Zurck zu : Dr Affekat em Zuppejrns

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Dsseldorfer Jahrbuch 86, 01. Januar 2016
Buchbesprechung

Heinrich Spohr, der bereits mehrfach mit Publikationen zum Dsseldorfer Rheinisch hervorgetreten ist und dem wir u.a. das Wrterbuch der Dsseldorfer Mundart (2013, vgl. DJb 84, 2014, S. 306) verdanken, hat im vorliegenden Band 500 mundartliche Begriffe des Dsseldorfer Rheinischen herausgegriffen, die auch heute noch (oder in Zeiten wachsender Mundartpflege eher: wieder) gebraucht werden. In kurzen, zumeist mit Quellen belegten Artikeln bringt er dem Leser Herkunft, Bedeutung und mit Beispielstzen auch den Gebrauch so wunderbarer Vokabeln wie Babaditzke, Dachkallednzer, Hngkesmadam oder Sprenghppes nahe. Ein Vergngen fr auch sprachlich Heimatverbundene, zeigt das Bndchen doch einmal mehr, wie bildreich und drastisch-lebenfroh unsere Mundart oft ist.


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Heinrich Spohr: »Dr Affekat em Zuppejrns«




Jan Wellem, 01. September 2015
Dr Affekat em Zuppejrns

ber 550 Begriffe der Dsseldorfer Mundart, ihre Bedeutung und Herkunft hat der Autor Heinrich Spohr in seinem neuesten Buch Dr Affekat em Zuppejrns gesammelt und mit Charme und Witz unter die Lupe genommen. Dabei konnte er Verbindungen aufzeigen, die selbst alteingesessene Dsseldorfer zum Staunen bringen.
Viele Anregungen aus der Leserschaft des Autors, zahlreiche Gesprche und langwierige Recherchen sind in die Erhellung des Bedeutungs- und Herkunftsrahmens bekannter Wrter und Ausdrcke der Dsseldorfer Mundart eingeflossen.
Die Begriffe stehen in dieser Sammlung nicht losgelst. Sie sind eingebettet in ihre sprachliche Anwendung und eingeordnet in den ihr eigenen Sinnzusammenhang, so dass der Leser und die Leserin sie direkt selbstttig anwenden knnen.
Der weite Bogen der Bedeutung der Begriffe reicht vom Althochdeutschen, Altfranzsischen, Jiddischen, Niederdeutschen bis ins Heute. Die sprachlichen Zusammenhnge werden an der Etymologie der Begriffe evident. Das macht die Mundart so interessant und lebendig. Das zeigt, dass Mundart keine platte Sprache ist.
Fr jeden Bewohner Dsseldorfs, der die Dsseldorfer Mundart verstehen will, ist dieses einzigartige Werk eine Fundgrube zum Nachschlagen, Stbern, Entdecken und Erlernen des Dsseldorfer Rheinisch.

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Rheinische Post, 13. Juni 2015
Neues Buch erklrt ber 500 Begriffe der Mundart

Dsseldorf. Da war Oberbrgermeister Thomas Geisel platt. Der Mann, der fnf Sprachen spricht, verstand einige Wrter berhaupt nicht, die den Brauchtumsfreunden im Jan-Wellem-Saal gelufig waren. Jedns? War fremd fr Geisel. Anderes aus dem neuesten Buch von Heinrich Spohr mit dem Titel Dr Affekat em Zuppejrns, 555 Begriffe der Dsseldorfer Mundart verstand er, hatte es in einem Jahr auf dem Chefsessel im Rathaus schon gelernt. Geisel versprach: Im Urlaub werde ich aus dem neuen Buch Vokabeln pauken.
    Aber was ist mit dem Affekat im Buchtitel? Da waren selbst Mundartfreunde zunchst platt. Darauf muss man erst einmal kommen: Dr Affekat ist der Advokat. Spohr wies in einer kleinen Vorstellung seines Werkes darauf hin, da viele Wrter des Dsseldorfer Rheinisch lngst in die Hochsprache eingegangen sind, nannte Visematente, Dneke und Fisternlles Und er machte deutlich, da der Dsseldorfer umgekehrt Wrter vieler Sprachen aufgeschnappt hatte, zum Beispiel aus dem Franzsischen, dem Niederdeutschen, sogar aus dem Jiddischen und Althochdeutschen.
    Das Dsseldorfer Rheinisch ist spielerisch und kreativ und lt immer wieder neue Sinnzusammenhnge entstehen. Fnf Bcher zur Mundart hat der Autor geschrieben. Sein neuestes ist ab heute im Buchhandel erhltlich.


