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Rheinische Heimatpflege, 27. April 2012 J.C. Weyhe - ein rheinischer Gartenkünstler
Joseph Clemens Weyhe wurde 1807 in Düsseldorf als Sohn des großen Gartenbaumeisters Maximilian Friedrich Weyhe geboren. Während der Vater bis auf den heutigen Tag hohe Bekanntheit genießt, ist sein Sohn Joseph Clemens Weyhe fast vergessen. Einige seiner Arbeiten wurden gar seinem Vater zugeschrieben. Mit der Veröffentlichung »Joseph Clemens Weyhe - ein rheinischer Gartenkünstler« haben die beiden Autoren, Rosemarie Vogelsang und Reinhard Lutum, zwei aktive Mitglieder des Regionalverbandes Düsseldorf-Mettmann-Neuss, Leben und Werk des Weyhe-Sohnes erstmals aufbereitet und zusammengestellt. Dieses liebevoll gestaltete Buch, erschienen im Verlag Grupello, wird hoffentlich zur Identifikation und vor allem zur Rettung oder zum weiteren Erhalt von Anlagen des Joseph Clemens Weyhe beitragen.
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Heike Schoog, Rheinische Post, Lokalredaktion Meerbusch, 19. Dezember 2011 Ein rheinischer Gartenkünstler
Die Kunsthistorikerin Dr. Rosemarie Vogelsang und Denkmalpfleger Reinhard Lutum haben ihr Buch über Joseph Clemens Weyhe, Gestalter des Parks Haus Meer, im Benrather Schloß vorgestellt.
Der Zeitpunkt ist gut getroffen. Die Zukunft des Parks Haus Meer steht erneut zur Diskussion. Geht es nach dem Planungsdezernenten, könnte dort bald ein kleines, aber sehr feines Hotel auf den Grundrissen des ehemaligen Schlosses entstehen. Kritiker einer kommerziellen Nutzung bleiben trotz aller Versicherungen, der Park bleibe öffentlich, skeptisch. Sie sehen den historischen Park, gestaltet nach den Plänen des Gartenkünstlers Joseph Clemens Weyhe, in Gefahr. In dieser Situation kommt die Veröffentlichung von Kunsthistorikerin Dr. Rosemarie Vogelsang und Architekt Reinhard Lutum (Denkmalpfleger der Stadt) gerade recht. Sie haben Joseph Clemens Weyhe (1807 bis 1871) ein gut 260 Seiten starkes Buch gewidmet, das seine Gärten und Parks im Rheinland ins rechte Licht rückt.
»Wir wollen zeigen, daß er nicht nur den Park von Haus Meer gestaltet hat, sondern daß die historische Anlage Teil seines umfangreichen Lebenswerks ist«, sagt Lutum. Viele seiner Pläne seien lange Zeit seinem Vater Maximilian Friedrich zugeschrieben worden. Auch dieser Beziehung ist ein Kapitel gewidmet.
Zehn Jahre lang haben die beiden Meerbuscher für das Buch recherchiert, haben private und öffentliche Archive aufgesucht, sind Parks abgelaufen, haben Ausstellungen besucht, sich mit Kollegen ausgetauscht – immer auf der Suche nach der typischen Handschrift von Joseph Clemens Weyhe. »Er war ein Künstler«, sagt Vogelsang, die ihren »Joseph« ins Herz geschlossen hat und für dessen Würdigung kämpft. »Er hat als einer der Ersten Gartenpläne in Aquarell gemalt«, sagt sie. Lutum, ein versierter Fachmann, weist auf die luftigere, konsequentere Gestaltungsart hin, die Joseph Clemens von der Arbeitsweise seines Vaters abgrenzt. »Das war auch eine Frage des Zeitgeistes«, erläutert er.
Mitte des 19. Jahrhunderts haben viele Industrielle rund um ihre repräsentativen Villen Privatgärten angelegt – einige hat Joseph Clemens gestaltet. 40 Anlagen werden ihm inzwischen zugeschrieben, lediglich fünf davon sind in ihrer Struktur noch erhalten. Von manchen steht nur ein Baum unter Überlandleitungen – traurige Beispiele, die die beiden Autoren auch in Text und Bild zeigen.
