Zurck zu : 100 Jahre Dsseldorf linksrheinisch

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Dsseldorfer Jahrbuch 80 (2010), 18. August 2010
Besprechungen im Dsseldorfer Jahrbuch

Die Eingemeindung der Gemeinde Heerdt mit Oberkassel nach Dsseldorf 1909 war Anla fr das Erscheinen mehrerer Verffentlichungen. Im vergangenen Jahr erschien im Dsseldorfer Jahrbuch 79, 2009, der Beitrag von Norbert Schlomacher, Nun fliet der Rhein durch Dsseldorf und nicht mehr an Dsseldorf vorbei! Die Eingemeindung der Brgermeisterei Heerdt nach Dsseldorf im Jahr 1909 (S. 287-310), auch konnte der siebte Band der Reihe Band Heerdt im Wandel der Zeit (Kniglich-preuische Brgermeisterei Heerdt am Rhein 100 Jahre eingemeindet) vorgestellt werden, der der Eingemeindung (aus Heerdter Sicht) gewidmet war. Nun ist eine aus diesem Anla entstandene Geschichte des linksrheinischen Dsseldorf vorzustellen, in der der Verf., langjhriger Leiter des Presseamtes der Stadt Dsseldorf, nicht nur, wie der Titel vermuten lsst, die letzten 100 Jahre, sondern die Ereignisse der gesamten Zeit von den Anfngen an, sozusagen von der Rmerzeit, bis heute erzhlt, allerdings mit Schwerpunkt auf den Jahrzehnten um die Eingemeindung. Er tut dies, indem er wirklich im positiven Sinne Geschichte erzhlt, in einer einprgsamen, plakativen Sprache, in kurzen Stzen, in einer etwas essayhaften, distanzierten Darstellung. Er geht von den ersten Nennungen aus, beschreibt die Besitzverhltnisse im Mittelalter, die territorialen Bedingungen und Zugehrigkeiten, die Schwierigkeiten, die durch die Lage am Strom, vor allem bei Hochwasser gegeben war, die Notwendigkeit fr die bergischen Frsten, auf dem Oberkasseler Ufer eine Befestigung (Dsselburg) anzulegen, die Franzosenzeit, das Anwachsen der Gemeinde in der Preuenzeit mit den kirchlichen und schulischen Entwicklungen, das drfliche Leben und schlielich die Industrialisierung und die Begehrlichkeiten der Nachbarstdte in Bezug auf die Landgemeinden in der Rheinschleife. Dargestellt werden die Verkehrsverbindungen, die Straen und Eisenbahnen, die durch die Gemeinde und an ihr vorbeigelegt wurden, das Projekt Mulvanys, der bei Heerdt einen Rheindurchstich plante, die Umgestaltung Dsseldorfs, dann der Brckenbau durch die Rheinbahn, die Erschlieung Oberkassels, die sich hinziehenden Eingemeindungsverhandlungen und der Vertrag, die Rolle der Stadt Neuss, der weitere Ausbau des Linksrheinischen, der Erste Weltkrieg und die Besatzungszeit mit der Abtrennung bis hin zur Zerstrung im Zweiten Weltkrieg und zum Wiederaufbau, zur Brckenfamilie von Friedrich Tamms und der Bildung eines eigenen Stadtbezirkes 1975.
Durch die lockere, im Ganzen leicht lesbare Darstellung haben sich einige Ungenauigkeiten und Fehler eingeschlichen, die sicherlich in einer weiteren Auflage bereinigt werden. Leider beschrnkt sich die beigegebene Literaturliste auf eine Auswahl, auch htte man sich manchmal einen Quellennachweis gewnscht, um die ein oder andere Aussage verifizieren zu knnen. Der attraktiv gemachte Band ist durch zahlreiche Karten, Plne, Abbildungen und Dokumente angereichert.