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Neue Rhein Zeitung, Christine Holthoff, 13. Juni 2015
OB Geisel will im Sommerurlaub Dsseldorfer Mundart lernen

Oberbrgermeister Thomas Geisel hat nach eigenen Angaben noch Nachholbedarf im Rheinischen. Hilfe gibt ein neues Mundart-Buch von Heinrich Spohr.
Da hat sich der Oberbrgermeister selbst ein schnes Gebrassel aufgehalst. Und alles nur, weil er nie mehr so jelackmeiert sein mchte, wie kurz nach seinem Amtsantritt. Die Wrter in Dsseldorfer Mundart, die man ihm damals als Quiz vorsetzte, klangen wohl alle wie Kauderwelsch. Doch das wird sich ndern. Denn diesen Sommer wird nicht jefuulenzt, sondern gepaukt: rheinische Vokabeln nmlich. Da das nicht gelingen knnte, deswegen mu er sich nicht bange mahken. Schlielich erhielt er gestern eines der ersten Exemplare von Dr Affekat em Zuppejrns, dem neusten Werk zur Sprache der Dsseldorfer aus der Feder von Heinrich Spohr.
Mittlerweile hat sich zwar die ein oder andere Wendung bei mir eingeprgt, sagte Geisel bei der Buchbergabe im Jan-Wellem-Saal des Rathauses, Fisternllchen etwa, ein heimliches Verhltnis , bei einem ersten Blick ins Buch habe ich aber festgestellt, dass es noch viel zu lernen gibt. Und so will er sich ein Beispiel an seinen Tchtern nehmen, die fr die Sommerferien groes Vokabelpauken angekndigt haben.


Immer mehr Dsseldorfer interessieren sich fr Mundart

Hlt Geisel Wort, dann liegt ein ordentliches Pensum vor ihm: 555 Begriffe hat Heinrich Spohr in seinem Buch zusammengetragen. Anders als bei seinem 2013 erschienenen Wrterbuch der Dsseldorfer Mundart ging es dem studierten Geographen und Sprachwissenschaftler diesmal aber auch um die Herkunft der Wrter. Der Affekat im Buchtitel habe zum Beispiel rein gar nichts mit einem Affen zu tun, sondern stamme vom lateinischen advocatus und dem franzsischen lavocat ab, zu Deutsch: der Anwalt. Und damit der sich nicht so ungeschickt durchs Zuppejrns (Suppengrn) der Mundart bewegt wie der Storch durch den Salat, hilft Spohr ihm auf 255 Seiten auf die Sprnge.
Zwar sind vielen Dsseldorfern die alten Begriffe inzwischen flte jejangen, doch das Interesse an ihrer Bedeutung sei immer noch da, sagt Spohr: Es steigt sogar wieder. Nicht nur auf dem Carlsplatz.
Einer, der diese Entwicklung wohl nicht gutheien wrde, ist ausgerechnet der bekannteste Sohn der Stadt, Dichter Heinrich Heine. Er soll einst gesagt haben: In der Sprache der Dsseldorfer merkt man schon den bergang ins Froschgequke der hollndischen Smpfe.


Das Rheinische lebt

Eine Einstellung, der sich Spohr nicht anschlieen mag. Im Gegenteil: Er freut sich immer wieder, wenn ihm neue alte Schtzchen zu Ohren kommen. Erst am Donnerstag sei ihm whrend eines Ausflugs zum Bcherbummel wieder ein unbekannter Begriff untergekommen: Muppes, was so viel heie wie ein kleiner dicker Hund oder auch ein kleingewachsener Mann. Das ist das Schne, sagt Spohr: Es hrt nie auf.

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Westdeutsche Zeitung, Jrgen Heimann, 12. Juni 2015
Von Stronzbdeln und anderen Schwadlappen
Heinrich Spohr hat ein Buch ber die Herkunft von Dsseldorfer Begriffen verfat.


