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B.E., Das Tor, 01. März 2009
Ein Reformer der Baukultur in der jungen Republik

Der Architekt und Akademiedirektor Hans Schwippert (1899-1973), in seinem Wirken mit Düsseldorf eng verbunden, war hier fast vergessen, als ihn die Düsseldorfer Architektin und Designhistorikerin Agatha Buslei-Wuppermann wieder in Erinnerung rief. Sie promovierte 2006 »summa cum laude« am Fachbereich Architektur, Kunst-und Designwissenschaften der Bergischen Universität Wuppertal mit der Dissertation »Hans Schwippert - von der Werkkunst zum Design«. 2007 ist ihre Doktorarbeit als Buch erschienen (Herbert Utz Verlag, München). Im Dezember desselben Jahres gab die Stadt einer Straße in Oberbilk die Bezeichnung »Prof.-Schwippert-Straße«. Vor kurzem nun haben Buslei-Wuppermann und der Kunsthistoriker Andreas Zeising im Grupello Verlag Düsseldorf einen Band mit Schwippert-Texten herausgegeben.

Schwippert war in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg einer der wichtigsten Protagonisten des kulturellen Lebens der Bundesrepublik. Als Vorsitzender des Deutschen Werkbunds und Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie hat er auch als leidenschaftlicher Reformer und Pädagoge seine Zeit geprägt.
        Der Band versammelt Essays, Reden und Briefe von Hans Schwippert aus vier Jahrzehnten. Diskutiert werden Themen wie modernes Design und Baukunst, Kulturpolitik, die künstlerische Ausbildung und vieles mehr. In diesen Beiträgen zu künstlerischen und kulturellen Zeitfragen wird das Bewußtsein einer Epoche greifbar, die den Blick nach vorn richtete und zugleich bemüht war, dem moralischen und emotionalen Nachholbedarf des Menschen in der Moderne Rechnung zu tragen.
        Der Redner Hans Schwippert war für seinen persönlich gefärbten Vortrag bekannt. Sein Stil hat bis heute nichts von seiner Faszination eingebüßt. Mal rhetorisch ausgefeilt, mal salopp, erreicht er immer ein hohes Maß an Anschaulichkeit.
        Hans Schwippert, geboren 1899 in Remscheid, studierte Architektur an der TH Stuttgart bei Paul Schmitthenner; seit 1927 Lehrtätigkeit an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Aachen. Nach 1945 wirkte er von Düsseldorf aus als Architekt maßgeblich am Wiederaufbau mit. Unter anderem errichtete er 1948/1949 den Gebäudekomplex des ersten Deutschen Bundestages in Bonn, sein bekanntestes Werk. Manche seiner Ideen waren für Adenauers Geschmack viel zu kühn. Der Vorschlag, alle Parlamentarier in eine Runde zu setzen, wurde verworfen, es blieb bei der Anordnung der Plätze nach Art eines Unterrichtsraums. Aber hinter den Rednern die schwarzen Paneele, die für Millionen Fernsehzuschauer das Bild der jungen Demokratie mitgeprägt haben - das ist klassisches Schwippert-Design. Den Schreibtisch aber, den Schwippert für Adenauer entwarf, verbannte dieser in die Abstellkammer.
        Seit 1946 war Schwippert Professor an der RWTH Aachen und an der Kunstakademie Düsseldorf, deren Geschicke er in den Jahren von 1956 bis 1965 als Direktor lenkte, in Düsseldorf tragen unter anderem zahlreiche Kirchengebäude, ebenso die Akademie der Wissenschaften seine Handschrift. Er gestaltete auch Inneneinrichtungen und zeitlos schöne Gebrauchsgegenstände wie Mobiliar oder Essbesteck.
        Schwippert starb 1973 in Düsseldorf. Sein schlichtes Grabmal auf dem Nordfriedhof, eine Bank aus Granit, hat er auch selbst entworfen.