Grundlage für ihre Recherche war das »Manual über den Verkauf aus der Königlichen Baumschule zu Düsseldorf«. Dort haben Lutum und Vogelsang wichtige Hinweise gefunden, welche Bäume, zu welchem Preis wohin geliefert wurden. »Waren es viele, war dort ein Park zu vermuten«, so Vogelsang, die natürlich gleich den Hinweis auf das Von-der-Leyensche Anwesen in Meerbusch gefunden hat. Es wurde erst 1963 zum größten Teil verkauft.
Unterstützt wurden die Autoren vom Meerbuscher Geschichtsverein, vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege, finanziell vom Förderverein Haus Meer, von der Stiftung Schloß und Park Benrath sowie vom Landschaftsverband Rheinland.
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Angela Everts, Westdeutsche Zeitung, Düsseldorfer Kultur, 17. Dezember 2011 Josef Clemens Weyhe – ins rechte Licht gerückt
Rosemarie Vogelsang und Reinhard Lutum untersuchten die Spuren von Weyhes Sohn.
Im Bewußtsein der Düsseldorfer ist Josef Clemens Weyhe immer der Junior des allgewärtigen Maximilian Friedrich Weyhe. Wo immer der Name Weyhe zu entziffern ist, wird das Werk dem Vater zugeschrieben. Die nahtlose und vom Vater gezielt angestrebte Nachfolge des Sohnes als königlich preußischer Garteninspektor und der intensive Zusammenhalt der Familien Weyhe hat dazu beigetragen, daß Josef Clemens Profil bisher eher unscharf war. Bestes Beispiel: Auf dem Golzheimer Friedhof wurde dem Vater eine stattliche Säule gewidmet, an den Sohn erinnert nur eine erst im vergangenen Jahr restaurierte Tafel.
Die Meerbuscher Rosemarie Vogelsang und Reinhard Lutum haben das jetzt geändert. In akribischer rund zehnjähriger Arbeit haben sie das Wirken von Josef Clemens Weyhe aufgearbeitet. Herausgekommen ist ein reich bebildertes, über 250 Seiten dickes Buch, das nicht nur Werksverzeichnis ist, sondern gleichzeitig auch Biographie. Gemeinsam mit dem Verleger Bruno Kehrein vom Grupello Verlag wurde es jetzt im Benrather Gartenkunstmuseum vorgestellt.
Die Unterzeile »Ein rheinischer Gartenkünstler« umreißt den Wirkungsraum von Josef Clemens Weyhe. 40 größere und kleinere Anlagen zwischen Aachen und Schwerte hat er gestaltet, übrig geblieben sind allerdings nur fünf. Neben dem Park von Haus Meer, der überhaupt Anlaß für die Recherchen war, ist das der Lantz'sche Park in Lohausen, der Nordteil des Heltdorfer Schloßparks, der Bürgerpark des Barmer Verschönerungsvereins und der Park von Haus Villigst in Schwerte. Alle anderen Anlagen sind im Laufe von rund 150 Jahren überformt worden oder verschwunden.
Wie der Botanische Garten von Düsseldorf, den schon sein Vater südlich der Landkrone anlegte und für den Josef Clemens 1854 eigens für die Riesenseerose Viktoria regia ein kreisrundes Gewächshaus baute. Es war eines der ersten seiner Art und hatte gerade zwanzig Jahre lang Bestand. Dann mußte es dem Neubau des Schauspielhauses (heute Opernhaus) weichen. Ähnliches widerfuhr den Gärten am katholischen Marienhospital sowie dem evangelischen Krankenhaus am Fürstenwall, die beide verschwunden sind. Ebenso wie das Gärtchen hinter dem Schloß Jägerhof.
