sich von ihr entfernte. Olga Knipper-Tschechowa wohnte in Moskau; Anton Tschechow zog Jalta vor. Der Frauenversteher schrieb zrtliche Briefe und notierte fr sich: Gefhl von >Nicht-liebe<, ruhiger Zustand, lange, ruhige Gedanken.
Vor meiner Begegnung mit Dir wusste ich nicht, was Liebe ist, flsterte Natalja Herzen und strich Georg Herwegh durchs schwarze Haar. Eine Zeit lang wohnten beide Ehepaare in einem Haus (so wie brigens die Bunins mit der Dichterin Galina Kusnezowa). Herwegh forderte Alexander Herzen zum Duell, und Emma Herwegh goss l ins Feuer. Und dann gab es noch weitere Wendungen und Liebesverwicklungen - Alexander Herzen sind sie fr sein Buch Erlebtes und Gedachtes zugutekommen.


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Tatjana Kuschtewskaja: »Am Anfang war die Frau«




ekz.bibliotheksservice, 16. Mai 2016
Am Anfang war die Frau: die Frauen russischer Genies
von Heidrun Kster


Die 17 Portrts von Frauen berhmter Russen wie Dmitri Schostakowitsch, Daniil Charms, Michail Bulgakow, Fjodor Dostojewski, Lew Tolstoi, Wassily Kandinsky, Vladimir Nabokov, Andrej Sacharow oder Alexander Herzen entfalten mit ihrer lebendigen, sinnlichen Darstellung einen ganz eigenen poetischen Zauber ("Noch waren da nur erste Ahnungen, ein Vorentzcken ..."). Manche der Frauen sind bis heute unbekannt, unerwhnt, viele berlebten ihre (zumeist wesentlich lteren) Mnner um Jahrzehnte und dienten weiter deren Werk, wie Jelena Bulgakowa. Nicht nur Sergej Rachmaninows kluge Frau verhielt sich seinen Eskapaden gegenber unfassbar nachsichtig, nicht nur Sergej Prokofjews Frau litt unsglich (er unternahm nichts, als sie in einem stalinschen Lager verschwand). "Es ist schon bemerkenswert, bei wie vielen 'schpferisch produktiven' Menschen psychische Seltsamkeiten zu beobachten sind", wahrlich seltsam Antonina Tschaikowskajas 2-wchige Ehe mit dem Komponisten ... Tatjana Kuschtewskaja, ihr ungewhnlicher, anmutiger, aus dem Russischen bersetzter Titel gehrt in Bibliotheken!

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Freies Wort, 16. April 2016
Fast vergessen:
Die Frauen der berhmten Russen
von Lilian Klement


Tatjana Kuschtewskaja hat das Schicksal russischer Frauen - quer durch die Jahrhunderte - als kaum beachteten literarischen Stoff fr sich entdeckt. Nun kam sie mit ihrem jngsten Buch nach Suhl.