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Hans-Joachim Neisser: »100 Jahre Dsseldorf linksrheinisch«




Heinrich Spohr, Jan Wellem. Jg. 84 (3/2009), 01. August 2009
100 Jahre Dsseldorf linksrheinisch

Die Vereinigung der Landgemeinde Heerdt mit den Orten Heerdt, Ober-Cassel, Nieder-Cassel und Lrick auf der Halbinsel, genauer innerhalb des Rheinmanders gegenber Dsseldorf mit der Stadt Dsseldorf, die Vorgeschichte, die nicht in die Wagschale fallenden historischen Zusammenhnge mit dem kurklnischen Neuss, die preussische Rheinuferbefestigung, die Rolle Brgermeisters Nikolaus Knopps, die Industrialisierung, die Brckenschlge, die stdtebauliche Gestaltung und Bebauung, Kriegs- und Nachkriegszeit und das Heute sind Themen der 100 Jahre, denen Neisser intensiv nachgeht: eine Fundgrube lebendiger Historie des linksrheinischen Dsseldorf.

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Rhein-Bote, 13. Mai 2009
100 linksrheinische Jahre auf 190 Seiten

Der Band ist dennoch rechtzeitig zum 100. Jahrestag der Eingemeindung der Brgermeisterei Heerdt mit ihren Orten Oberkassel, Niederkassel, Lrick und Heerdt fertig geworden.
Die Fakten: Das Buch mit dem Titel 100 Jahre Dsseldorf linksrheinisch oder wie Dsseldorf ber den Rhein kam umfat 190 Seiten mit 70 farbigen Abbildungen und Karten und ist im Grupello-Verlag erschienen.
Der Inhalt: In zehn Hauptkapiteln erzhlt Neisser die Geschichte der historischen Entwicklung, die zum Sprung Dsseldorfs ber den Rhein fhrte. Dabei beschrnkt sich der Autor nicht auf lokale Prozesse. Der gelernte Journalist schrft historisch tief und beschreibt die Einflsse und Entwicklungen im gesamten Siedlungsdreieck Dsseldorf, Bderich und Neuss seit dem Mittelalter. Besondere Aufmerksamkeit widmet Neisser dabei dem Rhein, der die Grenze zwischen Kurkln und dem bergischen Land bildete.
Neben den groen Linien spielt im Buch auch die Entwicklung vor Ort eine groe Rolle. Die zeichnet der Autor mit Detailfreude, fakten- und kenntnisreich nach. Neisser, der selbst im Linksrheinischen wohnt, hat dabei auch jngste Entwicklungen und Ereignisse eingearbeitet.
Alles zusammen lt sich bis zum Schlu allem Tiefgang zum Trotz auch deshalb locker lesen, weil der ehemalige Spezialist fr Kommunalpolitik sein Handwerk im Pensionsalter nach wie vor perfekt beherrscht.


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Das Tor (sch-r), 01. Mai 2009
Der Sprung ber den Strom, eine Erfolgsgeschichte

