Zurck zu : Schloss Benrath macht Staat!

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Dsseldorfer Jahrbuch, 01. Januar 2015
Schloss Benrath macht Staat!

Der thiopische Kaiser Haile Selassie war dort (1954 als erster offizieller Staatsbesucher der jungen Bundesrepublik), Elizabeth II. war dort, auch der Schah von Persien, zahlreiche europische Knige, Mitterand, Honecker, der chinesische Generalsekretr Hu Yaobang und Gorbatschow - Schloss Benrath, einst als Lustschloss des Kurfrsten Carl Theodor von der Pfalz erbaut, doch kaum benutzt, fand Mitte des 20. Jahrhunderts doch noch einmal zu seiner glanzvollen Bestimmung: Fr hochrangige Empfange und Galadiners des Ministerprsidenten bot es den idealen Rahmen. ber vierzig Jahre - von 1950 bis 1991 - diente es der Landesregierung als reprsentativer Empfangsort fr Staatsgste aus aller Welt. Der Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung (28.9. - 14.12.2014) beginnt mit einer kurzen Einleitung, die sich der Bedeutung, Organisation und zeithistorischen Einbettung von Staatsbesuchen sowie der Restaurierung des Schlosses widmet, sowie einem Interview zur Person Haile Selassies mit dessen Biografen. Dem folgen reich ilwstrierte, oft auch anekdotisch angereicherte Berichte ber smtliche Besuche zwischen 1950 und 1991 (warum die Jahreszahlen bei Titel und Inhalt voneinander abweichen, erschliet sich leider nicht). Abgeschlossen wird der Band von einigen Texten ber bedeutende Ausstattungsgegenstnde. Neben dem Schatz an zeitgenssischen Fotos, die die deutsche Auenpolitik in einer protokollarisch deutlich strengeren ra widerspiegeln, gewinnt der Band seinen Wert vor allem durch die durchweg fundiert geschriebenen Texte, die immer auch die politische Bedeutung der Besuche sowie den zeitgeschichtlichen Kontext erlutern und so zu einem durchaus neuen Verstndnis des Rituals Staatsbesuch fhren.

Zurck zum Titel:
Melanie Florin (Hg.), Stefan Schweizer (Hg.): »Schloss Benrath macht Staat!«




Intern-Magazin, 1/2015, 01. Januar 2015
Schloss Benrath macht Staat! Glanzvolle Empfnge in der Landeshauptstadt Dsseldorf 1950 1989

Der schnste, spannendste, skurrilste und staunenswerteste Beitrag in diesem Band stammt meiner Ansicht nach von Stefan Schweizer, ehedem Juniorprofessor fr Gartenkunst an der HHU, mittlerweile Honorarprofessor und Wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Schloss und Park Benrath. Er trgt den schnen Titel Das Protokoll schwitzt, es geht um den Besuch von DDR-Staatschef Erich Honecker auf Schloss Benrath 1987, den der SPIEGEL mit Ein schwieriger Gast betitelte und der die NRW-Staatskanzlei offenbar gehrig durcheinander wirbelte und bis zum Anschlag nervte. Ein Beitrag zum Kopfschtteln. Zeitgeschichte, und doch schon so fern.
Das Buch ist der Katalog zur Ausstellung, die im Herbst/Winter 2014 in Schloss Benrath stattfand und nicht nur eine hchst lesenswerte, sondern auch prachtvoll bebilderte Dokumentation. Schloss Benrath macht Staat! lsst noch einmal die Zeit aufleben, in der die NRW-Landesregierung bedeutende Staatsgste in Dsseldorfs kurfrstlichem Lustschloss empfing.
Fast vier Jahrzehnte lang, ab 1950, schritten in Benrath politische Gren und gekrnte Hupter aus allen Teilen der Welt ber den roten Teppich: der thiopische Kaiser Haile Selassie, Knigin Elizabeth II., der Schah von Persien und Gemahlin Soraya, Knigin Silvia von Schweden, Erich Honecker, Michael Gorbatschow, und, und, und.
Fotografien, Zeitungsberichte und Anekdoten zeugen von einer Zeit, als Benrath die Bhne fr glanzvolle Empfnge und festliche Bankette lieferte. Dieser Bildband illustriert staatliche Reprsentationsformen der jungen deutschen Demokratie und spiegelt damit auch die Geschichte der Bonner Republik. Man blttert in dem Katalog, schaut Bilder von Promis und dem Interieur (es gibt herrliche Detailaufnahmen, was ging bei diesen Staatsempfngen nicht alles zu Bruch!), liest sich fest. So soll es sein.
Nachtrag zum Honecker-Besuch am 9. September 1987: Nach dem Mittagessen mit Ministerprsident Johannes Rau (es gab unspektakulren rheinischen Sauerbraten, am Essen nahm im Prominentenpulk, so ist zu lesen, auch der damalige Rektor der HHU, Prof. Dr. Gert Kaiser, teil) besuchte der SED-Chef das Engels-Haus in Wuppertal, wo es dann zur denkwrdigen Begegnung mit Udo Lindenberg kam (Sonderzug nach Pankow). Aber das ist eine andere Geschichte.