Auch die Baumschule am Flinger Steinweg (heute Schadowstraße), in der sich Weyhe den Nachwuchs an Gehölzen selbst heranzog, fiel sukzessive der Baulust besser gestellter Bürger zum Opfer. Friedrich Wilhelm Schadow baute hier (sein Vater hatte an dieser Stelle noch einen Apfelgarten). Aber auch Josef Clemens Weyhe wurde durch Privataufträge wohlhabend genug, um sich neben dem Goltsteinparterre niederlassen zu können.
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Angela Everts, Westdeutsche Zeitung, Lokalredaktion Meerbusch, 17. Dezember 2011 Die Ankündigung einer neuen Zeit
Reinhard Lutum und Rosemarie Vogelsang haben
ein Buch über Joseph Clemens Weyhe geschrieben.
Am Anfang stand Haus Meer. Als Rosemarie Vogelsang und Reinhard Lutum vor zehn Jahren begannen, etwas über den Schöpfer des Parks am ehemaligen Klostergebäude und Herrenhaus herauszufinden, um der Politik dessen Wert zu verdeutlichen, ahnten sie noch nicht, daß ihre Arbeit ein Jahrzehnt später in einem
umfangreichen Buch münden würde – in einem Buch
über einen lange unterschätzten Gartenkünstler, der nicht nur in Meerbusch seine Spuren hinterlassen hat, sondern im gesamten Rheinland.
Denn der Erbauer von Haus Meer, Friedrich Johann von der Leyen, konnte für die Gestaltung des Geländes rund um sein neues Herrenhaus den damaligen königlichen Garteninspektor Joseph Clemens Weyhe (1807-1871)gewinnen. Joseph Clemens war von seinem Vater systematisch als Nachfolger aufgebaut worden und galt zu seiner Zeit als begehrter Gartengestalter. Allerdings erinnert sich die Nachwelt kaum noch an ihn – für spätere Generationen blieb er immer im Schatten seines Vaters.
Das wollten Vogelsang und Lutum ändern – unter anderem, um zu beweisen, daß der Meerbuscher Park eben keine Kopie irgendeines schon von Maximilian Friedrich Weyhes gestalteten Parks ist, sondern eine gänzlich neue Schöpfung. »Joseph Clemens vertrat eine ganz andere Auffassung von Landschaftsgarten als sein Vater. Seine Anlagen sind lichter, in ihnen kündigt sich eine neue Zeit an«, hat Vogelsang nach intensivem Studium der Pläne herausgefunden. Einige Skizzen greifen sogar schon die Formen des Jugendstils voraus.
In den jahrelangen Recherchen hat sie sich zu einer ausgesprochenen Spezialistin entwickelt. Mittlerweile kann sie erkennen, wann die Pläne des Vaters vom Sohn überarbeitet wurden. Und weil der Vater schon bald die Begabung seines Sohnes erkannte, strebte er auch eine möglichst umfassende Ausbildung für ihn an.
Das Gärtnerhandwerk erlernte Joseph Clemens bei seinem Vater, gleichzeitig wurde er aber auch an die Düsseldorfer Kunstakademie geschickt, um dort Zeichnen und Malen zu lernen. In seinen Wanderjahren zog er mit dem Landschaftsmaler Carl
Friedrich Lessing durch die Eifel und die Ardennen. Die Durchsicht der von diesen
Touren mitgebrachten Skizzenbücher im Düsseldorfer
Stadtmuseum öffnete Vogelsang die Augen für die unterschiedlichen Stile. »Joseph Clemens zeichnete nicht, er aquarellierte.« Auf die Spur der von Joseph Clemens gestalteten Anlagen – insgesamt 40 an der Zahl, von denen allerdings nur
noch fünf in ihren ursprünglichen Strukturen erhalten sind – kam sie durch die Annalen der Düsseldorfer Baumschule, die Joseph Clemens Weyhe als Hofgärtner akribisch geführt hat. »Wenn irgendwohin mehrere Dutzend Bäume geliefert wurden, dann mußte an dieser Stelle ein Park entstehen«, so ihre Schlußfolgerung. Über diese Orte versuchte sie möglichst viel herauszubekommen.