Unter den Taten Jan Wellems ist im Gedenkjahr 2008 zum 350. Geburtstag eine zu wrdigen vergessen worden: Er griff als erster Dsseldorfer Herrscher ber den Rhein und errichtete 1689 am Oberkasseler Ufer, auf dem Territorium des Klner Erzbischofs, einen Sttzpunkt, das Fort Dsselburg, auch Rheinschanze genannt. Der militrische Vorposten, der die Residenzstadt vor Beschieungen ber den Rhein schtzen sollte, bestand aber nur bis 1720.
        Es sollte bis 1909 dauern, bis Dsseldorf tatschlich seine Stadtgrenze ber den Strom hinaus nach Westen vorschieben konnte. Vor hundert Jahren gewann die Stadt durch Eingemeindungen unter anderem ihre linksrheinischen Stadtteile hinzu: Heerdt, Ober- und Niederkassel, Lrick. Nun bietet dieses Jubilum die Gelegenheit, auch an die Episode von Jan Wellems Fort zu erinnern.
        Sie ist Teil einer grndlichen Darstellung der Stadtgeschichte im Lichte jenes Landgewinns und seiner groen Folgen fr die Stadtentwicklung. Das Buch zum Jubilum 100 Jahre Dsseldorf linksrheinisch - oder wie Dsseldorf ber den Rhein kam wurde verfat von Hans-Joachim Neisser, Journalist und ehemals Leiter des stdtischen Presseamtes - und bekennender Oberkasseler. Zeitlich und geografisch greift er mit seinem Werk weit hinaus ber das vergangene Jahrhundert und die Grenzen des Stadtbezirks 4, bettet sein Thema ein in gesamtstdtische Entwicklungen und europische Dimensionen.
        Schon die technischen Anstrengungen zur berwindung des Stroms - berbefestigung, Brckenbau - lassen jene Eingemeindung spektakulrer erscheinen als den gleichzeitigen Zuwachs durch andere Ortsteile, Die 1898 erffnete Oberkasseler Brcke und der Bau einer Schnellbahnverbindung bis Krefeld sowie die Siedlungspolitik der Rheinischen Bahngesellschaft mit dem Verkauf von Bauland schufen die Voraussetzungen fr eine rasante Entwicklung, der sich die frher eher nach Neuss orientierte Brgermeisterei Heerdt nicht verschlieen konnte. Letzte, zum Teil erbitterte Widerstnde gegen die Eingemeindung wurden von der Berliner Regierung zurckgewiesen. Einem Emporkmmling macht man es nie leicht, schreibt Neisser ber Dsseldorf und ber so manches politische Tauziehen mit den regionalen Nachbarn.
Bei allen politischen, stdtebaulichen und wirtschaftlichen Aspekten hat der geschichtliche Sprung ber den Rhein aber auch eine ideelle, ja fast psychologische Seile. ber Jahrhunderte war der Rhein mit seinen Hochwassern und als offene Flanke der Stadtbefestigung (nach der Erfindung weitreichender Kanonen bot er keinen Schutz mehr) von den Dsseldorfern als bedrohlich wahrgenommen worden, die Stadt hatte sich von ihm weg entwickelt. Mit dem linksrheinischen Zugewinn aber setzte ein Umdenken ein. Neissers Fazit: Das ist der wohl grte Erfolg dieser 100 Jahre - Dsseldorf hat den Rhein in die Mitte genommen, ihn eingeschlossen ins Herz der Stadt.
        Neben aller historischen Sachkunde bedeutet Neissers journalistische Professionalitt fr das Buch einen zustzlichen Vorzug; er schreibt lebendig und spannend und gliedert die Flle des Stoffs immer wieder durch Zusammenfassungen, setzt einleuchtende Pointen.


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Der Derendorfer, 01. Mai 2009
Die Stadt, die Ende des 13. Jahrhunderts am rechten Ufer des Rheins gegrndet worden war, hatte sich vom Strom weg entwickelt. Die Eingemeindung der vier linksrheinischen Stadtteile vom 1. April 1909 war keine bloe Ausweitung des Dsseldorfer Territoriums. Mit dem Sprung ber den Rhein gelang Dsseldorf vielmehr ein bedeutender Entwicklungsschritt. Mit 100 Jahre Dsseldorf linksrheinisch vermittelt HaJo Neisser interessierten Brgerinnen und Brgern ein schnes Stck Stadtgeschichte.