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Melanie Florin (Hg.), Stefan Schweizer (Hg.): »Schloss Benrath macht Staat!«




IHK-Magazin,12/2014, 01. Dezember 2014
Schloss Benrath macht Staat!

Das Buch "Schloss Benrath macht Staat!" lsst noch einmal die Zeit aufleben, in der die nordrhein-westflische Landesregierung bedeutende Staatsgste in Dsseldorfs kurfrstlichem Lustschloss empfing. Fast vier Jahrzente lang schritten in Benrath politische Gren und gekrnte Hupter aus allen Teilen der Welt ber den roten Teppich: der thiopische Kaiser Haile Selassie, Knigin Elizabeth II., der Schah von Persien, Knigin Silvia von Schweden, Francois Mitterand, Erich Honecker, Michail Gorbatschow ...
Fotografien, Zeitungsberichte und Anekdoten zeugen von einer Zeit, als Benrath die Bhne fr glanzvolle Empfnge und festliche Bankette lieferte.

Zurck zum Titel:
Melanie Florin (Hg.), Stefan Schweizer (Hg.): »Schloss Benrath macht Staat!«




Wochenpost, 07. Oktober 2014
Ausstellung Schloss Benrath macht Staat: Kuratorenfhrung mit Melanie Florin

Benrath. Mit der Ausstellung Schloss Benrath macht Staat! Glanzvolle Empfnge in der Landeshauptstadt Dsseldorf von 1950 bis 1989 wendet sich die Stiftung Schloss umd Park Benrath erstmalig einem ganz besonderen zeitgeschichtlichen Abschnitt in der rund 200-jhrigen Schlossgeschichte zu: ber 40 Jahre lang stellte die Landeshauptstadt Dsseldorf der nordrhein-westflischen Landesregierung die Festrume des Corps de Logis als wrdige Reprsentationssttte fr hochrangige Empfnge zur Verfgung. Die Austellung, die im Ostflgel prsentiert wird, zeichnet sich durch eine Vielzahl von Fotografien, aber auch ausgewhltem Mobiliar, Dokumenten, Menkarten, Ausweisen, Gstebcher, Geschenken und Devotionalien vor allem die Zeit von 1950 bis 1989 nach.
Am Sonntag, 12. Oktober, fhrt die Kuratorin Melanie Florin um 14.30 Uhr durch die Ausstellung. Eintrittskartnen kosten 11 Euro im Vorverkauf (inkl. Teilnahmegarantie), 9 Euro an der Tageskasse (ohne Teilnahmegarantie), Kinder bis 17 Jahre frei.


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Melanie Florin (Hg.), Stefan Schweizer (Hg.): »Schloss Benrath macht Staat!«




Rheinische Post, von Birgit Wanninger, 27. September 2014
Kaiser und Knige zu Gast im Schlo