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Birgit Wanninger, Rheinische Post, 16. Dezember 2011 Gartenkunst fürs Schloß
Rosemarie Vogelsang und Reinhard Lutum stellten ihr Buch über den Gartenkünstler Joseph Clemens Weyhe im Schloß Benrath vor. Auch die Briefe an Vater Maximilian Weyhe sind inzwischen übersetzt.
Durch einen Zufall haben sich Gabriele Uerscheln und Rosemarie Vogelsang kennengelernt. Vor ein paar Monaten hat die Stiftung Schloß und Park Benrath 64 Briefe gekauft, die an den Gartenarchitekten Maximilian Weyhe adressiert sind. Museumschefin Gabriele Uerscheln wollte die Briefe »übersetzen« lassen.
Sie sprach darüber mit einem Lektor des Düsseldorfer Grupello Verlags. Und der wurde hellhörig. Denn die Meerbuscher Kunsthistorikerin und Denkmalschützerin Rosemarie Vogelsang schrieb gerade an einem Buch über Joseph-Clemens Weyhe, den Sohn von Maximilian. Uerscheln nahm daraufhin mit der Meerbuscherin Kontakt auf.
Ein paar Tage später kam Vogelsang ins Schloß und hielt zum ersten Mal die Briefe in der Hand. Und da war die 81-Jährige den Tränen nahe. Denn sie hatte ausgerechnet einen Brief als erstes gelesen, in dem von der Schwangerschaft von Wehyes Frau die Rede ist. »Der kleine Joseph-Clemens ist unterwegs«, sagte sie gerührt. Inzwischen ist das Buch über den jüngeren Weyhe fertig. Druckfrisch stellte Rosemarie Vogelsang gemeinsam mit Reinhard Lutum, dem zweiten Autor des Buches »Joseph Clemens Weyhe - Ein rheinischer Gartenkünstler«, gestern im Schloß Benrath ihr Werk vor.
Joseph Clemens steht auch heute noch im Schatten des großen Maximilian Weyhe. »Einige seiner Arbeiten wurden sogar seinem Vater zugewiesen«, sagt Vogelsang, die sich seit zehn Jahren mit dem jungen Weyhe beschäftigt. Mit dem Buch haben die Autoren erstmals das Leben und Werk von Joseph Clemens Weyhe aufbereitet und zusammengestellt.
Und schon gerät die Kunsthistorikerin ins Schwärmen. Die Weyhes seien etwas ganz Besonderes gewesen, sagt sie. Angefangen hat sie mit ihren Recherchen, weil sie und der Meerbuscher Denkmalpfleger Lutum sich um den Erhalt des Parks von Haus Meer bemühen - einer von fünf noch bestehenden Gärten von Joseph Clemens. Dabei erwies sich das »Manual über den Verkauf der Königlichen Baumschule zu Düsseldorf« als Hauptquelle. Inzwischen kennen die Autoren nicht nur Eichen, Buchen und Kastanien, sondern jede Menge exotischer Bäume und Pflanzen, die Weyhe akribisch als Garteninspektor in seinem Buch festgehalten hat. Er notierte die exakten Lieferdaten, Namen der Besteller und die Bestimmungsorte für die zu liefernden Pflanzen mit Stückzahlen und Preisen. Adressaten waren unter anderem zahlreiche rheinische Industriebarone. Was die Arbeit mühsam machte: Wehye hatte eine schwer zu lesende Schrift. Doch Rosemarie Vogelsang ist es gelungen, das Buch zu entziffern.
Das gilt auch für die Briefe an Maximilian Weyhe, die Vogelsang gestern übersetzt an Gabriele Uerscheln übergab. Die Museumschefin wird sie über die Feiertage lesen und über eine Publikation nachdenken. Grupello-Verleger Bruno Kehrein hat schon Interesse an einer Veröffentlichung gezeigt. Außerdem soll ein Teil der Briefe im Schloß präsentiert werden.
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