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Infoletter, 01. April 2009
100 Jahre Dsseldorf linksrheinisch

Am 1. April 2009 jhrt sich die Eingemeindung des linksrheinischen Stadtgebiets zum 100. Mal. Die Literatur ber das linksrheinische Dsseldorf befat sich bisher vorwiegend mit dem Stadtteil Oberkassel. Die neu im Grupello-Verlag herausgegebene Publikation 100 Jahre Dsseldorf linksrheinisch oder wie Dsseldorf ber den Rhein kam beschftigt sich neben der Geschichte Oberkassels nun auch mit der alten Brgermeisterei Heerdt mit den weiteren Siedlungsgebieten Lrick, Niederkassel und Oberkassel in Wechselwirkung mit dem rechtsrheinischen Dsseldorf.
Autor des im Grupello-Verlag herausgekommenen Bandes ist der ehemalige langjhrige Leiter des Dsseldorfer Amtes fr Kommunikation, Hans-Joachim Neisser, der bereits seit fast fnf Jahrzehnten mit Familie im linksrheinischen Oberkassel lebt. Im vergangenen Jahr hatte er sich auf den Weg gemacht, mal zu Fu, mal per Fahrrad, um umfassend zu Dsseldorf linksrheinisch zu recherchieren und die Archive der Stadt zu durchstbern.

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IHK Magazin, 01. April 2009
Wie Dsseldorf ber den Rhein kam

Am 1. April 1909 wurden die linksrheinischen, einstigen Bauerndrfer Heerdt, Lrick, Niederkassel und Oberkassel ins Stadtgebiet Dsseldorf eingemeindet. Das Buch 100 Jahre Dsseldorf linksrheinisch - oder wie Dsseldorf ber den Rhein kam zeigt, da dies keine bloe Ausweitung des Territoriums der heutigen Landeshauptstadt war. Vielmehr gelang der Stadt, die im 13. Jahrhundert am rechten Rheinufer gegrndet worden war, so ein bedeutender Entwicklungsschritt.

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WZ (Helga Meister), 26. März 2009
Querelen entlang des Flues

Die 100-Jahr-Feier der Eingemeindung Oberkassels nach Dsseldorf fhrt zu einer Flle neuer Druckerzeugnisse. Der Brgerverein Heerdt trug alle Details der Brgermeisterei Heerdt zusammen, der Verkehrs- und Verschnerungs-Verein (VVV) brachte die schnsten Bildbnde heraus. Nun schiebt der pensionierte Pressesprecher der Stadt, Hans-Joachim Neisser, 188 Seiten hinterher. Er beginnt beim Rhein, der fast 600 Jahre lang die Grenze zwischen Kurkln und den Bergischen Herzgen bildete. Geschickt spielt der brillante Schreiber Neuss gegen Dsseldorf, die Preuen gegen die Kirchenfrsten aus. Er nimmt dabei wenig Rcksicht auf die Befindlichkeiten von Brgervereinen und Stadtspitzen.
Neisser liebt die knappen Formulierungen. Die Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit rafft er in zwei Stzen zusammen: Kln beherrschte den Niederrhein, seine Kaufleute den Handel, seine Erzbischfe das Land. Neuss verstand sich als getreue Tochter der heiligen Kirche von Kln . Welcher Neusser hrt solche Worte gern? Aber Neisser setzt noch eins drauf: Das Kirchspiel Heerdt war Neusser Hinterland. Die btissin des Neusser Quirinus-Stiftes bezog wesentliche Einknfte aus dem Kirchspiel Heerdt.
Die Querelen auf der linken und rechten Rheinseite sind vorprogrammiert. Sie beginnen mit Herzog Adolf von Berg, der das Recht auf eine Verbindung von der Dsseldorfer Altstadt nach Oberkassel vergibt, obwohl doch der Klner Erzbischof fr das Fhrprivileg zustndig ist und den Neussern den berweg sdlich vom heutigen Hamm sichert. Hauptfigur im Krftespiel zwischen Kln/Neuss und Dsseldorf ist fr Neisser Jan Wellem, der reichstreue Herrscher. Er lt 1689 das Oberkasseler Ufer befestigen und das Fort Dsselburg linksrheinisch errichten. 1699 holt er sich aus Mannheim das Modell einer Fliegenden Brcke und verankert sie im Strom. Das hat wirtschaftspolitische Folgen, denn die linksrheinischen Bauern entdecken den Dsseldorfer Markt. Jan Wellems Nachfolger bauen den Sprung ber den Rhein allerdings nicht aus.
Neisser korrigiert das schlechte Image der Preuen im Rheinland: Preuen habe die Wacht am Rhein bernommen. Das heit fr ihn: Erstmals sind beide Seiten des Rheins unter einem Knig und einer Verwaltung vereint. Die Preuen meinen es gut mit Dsseldorf, sie leiten einen radikalen Wechsel ein. So sorgt der preuische Knig Friedrich Wilhelm III. bei seiner Huldigung in Aachen fr den ersten gemeinsamen Auftritt von Reprsentanten rechts und links des Rheins.
Seit dem Wiener Kongress ist der Rhein ein internationales Gewsser, womit historische Privilegien wie die Rheinzlle abgeschafft werden. Seit 1823/24 wird Dsseldorf Tagungsort der Provinzialstnde. Was 1380 mit der Bestimmung zur Hauptstadt des Herzogtums Berg begonnen hatte, von Jan Wellem glanzvoll ausgefhrt und 1806 unter Napoleon besttigt wurde, setzt sich nun fort, die Entwicklung Dsseldorfs zur Landeshauptstadt. Der Rest ist bekannt: 1896 grnden potente Industrielle unter Heinrich Lueg die Rheinische Bahn-Gesellschaft AG, kaufen Land in der Brgermeisterei Heerdt und bereiten die Eingemeindung vor.


