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In Rheinkultur, 01. Dezember 2008 Niederrhein-Quiz
Seinen Mitmenschen auf den Zahn zu fühlen, dabei Spaß zu haben und auch noch etwas zu lernen, das macht wohl den Erfolg der quadratischen Kästchen aus, die der Grupello Verlag zu regionalen Themen macht. Das Quiz kann mit zwei oder mehr Spielern gespielt werden. Diskussionen und das Austauschen von Anekdoten ergeben sich dabei ganz von selbst.
Was also wissen wir eigentlich über den Niederrhein? Wie viele Mühlen trieb die etwa 120 km lange Niers im 19. Jahrhundert an? Was hat Pilates mit dem Niederrhein zu tun? Der Autor Paul Eßer aus Mönchengladbach, der auch viel im Ausland gelebt hat, hat einen Blick von außen wie von innen auf die hintersinnige Landschaft mit Geschichte geworfen. Nach dem Erfolg seines ersten Niederrhein-Quiz erscheinen nun 100 weitere Fragen. Der Bogen spannt sich von Hanns Dieter Hüsch bis Heinz Harald Frentzen, von Adolph Kolping bis Napoleon, über Schloß Dyck und Neuss bis hin zu Kalkar und Xanten. Dabei werden u.a. Themen aus den Bereichen Geschichte und Politik, Kunst und Kultur, Wirtschaft, Sport, Brauchtum, Sprache aufgegriffen. Niederrhein-Quiz - 100 neue Fragen, 100 schlaue Fragen zum Thema Niederrhein.
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Birgitta Ronge, Rheinische Post, 11. Oktober 2008 Kennen Sie den Niederrhein?
Der Viersener Schriftsteller Paul Eßer hat ein neues Quiz mit Fragen aus der Region entwickelt. Heimatfreunde finden darin viele Anekdoten und auch so manches Ausflugsziel.
Dr. Paul Eßer ist ein Niederrhein-Kenner: Historie und Histörchen, die Sprache und die Identität der Niederrheiner sind die Steckenpferde, die den Schriftsteller, Autor, Dichter und pensionierten Lehrer aus Viersen immer wieder fesseln. Nun ist dem 69-Jährigen erneut ein Coup gelungen: Nach dem ersten ›Niederrhein-Quiz‹ 2006 ist soeben der zweite Teil erschienen - mit noch mehr kniffligen Fragen zur Region.
RP: Herr Dr. Eßer, wie kam es zu einem zweiten Niederrhein-Quiz?
Eßer: Ich schreibe seit Jahren über den Niederrhein, aber nichts hat bislang so ›eingeschlagen‹ wie dieses Quiz. Tausende von Spielen wurden verkauft. Viele Leute riefen auch bei mir an, wenn sie wegen einer Niederrhein-Frage mit anderen diskutierten. Da war mir eigentlich schon klar, daß ich einen zweiten Teil schreiben muß.
RP: Soll das Quiz solche Diskussionen am Spieltisch befördern?
Eßer: Das wäre mein Wunsch, ja. Vor allem aber hoffe ich, daß sich die Leute durch das Spiel stärker mit ihrer Umgebung auseinandersetzen, noch Unbekanntes kennen lernen und vielleicht auch am Spieltisch ins Plaudern geraten. Die Karten können auch ein Anstoß sein, über Reisen in andere Städte, Erfahrungen und Erinnerungen zu reden.
RP: Wie ist das Quiz aufgebaut?
Eßer: 100 Fragen befassen sich mit Themen wie Sport, bildende Kunst, Geschichte, Literatur - aus allen Ecken des Niederrheins. Da ist das Neusser Schützenfest ebenso vertreten wie die Niederrheinische Kaffeetafel, der Karnevals-Ruf ›Maak möt‹ oder Hanns Dieter Hüsch. Die Spielregeln sind einfach: Ein Mitspieler liest seinem Nachbarn die Frage vor, und wenn der sie richtig beantworten kann, bekommt er das Kärtchen. Gewonnen hat der, der die meisten Kärtchen hat.
RP: Sind die Quizfragen im zweiten Teil schwieriger als im ersten Spiel?
Eßer: Nein, die Fragen sind so formuliert, daß die Mehrheit der Spieler sie wohl auch beantworten kann. Für mich allerdings war das zweite Quiz ein wenig schwieriger zu schreiben als das erste. Es war gar nicht so leicht, ›Stoff‹ zu finden.
RP: Wie meinen Sie das?
Eßer: Der Niederrhein hat keine großen Sightseeing-Attraktionen. Es sind eher die kleinen, geheimen Schätze, die es zu finden gilt.
RP: Was würden Sie denn Besuchern zeigen, die zum ersten Mal herkommen?
Eßer: Die Schnitzaltäre, in der Nicolai-Kirche in Kalkar, Schwaam bei Wegberg mit den strohgedeckten Häusern und natürlich den Naturpark Maas-Schwalm-Nette.
RP: Nimmt die Heimatverbundenheit zu?
Eßer: Sicherlich. Die Anonymisierung in der Gesellschaft führt dazu, daß die Menschen diese Leere zu kompensieren versuchen, das ist am Niederrhein nicht anders als in anderen Gegenden. Viele sehnen sich nach einer Welt, die klein und für sie überschaubar ist.
RP: Was macht für Sie den ›typischen Niederrheiner‹ aus? Gibt es den überhaupt?
Eßer: Ich denke schon. Ich habe in Bremen und in Husum Abende an der Theke verbracht, ohne das ein Gespräch zustande kam. Der Niederrheiner ist anders: anpassungsfähig, fröhlich und redselig - ein ›Schwaadlapp‹ eben. In fünf Minuten erfährt man hier an der Theke ein ganzes Leben.
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