Zu Suhl hat die Schriftstellerin Tatjana Kuschtewskaja fast schon ein persnliches Verhltnis. Zum achten Mal innerhalb von ein paar Jahren stellt sie hier ihre Bcher vor, zumeist eingeladen von der Ortsgruppe Suhl der Deutsch-Russischen Freundschaftsgesellschaft. So auch diesmal, Donnerstagabend in der Stadtbcherei. Auf einem Tischchen liegt bereits eine Auswahl ihrer Bnde zum Kaufen bereit. Nach der Lesung, die man getrost eine Plauderei mit dem Publikum nennen kann, wird sie signieren und immer noch ein bisschen weiter erzhlen. Es liegt ihr ja so viel auf dem Herzen, und es steht so viel in ihren Notizbchern.
Sie erzhlt gern und leidenschaftlich - was man in ihren mittlerweile schon 19 Werken sprt, die sich alle auf die eine oder andere Weise um ihre russische Heimat drehen, die sie 1991 verlie. Seither lebt sie in Essen, ist Mitglied im internationalen P.E.N.-Club und im Verband deutscher Schriftsteller. Nach wie vor schreibt sie in ihrer Muttersprache, die Manuskripte werden bersetzt. Und wenn sie spricht, dann tut sie das immer noch mit der fr Russen typischen Aussprache wenn sie Deutsch reden, auch Wladimir Kaminer hrt sich so hnlich an.
Ihr jngstes Buch beschftigt sich erneut mit dem Schicksal russischer Frauen. Es ist das dritte, und wenn sie alle Portrts in den Bnden zusammen zhlt, dann sind das ber sechzig in dieser Trilogie, Geschichten von Frauen, die vielleicht nie erzhlt worden wren, ob es sich um Berhmtheiten handelte oder um Frauen, die hinter ihren grandiosen Mnnern verborgen blieben, zumeist vllig vergessen, weil ihre Gatten sie nicht weiter erwhnten, aber ohne sie nicht htten existieren knnen, bemerkt Tatjana Kuschtewskaja. So wie in ihrem neuen Buch Am Anfang war die Frau. In 19 Geschichten schildert sie Einblicke in das Leben dieser Frauen, unter anderem von Dostojewski, Herzen, Malewitsch, Tolstoi, Tschaikowski, Rachmaninow und Kandinsky. Allesamt Frauen, die sich bten in Tapferkeit, Geschlossenheit, der Fhigkeit, sich selbst zu trsten und wieder aufzurichten, charakterisiert Kuschtewskaja sie. Besser als Romane schreiben, bemerkt die Autorin, sie hat sich in deren Leben hineinversetzt, um sie zu verstehen, das sei ihr wichtig gewesen, und nicht ein Urteil ber sie.
Drei Jahre recherchierte sie, so lange, wie noch nie fr ein Buch, berichtet sie freimtig. Quellensuche, Briefe, Dokumente, Gesprche mit Nachfahren, und wo sie nicht weiter gekommen sei, habe sie versucht, ihre Erkenntnisse zu kombinieren oder einfach ihre Intuition spielen lassen. Immer noch sichtlich beeindruckt erzhlt sie von ihrer Begegnung mit dem Enkel Sergej Rachmaninows 2012 in der Schweiz in dessen Villa bei Veggis. Kurz darauf war der achtzigjhrige Alexander, der wie sein berhmter Grovater ausgesehen habe, pltzlich verstorben. Die Kuschtewskaja wollte etwas ber seine Gromutter erfahren, die Frau des Komponisten, der frhzeitig in die USA ausgewandert war und in Beverly Hills begraben ist. Alexander habe das so gefreut, dass er sie sofort zu sich eingeladen habe.
Was sie von ihm Geheimnisvolles erfuhr, kann man nun nachlesen. Wie auch andere erstaunliche Frauenleben, die einem nahe gehen und ans Herz rhren: von Prokofjews geschiedener Frau Lina, einer spanischen Sngerin, die in der Stalinzeit acht Jahre in einem sibirischen Arbeitslager zubringen musste und fr die sich Prokofjew nie eingesetzt habe. Von Sofia Tolstoijewa, die Tolstois Mammutwerk Krieg und Frieden siebenmal mit ihrer Handschrift abgeschrieben hatte, von Malewitschs Frau, von der es nur dieses wunderbare Gemlde Ehefrau Natalja gibt, von Kandinskys letzter Ehefrau Nina, die in der Schweiz ermordet wurde.
Geschichten, die es dem Leser leicht machen, nach ihnen zu greifen. Geschichten, die zugleich ein Spiegel ihrer Zeit sind.





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WAZ, 01. April 2016
Starke Frauen im Schatten ihrer berhmten Mnner
Tatjana Kuschtewskaja liest in der Stadtbibliothek


Literaturfreunde sollten sich den 22. April vormerken: An diesem Tag besucht die Autorin Tatjana Kuschtewskaja die Stadtteilbibliothek Katemberg und liest aus ihrem jngst erschienenen Buch Am Anfang war die Frau: Die Frauen russischer Genies. Beginn ist um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.
Nach Liebe - Macht - Passion (erschienen 2010) und Russinnen ohne Russland (2012) bildet Am Anfang war die Frau den abschlieenden Teil von Tatjana Kuschtewskajas Trilogie ber starke russische Frauen, die im Schatten ihrer bedeutenden Mnner stehen. Mit ihrer Intelligenz und Bildung trugen sie mageblich zum Weltruhm ihrer Mnner bei, wurden aber bisher von den Geschichtsschreibern wenig beachtet.
Tatjana Kuschtewskaja wurde 1947 in der Turkmenischen Sozialistischen Sowjetrepublik geboren und wuchs in der Ukraine auf. Sie arbeitete unter anderem als Musikpdagogin, Drehbuchautorin und Journalistin und lebt seit 1991 in Deutschland.


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Thalia Kundenmagazin Lesen von Erik Brhlmann, 25. März 2016
Stark, strker, Frau

Die Frau dahinter

Aber mssen starke Frauen denn immer im Rampenlicht stehen? Immerhin wird es das Sprichwort Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau ja nicht umsonst geben. Das dachte sich wohl auch die in Turkmenien geborene Tatjana Kuschtewskaja und verfasste Am Anfang war die Frau. Die Frauen russischer Genies. In 19 Portrts schildert sie die Schicksale der Frauen, die den berhmten Mnnern ihren Erfolg manchmal erst ermglichten ob sie ihnen nun Muse waren oder Beraterin, Ehefrau oder Sekretrin. Das Buch ist eine Seltenheit in der Welt der Sachbcher brigens der abschliessende Teil einer Trilogie, die starken russischen Frauen gewidmet ist.

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