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Rheinische Post (bro), 21. März 2009
Neues Buch ber das Linksrheinische

Jan Wellem kannte den Wert des Linksrheinischen fr Dsseldorf. Deshalb lie er gegenber der Altstadt eine kleine Festung errichten, um seine Residenzstadt vor Angriffen zu schtzen, stationierte dort zudem eine moderne Fhre, um Verkehr und Handel ber den Rhein zu verbessern. Bei den Feiern im Jan-Wellem-Jahr war davon aber keine Rede. Das war berraschend fr Hans-Joachim Neisser, der in seinem Buch 100 Jahre Dsseldorf linksrheinisch die Geschichte der Landgemeinde Heerdt und ihre Bedeutung fr Dsseldorf aufgearbeitet hat.
    Um das besondere Verhltnis zwischen dem rechts- und linksrheinischen Dsseldorf zu erklren, hat er die Entwicklung der Stadtteile in grere Zusammenhnge eingeordnet. Das Kirchspiel Heerdt war zum Quirinusstift in Neuss und damit nach Kln hin orientiert. Der Rhein war eine natrliche Grenze, die erst die Preuen auch im Interesse der Industrie berwinden wollten. Da kam das Angebot des Industriellen Lueg
gerade recht, eine elektrische Schnellbahn samt Oberkasseler Brcke nach Krefeld zu bauen. Als Gegenleistung fr die Finanzierung bekam er Grundstcke fr Huser - die Wohnstadt Oberkassel entstand. Hans-Joachim Neisser versteht es, solche grundlegenden Fakten mit detaillierten Schilderungen gut zu ergnzen und so ein umfassendes Bild.


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NRZ (ups), 21. März 2009
Mit flotter Schreibe durch die Historie