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Hans Schwippert, Agatha Buslei-Wuppermann (Hg.), Andreas Zeising (Hg.): »Vom Machen und Brauchen«




Rheinische Heimatpflege, 01. Februar 2009
Über den in Remscheid geborenen Düsseldorfer Architekten Hans Schwippert (1899-1973) ist im Grupello-Verlag ein Buch erschienen, das von Agatha Buslei-Wuppermann und Andreas Zeising herausgegeben wurde: »Vom Macher und Brauchen. Schriften zur Architektur und Gestaltung.« Schwippert war in den Jahrzehnten nach dem Zweiten
Weltkrieg einer der wichtigsten Protagonisten des kulturellen Lebens der Bundesrepublik. Als Vorsitzender des Deutschen Werkbunds und Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie hat Schwippert auch als leidenschaftlicher Reformer und Pädagoge seine Zeit geprägt. Auch mit der Stadt Aachen war Schwippert verbunden, an dessen Technischer Hochschule er lehrte, promoviert wurde und habilitierte. Architektur studierte er in den Jahren 1948/49 u.a. in Hannover. Nach 1945 wirkte er von Düsseldorf aus als Architekt maßgeblich am Wiederaufbau mit. Unter anderem errichtete er 1948 und 1949 den Gebäudekomplex des ersten Deutschen Bundestages in Bonn. Seit 1946 war er Professor an der RWTH Aachen und an der Kunstakademie Düsseldorf, deren Geschicke er in den Jahren von 1956 bis 1965 als Direktor lenkte. Hans Schwippert starb 1973 in Düsseldorf. Der Band versammelt Essays, Reden und Briefe von Hans Schwippert aus vier Jahrzehnten. Diskutiert werden Themen wie modernes Design und Baukunst, Kulturpolitik, die künstlerische Ausbildung und vieles mehr. In diesen Beiträgen zu künstlerischen und kulturellen Zeitfragen wird das Bewußtsein einer Epoche greifbar, die den Blick nach vorn richtete und zugleich bemüht war, dem moralischen und emotionalen Nachholbedarf des Menschen in der Moderne Rechnung zu tragen. Der Redner Hans Schwippert war für seinen persönlich gefärbten Vortrag bekannt. Sein Stil hat bis heute nichts von seiner Faszination eingebüßt. Mal rhetorisch ausgefeilt, mal salopp, erreicht er immer ein hohes Maß an Anschaulichkeit. Anläßlich des Kollegentags des Verbandes der Geschäftsführer deutscher Industrie- und Handelskammern, der im Oktober 1968 in Baden-Baden stattfand, hielt Schwippert den bekannten Vortrag »Über die Formgebung der Dinge«. Dieser wurde im Februar 1969 in »werkstatt forum 20. Texte für gestalterische Handwerker und Freunde des Handwerks Gruppe Kunsthandwerk Hannover« abgedruckt. Er ist dem Buch beigefügt.


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Hans Schwippert, Agatha Buslei-Wuppermann (Hg.), Andreas Zeising (Hg.): »Vom Machen und Brauchen«




David Kasparek, Der Architekt, 01. Februar 2009
Vom Machen und Brauchen
Schriften von Hans Schwippert


»Phantasie und Einfallsfreudigkeit, die gottlob und zu unserer Freude mehr denn unversiegbar erscheinen, möchte ich nicht schelten. Aber sie sind in den Dienst einer teuflischen Tüchtigkeit geraten, sie werden zur unerträglichen Reizsteigerung mißbraucht. Qualität wird mit Leistungsrekord verwechselt.«
    Was so aktuell klingt trägt der Architekt und Lehrer Hans Schwippert anläßlich des internationalen Ferienkurses der Technischen Hochschule Aachen 1955 vor. »Vom Machen und Brauchen« heißt dieser Aufsatz. Genau wie das Buch, das Agatha Buslei-Wuppermann und Andreas Zeising herausgegeben und mit kurzen und prägnanten Kommentaren versehen haben. Die Aufsätze, Vorträge und Briefe, von Schwippert aus der Zeit von 1930 bis 1973 ergeben zusammen mit diesen Kommentaren und einigen wenigen ausgesuchten Abbildungen ein dichtes Bild eines idealistischen und doch realitätsbezogenen Architekten und Hochschullehrers, dem nichts ferner ist, als der »Terror der Nützlichkeit«.
    Schwippert thematisiert allgemeines zur Gestaltung ebenso wie seine Vorstellung die Lehre und Ausbildung betreffend. Aus den Schriften geht so ein Bild voller Idealismus hervor, dessen Realitätsnähe auch heute nichts von seiner Aktualität verloren hat. Buslei-Wuppermann und Andreas Zeising ist ein unprätentiöses kleines Buch gelungen, das neben den inspirierenden Inhalten auch optisch angenehm unaufgeregt erscheint.

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Hans Schwippert, Agatha Buslei-Wuppermann (Hg.), Andreas Zeising (Hg.): »Vom Machen und Brauchen«