Dsseldorf. Wissen Sie, was ein Stronzbdel ist? In der rheinischen Wortkombination steckt das Verb stronzen prahlen und hilft bei der Deutung bereits weiter. Der andere Wortteil steht fr jemanden, der etwas in einem Beutel mit sich fhrt, eine angeberische Geschichte. Der Stronzbdel ist also ein Angeber.
    555 Begriffe der Dsseldorfer Mundart hat jetzt der Sprachwissenschaftler Heinrich Spohr in seinem neuesten Werk Dr Affekat em Zuppejrns unter die Lupe genommen und in Verbindungen gestellt, die laut herausgebendem Grupello-Verlag selbst Dsseldorfer zum Staunen bringen. Zwar seien viele der Begriffe bekannt, doch Spohr will nach dem vor zwei Jahren erschienen Wrterbuch der Dsseldorfer Mundart nun seinen Lesern die Bedeutung der Wrter nherbringen. Anhand von Beispielstzen erlutert er auf 256 Seiten insbesondere, in welchem Sinnzusammenhang sie angewendet werden und welche Wendungen sie in der Mundart haben. Dnekes (kleine, lustige Geschichten) msse nit onbedingt stemme, erlutert der Autor beispielsweise zu dem griechischen Wort anekdota.
    Damit in diesem Werk alles stimmt, haben Spohr und Verleger Bruno Kehrein allein anderthalb Jahre Lektorat betrieben. Herausgekommen ist ein munteres Buch, das den Bogen spannt von der Bedeutung der Begriffe aus dem Althochdeutschen, Altfranzsischen, Jiddischen und Niederdeutschen bis ins Heute. Und teilweise haben die ursprnglichen Formen den zeitlichen Sprachwandel unverndert berlebt, wie ein hufig in den Mund genommene Schmhung zeigt: Der ist bekloppt.
    Und kaum ist das Buch erschienen, arbeitet Spohr bereits an einer Fortsetzung: Am Donnerstag whrend des Bcherbummels trugen ihm Besucher den Begriff Muppes zu. Das kommt in die zweite Auflage hinein, sagt Spohr und ergnzt: Wer sich mit Sprache auseinandersetzt, wird nie fertig. Muppes bedeutet brigens kleiner, dicker Hund und ist eine Beleidigung fr einen fiesen Kerl.

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JAN WELLEM Alde Dsseldorfer Brgergesellschaft von 1920 e.V., 01. Juni 2015
Dr Affekat em Zuppejrns Begriffe der Dsseldorfer Mundart Bedeutung und Herkunft von Heinrich Spohr

Jede Sprache lebt durch ihre Begriffe und aus ihren Sprachbildern, die in typische Wendungen einflieen. Das macht ihren unverwechselbaren Charakter aus.
    Die Mundart des Dsseldorfer Rheinisch, die Sprache der Dsseldorfer, weist eine Flle von Sprachbildern und bedeutungsintensiven Begriffen auf, die in die Hochsprache eingeflossen und dort gebruchlich geworden sind, mit denen die Mundart die Hochsprache also bereichert hat.

Die wohl bekanntesten Ausdrcke sind zweifellos:

Jedns, Flsternlles, Visematente,
Rggelches oder Zuppejrns.

Doch was bedeuten diese Begriffe?
Woher stammen sie?
Welches ist ihr Sinngehalt?
In welchem Zusammenhang werden sie
angewendet?

