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Frank Becker, musenblaetter.de, 29. Oktober 2009
Köstliches Vergnügen und leises memento mori
Von Knickebühl bis Entenbrecht


Christian Morgenstern, Joachim Ringelnatz, Peter Paul Althaus, na – klingelt schon etwas? Weiter: Wendelin Überzwerch, Moritz Jahn, Fritz Graßhoff, Richard Schiess und – richtig: Joachim Klinger. Was diese Namen verbindet, ist die hohe Kunst einer heiter-ironischen, skurrilen bis parodistischen Lyrik. Joachim Klinger setzt noch eins drauf, indem er seine Gedichte von Fall zu Fall mit spitzer Feder illustriert. Einige seiner Bücher konnten wir hier schon vorstellen und Joachim Klinger sogar als Mitarbeiter der Musenblätter gewinnen. Ein Gewinn im reinsten Sinne. Unsere regelmäßigen Leser kennen daher sowohl den Lyriker als auch den Prosa-Autor sowie den Zeichner Joachim Klinger, der gelegentlich auch seine Reiseberichte mit stimmungsvollen Zeichnungen ausstattet. Seine Sonntags-Bildergeschichten um »Julle und Vatz« gehören zu den beliebtesten Serien in den Musenblättern.
    Heute kann ich Ihnen eine nagelneue Sammlung von Gedichten und Parodien vorstellen, die bewährt wieder im Grupello Verlag erschienen ist: »Pegasus und Flügelschwein«. Ein Buch mit Lach- und Schmunzelfaktor, das in acht Kapitel eingeteilt einmal mehr Beleg für Joachim Klingers tiefen Humor und seine intime Kenntnis deutscher Dichtung ist - und eine weitere Perle in der Reihe seiner Veröffentlichungen. Wir nehmen mit den neuen Gedichten - einige gab es bereits als Vorabdruck und Erstveröffentlichung in den Musenblättern - wieder die Spur seiner Paten Ringelnatz und Morgenstern auf, besuchen Wilhelm Busch, Robert Gernhardt, J.W. Goethe und Ror Wolf, den großen Kabarettisten Werner Finck und Fritz Graßhoff, den Erfinder der Halunkenpostille. Mit Klingers Büchern spazieren wir nicht nur amüsant durch den Garten der grotesken deutschen Lyrik, seine überaus klugen Verse sind neben köstlichem Vergnügen auch liebenswerte Lebenshilfe und leises memento mori.
    Die Tagtigall und die Duckmaus, das Flügelschwein und der Zipferlak begegnen zwischen Knickebühl und Entenbrecht und zwischen den Buchdeckeln auf 173 ergiebigen Seiten Palmström, Korf, Dr. Enzian und vielen anderen lieben Bekannten - ein lyrisches Gipfeltreffen mit Witz und Verve. Daß bei einem gescheiten Autor angesichts der Weltlage auch ein gewisser Pessimismus eine Rolle spielen muß, liegt auf der Hand. Das Buch gehört unbedingt auf den Nachttisch, um nach des Tages Müh' allabendlich zum Ausgleich eine gute Portion Heiterkeit mit einem Schuß Klugheit in den verdienten Schlaf mitnehmen zu können.

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Joachim Klinger: »Pegasus und Flügelschwein.
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