Benrath macht Staat heit die Ausstellung, die morgen erffnet wird. Ein Stck Zeitgeschichte von 1950 bis 1989, als Prsidenten und Ministerprsidenten den Spiegelsaal des Schlosses fr glanzvolle Empfnge nutzten.
    Ob Knigin Elizabeth II. die Knguruschwanz-Suppe gemundet hat, ist nicht berliefert. Fest steht aber, da der Dsseldorf Caterer Heinz Stockheim das Men fr den kniglichen Staatsbesuch auf ausdrckliche Anweisung des Bros des Ministerprsidenten bis zuletzt wie ein Staatsgeheimnis htete.
    1965 war die Monarchin mit ihrem Prinzgemahl fr elf Tage auf Staatsbesuch in der Bundesrepublik. Dabei stoppte sie am 25. Mai in Dsseldorf. Die Queen kam am Benrather Bahnhof an und lie sich mit einem offenen 600er Mercedes Pullmann chauffieren. Tausende Schaulustige sumten den Weg. Der damalige Ministerprsident Franz Meyers empfing die Knigin und den Prinzgemahl auf der regennassen Sdterrasse.
    Benrath macht Staat, heit die eindrucksvolle Ausstellung, die ab morgen im Ostflgel des Schlosses zu sehen ist. Dokumentiert sind 35 Staatsbesuche bedeutender Persnlichkeiten in 40 Jahren. Dsseldorf profitierte vor allem von der Nhe zur damaligen Bundeshauptstadt Bonn, und so war die Landeshauptstadt eine vom Protokoll gern gewhlte Station auf der Reiseroute der Staatsgste.
    Knigin Silvia von Schweden war gleich zweimal zu Besuch einmal mit und einmal ohne ihren Carl Gustav. Der Schah von Persien kam ebenfalls zweimal nach Dsseldorf: im Frhjahr 1955 mit der vielumschwrmten Soraya und 1967, dann mit seiner dritten Ehefrau Farah Diba. Es war ein zu diesem Zeitpunkt uerst umstrittener Besuch. Er wollte unbedingt nach Dsseldorf, sagt Kuratorin Melanie Florin, schlielich habe er den Kontakt zu den Wirtschaftsbossen gesucht. Es gibt ein Foto von Reza Pahlavi, das leider nicht in der Ausstellung, sondern nur im Katalog zu sehen ist, wo der Schah beim Gala-Diner raucht Zigarette mit Spitze. Heute undenkbar. Damals aber blich und sogar im Protokoll vorgesehen. Das gehrte zum Essen dazu, die Zigaretten wurden beim Caterer bestellt, sagt Florin.
    Seit 1971 galt auf Schlo Benrath Rauchverbot. Das wurde allerdings hufig von Johannes Rau unterlaufen, ein leidenschaftlicher Kettenraucher. Er empfing gerne illustre Staatsoberhupter in Benrath darunter Michail Gorbatschow am 15. Juni 1989. Die Sicherheitsleute mssen in heller Aufregung gewesen sein, denn Gorbatschow stieg mit seiner Frau Raissa einfach aus der Limousine, ging an der Absperrungen vorbei und begrte die zahlreichen Schaulustigen. Hchste Sicherheitsstufe herrschte am 9. September 1987, als Erich Honecker zu Gast war. Mit 200 Gsten aen er
und Rau zu Mittag. Es gab unter anderem Rheinischen Sauerbraten.
Haile Selassie, Kaiser von thiopien, wnschte sich im Jahr 1954 brigens eine doppelte Rindskraftbrhe mit Mark. In seinem schnsten Glanz prsentierte sich Schlo Benrath, in dem der festliche Tag mit einem Essen und Empfang endete, schrieb damals die Rheinische Post.
    Der Staatsbesuch der Queen gehrt zweifelsohne zu den Hhepunkten der Besuche auf Schlo Benrath, da sind sich, die Ausstellungsmacher einig. Beim Empfang nahm die damals 39-Jhrige einen Aperitif ein. Sie stie zwar mit Sekt an, doch im Protokoll mit zahlreichen Instruktionen steht jedoch, sie bevorzuge ein Glas Mosel- oder Rheinwein und Gin-Tonic.

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Melanie Florin (Hg.), Stefan Schweizer (Hg.): »Schloss Benrath macht Staat!«




Express.de, von Arno Gehring, 26. September 2014
Blick durchs Schlsselloch So machte Schlo Benrath Staat