    Langwierige Recherchen, zahlreiche Gesprche in den Dsseldorfer Ortsteilen und Stdten um Dsseldorf und viele Anregungen aus der Leserschaft des Autors haben die Herkunft und den Sinngehalt der Begriffe aufgehellt.
    In der Sammlung Dr Affekat em Zuppejrns finden sich diese Begriffe und Ausdrcke.
    Aber diese Ausdrcke und Begriffe stehen in dieser Sammlung nicht losgelst. Sie sind vielmehr eingebettet in ihre sprachliche Anwendung und eingeordnet in den ihr eigenen Sinnzusammenhang, so da der Leser und die Leserin sie direkt selbstttig anwenden knnen.
    Mit Charme und Witz hat der Autor den Bedeutungs- und Herkunftsrahmen bekannter Wrter und Ausdrcke der Dsseldorfer Mundart unter die Lupe genommen und dabei Verbindungen aufgezeigt, die selbst alteingesessene Dsseldorfer zum Staunen bringen.
Es wird offenbar, wie spielerisch und bedeutungsschpferisch das Rheinische mit seinen Begriffen umgeht und immer wieder neue Sprech- und Sinnzusammenhnge entstehen lt.
Der weite Bogen der Bedeutung der Begriffe reicht vom Althochdeutschen, Altfranzsischen, Jiddischen, Niederdeutschen bis ins Heute. Die sprachlichen Zusammenhnge werden an der Etymologie der Begriffe evident. Das macht die Mundart so interessant und lebendig. Das zeigt, da Mundart keine platte Sprache ist.
    Fr jeden Bewohner Dsseldorfs, ob hier gebrtig oder hier sehaft geworden, fr jeden, der die Dsseldorfer Mundart und damit die Dsseldorfer verstehen will, ist dieses einzigartige Werk eine Fundgrube zum Nachschlagen, Stbern, Entdecken und Erlernen des Dsseldorfer Rheinisch. Dieses Werk ist in gewisser Weise eine Ergnzung des Ende 2013 erschienenen Groen Wrterbuchs der Dsseldorfer Mundart, das ein reines Sprachwrterbuch ist und daher die Etymologie weitgehend aussparen mute.

Mundartliche Begriffe
Kokelores
Der Ausdruck wird zurckgefhrt auf Ko(c)kelei, das im Standarddeutschen zu Gaukelei, Gauklerei wurde und bedeutet: Geschwtz, unerwartete, berflssige Gegebenheiten, Unfug, vorgegaukelter Unsinn.
Wendungen: Red' nicht solch einen Unsinn! = Rd nit sonne Kokelores! Da haben wir den Salat! Do Hammer dr Kokelores! Wer hat den Mist verffentliche? = W hat da Kokelores erusjerbraht? Quellen: HS WB S. 321; Grimm WB Bd. H S. 1566;

Krnzkesdrisser
Ein Kleinigkeitskrmer, der bertrieben gewissenhaft ist, wird im Dsseldorfer Raum verchtlich Krnzkesdrisser genannt. Wrtlich bertragen bezeichnet der Ausdruck jemanden, der seinen Darm in Kranzform entleert. Damit wird die bertrieben genaue Handlungsweise des Kleinigkeitskrmers bezeichnet, mit der dr Krnzkesdrisser seinen Mitmenschen auf die Nerven geht. Krnzke im ersten Wortteil ist der Diminutiv von Kranz und -drisser im zweiten Wortteil ist verchtlich ein kleiner, unansehnlicher Mensch, abgeleitet von Driss = menschliches Exkrement.
Wendung: Der Kleinigkeitskrmer geht gehrig mir auf die Nerven. = Dr Krnzkesdrisser jeht mech fies op dr Senkel. Quellen: Rh. WB Bd. I S. 1498 ff.;

Pingelres
Jemand, der bertrieben genau und dabei berngstlich ist, ist ne Pingelres. Er zhlt kleine Sachen, mit denen er sich pingelig abgibt, wie dies der Kleinigkeitskrmer oder der Erbsenzhler dr hzezller tut. In gewisser Weise kann er daher auch ein Geizhals sein. Aus seiner bertrieben gewissenhaften, berngstlichen Handlungsweise ergibt sich, da der Pingelres auch leicht gekrnkt und berempfindlich, zimperlich sein kann
Ping stammt vom mittelhochdeutschen pine, das sich vom lateinischen p(o)ena = Strafe, Weh, Schmerz ableitet. Der zweite Wortteil ist die rheinische Form des Vornamens Lorenz. Vornamen werden im Rheinischen oft mit Eigenschaften verbunden (s. Stieve Drickes, Piefehnnes, Drje Pitter, Nttelefnes, Ncke Hannes, Miesepitter). Wendungen: Stell Dich nicht so an! = 'Bess nit eso pingelech, Do Pingelres!1 Der Schatzmeister ist ein Erbsenzhler. = Dr Moppebaas ess ne Pingelres. Quellen: Kluge Etym WB S. 537; Duden UnivWB S. 1320; Rh. WB Bd. VI S. 598 (Pein) + 847 (pingelig)

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