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Rheinische Post, 10. Juni 2009 Rhythmus und Struktur
Der in Düsseldorf lebende Dichter Wolfgang Reinke (Mitglied im Schriftstellerverband) stellt jetzt sein neues so genanntes »Offenes Buch« mit Gedichten und Kurzprosa vor. Wie bei den beiden vorigen kleinen Bänden wird der Leser stark gefordert; denn Reinke lockt ihn in unterbewußte Zusammenhänge, die durch Zeiten und persönliche Erfahrungen schweifen und sich öfter auch mit bekannten Namen auseinandersetzen; auch der Düsseldorfer Schauspielerin Stella Avni widmet er einen Erinnerungstext. Oben und unten, hinten und vorne, vorgestern und übermorgen vermischen sich so, daß es neugierig macht, solche reizvollen Netzwerke intellektueller Spielsucht nachzuvollziehen. Dabei geht Reinke mit Wort und Begriff äußerst wählerisch und oft auch befremdend um und bedient sich ebenso freier Rhythmen und Strukturen wie gereimter Texte; dabei baut der studierte Architekt teilweise die Sprache wie nach Maß. Manchmal schleust er auch englische Formulierungen ein, so etwa in seinen an Edmund Spencer orientierten Sonetten, die hohe Sprachkunst verraten.
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Wulf Noll, Westdeutsche Zeitung, 31. Oktober 2008 Eine Bilderreise durch Lyrik und Prosa.
Wolfgang Reinke hat seinen dritten Band veröffentlicht.
Freunde moderner und älterer Lyrik werden im neuen Buch von Wolfgang Reinke einen Fund machen: Sie stoßen auf kunstvolle Lyrik, rhythmische Prosa und einen meisterlich komponierten Sonettenkranz mit Schlußmagistrale. Reinkes dritter Lyrikband, wie die vorigen bei Grupello erschienen, trägt den sowohl schlichten wie vielversprechenden Titel »Offenes Buch. Lyrik und kleine Prosa«. Die Übergänge zwischen den Genres sind fließend, doch man merkt der Sprache an, wie lange an ihr geschliffen wurde. Der Autor nimmt uns mit auf eine »Bilderreise«, die modern und mythologisch zugleich ist. Bilder und Gegenbilder, Konkretes und Abstraktes mischen sich. Zuweilen spürt man das Bodenständige und die Wucht der Architektur, aber auch das Leichte des Gesangs.
Das neue Buch beweist noch größere Klasse als die früheren, damit wird Reinke zu einer ernstzunehmenden Stimme in der Lyrik. Wer seiner sonoren und melodischen Stimme lauschen will, hat dazu bei der Buchvorstellung heute um 20 Uhr, im VVV, San-Remo-Straße 6, die Gelegenheit.
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