Ausstellung und Buch erinnern an die groen Staatsempfnge
DSSELDORF Aber hallo! Schlo Benrath da war nicht nur die Queen ,,very amused...''
    Getrunken wurde reichlich und hemmungslos geraucht. Man labte sich an Knguruschwanzsuppe oder Eisbombe Exzellenz. Kaiser und Knige defilierten ebenso ber rote Teppiche wie kommunistische Machthaber, die im heroischen Kampf gegen den Kapitalismus so manche Flasche Champagner vernichteten.
Schauplatz war das wunderschne Schlo Benrath. Wie das einstige Lustschlo von Kurfrst Carl Theodor {1724 1799) in der noch jungen Bundesrepublik Staat machte, zeigt jetzt eine Ausstellung und ein Buch. Eine Reise in die 2. Hlfte des vorigen Jahrhunderts. Glanzvoll in schwarz-wei.
    Bonn sei Dank! Weil es damals (und noch nicht Berlin) die deutsche Hauptstadt war. Und weil es dort anscheinend nicht die adquaten Rumlichkeiten gab, in denen sich gekrnte Hupter aus aller Welt so richtig wohlfhlen konnten.
Staatsbesuche das war damals mehr als einmal winken und mit der Kanzlerin einen Eintopf aus der Uckermark essen. Da wurde geklotzt. Nicht gekleckert. Auf Schlo Benrath ging das hervorragend.
    Der erste Kaiser, der hier empfangen wurde, war Haile Selassie, Kaiser von thiopien. Das war am 11. November 1954. Ein halbes Jahr spter der schillernste Besuch: Der Schah von Persien kam mit seiner jungen, schnen Kaiserin Soraya.1965: Der Jahrhundertbesuch. Queen Elizabeth von England 500.000 Menschen sumten in Dsseldorf die Straen. In Benrath gab's fr die Queen Knguruschwanzsuppe. Gekrnte Hupter und Staatsprsidenten aus vielen Lndern sollten folgen.
1987 reiste DDR-Chef Erich Honecker an. Gegessen wurde auf Wunsch der DDR-Delegation brgerlich. Getrunken eher grobrgerlich.
    Von 1950 bis 1989 war Schlo Benrath die erste Adresse fr Staatsempfnge in NRW. Die Ausstellung, die am Sonntag im Schlo Benrath beginnt, und das Buch Schlo Benrath macht Staat!, das im Grupello-Verlag erschienen ist, erinnern eindrucksvoll daran.

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Melanie Florin (Hg.), Stefan Schweizer (Hg.): »Schloss Benrath macht Staat!«




Rheinische Post, 25. September 2014
AUSSTELLUNG Schlo Benrath macht Staat: Schau ber Staatsempfnge

(kett) Juan Carlos und Sofia von Spainen, die Queen, der Schah von Persien und seine Frau Farah Pahlavi sie alle waren schon zu Gast im Schlo Benrath. Die Ausstellung Schlo Benrath macht Staat! Glanzvolle Empfnge in der Landeshauptstadt Dsseldorf von 1950 bis 1989 widmet sich nun ab Sonntag bis zum 14. Dezember hochrangigen Besuchern. Momentan steht vor dem Schlo der Mercedes-Pullman 300, mit dem die Staatsgste damals vorgefahren wurden. Spter wurde dieser dann durch den knapp sechs Meter langen Pullman 600 ersetzt. Nachdem die Gste vom Bundesprsidenten in Bonn begrt worden waren und dem Kardinal in Kln die Hand geschttelt hatten, zog es die Besucher immer wieder zum Schlo Benrath. Dort empfing schlielich der Ministerprsident die Prominenz.
    Mehr als 40 Jahre war das Baudenkmal Reprsentationssttte der nordrhein-westflischen Landesregierung bei hochrangigen Empfngen. Das Schlo, einst erbaut als Maison de Plaisance fr den Kurfrsten Carl Theodor von der Pfalz, war schlielich schon im 18. Jahrhundert ein kniglicher Ort. Um die Besucher der jngeren Vergangenheit ranken sich viele Geschichten:
    Zwei Kilometer soll der Konvoi von Michail Sergejewitsch Gorbatschow
gewesen sein, als er 1989 zu Gast war. Dokumentiert wurden die Geschehnisse durch viele Fotos des Landesinformations- und Presseamts. Ebenso Bilder, die Benrather Brger vom Straenrand aus machten, werden in der Ausstellung, kuratiert von Melanie Florin, gezeigt. Auch wie die Queen gespeist hat, knnen Besucher im Museum fr Europische Gartenkunst herausfinden. Neben Speisekarten, Gstelisten, Tischordnungen und Protokollen, gibt es Mbelstcke zu sehen. In den 80er Jahren hinterlie Knigin Silvia von Schweden drei Mal ihre Spuren im Schlo. Schlielich ist Dsseldorf ihr wohlvertraut: Als Silvia Renate Sommerlath geboren machte sie ihr Abitur am Luisen-Gymnasium Dsseldorf. Das goldene Buch, in das sich die Besucher des Schlosses eintrugen, wurde gestern fr die Ausstellung aus dem Stadtarchiv abgeholt. Mit der Wende und der Verlegung des Regierungssitzes nach Berlin endete die ra der Monarchen und Staatsprsidenten aus aller Welt im Schlo Benrath.

Zurck zum Titel:
Melanie Florin (Hg.), Stefan Schweizer (Hg.): »Schloss Benrath macht Staat!«