Geschrieben hat er immer schon: Erst fr eine Tageszeitung, dann fr das Presseamt der Stadt. Jetzt lebt Hans-Joachim Neisser (70) im Ruhestand und hat sein erstes Buch verfat Unter dem Titel 100 Jahre Dsseldorf Linksrheinisch erscheint es Mitte nchster Woche im Grupello Verlag.
    Seine flotte Schreibe macht das Geschichtsbuch lesenswert, dank fundierter Kenntnisse schreckt er auch vor Fettnpfchen nicht zurck. Bisher hat jeder Ortsteil seine eigene Geschichte geschrieben. Und das mit Hingabe , sagt Neisser. Aber es habe bisher kein zusammenhngendes Werk gegeben.
    Nun ist es da, das Buch fr die linksrheinischen Stadtteile. Und alle sollen sich darin wiederfinden. Der Autor hat beim Schreiben so viel gelernt, da er gern auch mal den Heimatkunde-Unterricht bernehmen wrde. Jedenfalls in der Schule meiner Enkel , wie er schmunzelnd hinzufgt.
    Vater Rhein, der unberechenbare, spielt in dem Buch natrlich die tragende Rolle. Mit der Eingemeindung vor 100 Jahren habe die Stadt den Rhein in ihre Mitte genommen und ins Herz geschlossen.
    Nachzulesen ist aber auch, da schon Jan Wellem (17. Jahrhundert) die Rheinwiesen befestigen lie, um die Stadt vor Angreifern zu schtzen. Aus Mannheim lie er spter eine robuste Fhre holen, um eine fliegende Brcke ber den Strom zu schlagen. Das habe ihn am meisten berrascht, sagt der Autor, da die Rolle Jan Wellems bei der Entwicklung Oberkassels in Dsseldorf so wenig gewrdigt wird.
    Und heute? Man diskutiere gern in Oberkassel, wei Neisser, der seit fnfzig Jahren dort zu Hause ist: Da ist schon manches Problem auf der Strecke geblieben. Und nicht nur die Bezirksvertreter fragen sich, wie es am Barbarossa-Platz (mit der Quartiersgarage) weitergeht

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Rheinische Post, 07. Januar 2009
Geschichten aus dem Linksrheinischen

ber den Titel sind sich Jochen Neisser und Bruno Kehrein vom Grupello Verlag schnell einig gewesen: Hundert Jahre Dsseldorf linksrheinisch heit das Buch, das Mitte Mrz erscheinen soll. Wie die Stadt ber den Rhein kam, knnte der Untertitel lauten, meint der langjhrige Sprecher der Stadt, Jochen Neisser, der seit Jahren auf der anderen Seite des Rheins wohnt, nmlich mit kurzer Unterbrechung seit 1959.
Neisser wohnt in Oberkassel, und auch sein Verleger kennt diesen Stadtteil sehr gut. Da war die Idee schnell geboren, etwas ber die ehemalige Brgermeisterei Heerdt, zu der noch Lrick (damals noch Oberlrick), Ober- und Niederkassel gehrten, in Buchform zu bringen. Denn erst 1909 kamen die Ortsteile der anderen Rheinseite zu Dsseldorf. Bisher fehlte ein Gesamtbild ber das Linksrheinische, sagt Neisser, der sich schon lange mit dem Thema beschftigt, aber erst nach seiner Pensionierung Zeit fand und sich auf Spurensuche begab.
Man denkt viel zu wissen, und pltzlich entdeckt man immer wieder Neues, berichtet er ber seine Arbeit.
Ende 2007 hat er damit begonnen, in Archiven zu arbeiten, hat sein eigenes Material durchstbert und war immer wieder auf Tour. Zu Fu und mit dem Fahrrad, erzhlt Neisser, der heute fast jede Ecke im Linksrheinischen kennt. Wenn der Rhein sich um 1300 nicht von Neuss entfernt htte, gehrten wir heute nicht zu Dsseldorf, sagt Neisser. Die Unterschiede zwischen dem Bergischen Dsseldorf und dem klnischen Herrschaftsbereich mit Neuss und dem Linksrheinischen macht er unter anderem deutlich. 200 Seiten sind bei diesem historischen Abriss zusammengekommen. Die letzten Passagen hat Neisser am Wochenende geschrieben. Im Sommer hat sich der gelernte Journalist sogar eigens ein Laptop gekauft.
Jetzt liegt die Arbeit beim Verlag. Die Fotos sind ausgesucht, der Text mu gesetzt werden, und Verleger Bruno Kehrein ist berzeugt, da das Buch Mitte Mrz erscheint.


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