Zurck zu : Johan Thorn Prikker

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Dsseldorfer Jahrbuch 80 (2010), 18. August 2010
Besprechungen im Dsseldorfer Jahrbuch

Im Jahre 1924 schuf der niederlndische Knstler Johan Thorn Prikker, der von 1923 bis 1926 an der Dsseldorfer Kunstakademie das Fach Monumentalkunst unterrichtete, fr den Textilkaufmann Gustav Nahrhaft und seine Frau die Innenausstattung einer Gruft auf dem Nordfriedhof. Thorn Prikker, von dem auch die beiden groen Mosaiken in den Eckpavillons am Ehrenhof sowie Glasfenster im Treppenhaus des Kunstmuseums und in zahlreichen Kirchen z. B. in Wittlaer stammen, ist einer der bekanntesten expressionistischen Knstler von Glas- und Wandbildern, der durch seine abstrakt-geometrischen Kompositionen stilprgend geworden ist. In beeindruckenden Farbfotos zeigt das Bndchen das Mausoleum von auen und innen, gibt dabei die gesamte von Thorn Prikker geschaffene Innenausstattung, ein Gesamtkunstwerk aus Malerei, Mosaik und Glas, wieder und zeigt auch die beiden Stelen mit den Portrtkpfen des Bildhauers Johannes Knubel von Gustav und Hermine Nahrhaft. Anla fr den Band war, da das Mausoleum, das zu verfallen drohte, von Elke und Heinrich Riemenschneider wieder in Stand gesetzt worden ist, die dieses Kunstwerk auf diese Weise einer greren ffentlichkeit vorstellen. Melanie Florin hat eine Kurzbiographie von Johan Thorn Prikker beigesteuert, wobei sie besonders auf seine Zeit in Dsseldorf und das Mausoleum Nahrhaft eingeht.

Zurck zum Titel:
Melanie Florin: »Johan Thorn Prikker«




DJournal, 01. April 2010
Ein Mausoleum auf dem Dsseldorfer Nordfriedhof

Der niederlndische Knstler Johan Thorn Prikker (1868 1932) gilt als Erneuerer der monumentalen Wandmalerei und Mosaikkunst des beginnenden 20. Jahrhunderts. berdies revolutionierte er die traditionelle Glasmalerei. Von 1923 bis 1926 lehrte er an der Dsseldorfer Kunstakademie und hinterlie der Stadt an exponierter Stelle an den Bauten des Ehrenhofs zwei groformatige Wandmosaiken und im Foyerbereich ein Glasfenster.
   Im Auftrag des Textilkaufmannsehepaars Hermine und Gustav Nahrhaft schuf der Knstler 1924 die Innenausstattung fr ein Mausoleum auf dem Dsseldorfer Nordfriedhof ein wahres Gesamtkunstwerk aus Malerei, Mosaik und Glas, das sich sowohl aus geometrischen Kompositionen als auch szenischen Darstellungen zusammenfgt und ein bedeutendes Zeugnis fr die Kunst der 20er Jahre darstellt. Es ist eine festungsartige, nicht zugngliche Grabkammer.
    Seit 1991 steht diese unter der Patenschaft der Dsseldorfer Elke und Heinrich Riemenschneider, die sehr engagiert mit dazu beigetragen haben, da der bedenkliche Erhaltungszustand des Mausoleums behoben werden konnte. Um das bauliche Kleinod weiterhin vor dem Verfall zu schtzen, schlo das Ehepaar Riemenschneider 1991 mit der Stadt Dsseldorf einen offiziellen Patenschaftsvertrag ab, dessen 60jhrige Laufzeit mit der ersten Beisetzung beginnt.
    Melanie Florin, Dsseldorfer Autorin, gab jetzt im Grupello Verlag das Buch dazu mit dem Titel Ein Mausoleum auf dem Dsseldorfer Nordfriedhof heraus. Die Fotos stammen von Walter Klein.


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Melanie Florin: »Johan Thorn Prikker«




Rheinische Post, Ananda Milz, 08. Januar 2010
Einblicke ins geheime Mausoleum
Auf dem Nordfriedhof liegt ein berdachtes Grabmal, das sich das Ehepaar Nahrhaft 1924 erbauen lie. Mit der Innengestaltung wurde der niederlndische Knstler Johan Thorn Prikker betraut. In einem Bildband des Grupello-Verlags ffnet die verschlossene Grabkammer ihre Pforten.


Sicher, auf dem Dsseldorfer Nordfriedhof sind nicht so groe Namen wie Honor de Balzac, Frdric Chopin, Oscar Wilde oder Jim Morison in Stein gemeielt. Aber auch dort weht ein Hauch vom berhmten Pariser Friedhof Pre Lachaise. Verdienstvolle Dsseldorfer Persnlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur fanden hier ihre letzte Ruhesttte, so zum Beispiel die Landschaftsmaler Andreas und Oswald Achenbach, Kunstmzenin Johanna Ey oder das Grnderpaar des Schauspielhauses Louise Dumont und Gustav Lindemann.
Neben den verdienstvollen Namen lesen sich auf dem 70 Hektar groen Gelnde auch die mchtigen. Dynastien wie Henkel, Bagel, Zapp und Haniel sind auf dem Friedhof mit prchtigen Familiengruften vertreten. Darunter finden sich auch fnf Mausoleen freistehende, berdachte Grabmale in Gebudeform.
Das jngste wurde im Jahr 1924 fr das Ehepaar Gustav und Hermine Nahrhaft Teilhaber des Dsseldorfer Bekleidungshauses Hettlage errichtet. Versteckt hinter dichten Bschen und hohen Bumen liegt die Grabsttte stlich des Haupteingangs auf Feld 50. Auf dem grauen Kubus aus Muschelkalk steht in goldenen Lettern: Gustav Nahrhaft und Ehefrau erbauten diese Gruft und schlafen hier, bis der Herr zur Auferstehung ruft.
Einblicke in das sonst nicht zugngliche Mausoleum gewhrt nun ein Bildband, erschienen im Grupello Verlag. Fotograf Walter Klein hlt dabei den Weg zum Grabmal etappenweise mit der Kamera fest. Das Umblttern der Seiten wird fr den Betrachter damit zu einem visuellen Herantasten vom ersten Blick auf den Friedhof vor dem schmiedeeisernen Gatter ber die Auenansicht des Baus enthllt sich schlielich das Innerste der Ruhesttte.
Gleichzeitig legen diese Bilder auch ein Stck Dsseldorfer Kunstgeschichte frei. Mit der Gestaltung der Innenrume wurde der niederlndische Knstler Johan Thorn Prikker betraut. Whrend seiner Zeit als Lehrer an der hiesigen Kunstakademie verzierte er die Rume auf zwei Etagen mit Wandmalereien, Glasfenstern und Mosaiken. Es ist ein Gesamtkunstwerk, zusammengefgt aus rein geometrischen Kompositionen als auch aus szenischen Darstellungen etwa mnnliche Gestalten, die auf allegorischer Ebene den Kampf des Guten gegen das Bse fhren.
Da das Mausoleum bis zum heutigen Tag so gut erhalten werden konnte, geht wiederum auf ein anderes Ehepaar mit bekanntem Dsseldorfer Namen zurck: Elke und Heinrich Riemenschneider haben 1991 die Patenschaft fr das Kleinod auf dem Nordfriedhof bernommen.

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Melanie Florin: »Johan Thorn Prikker«




Rheinische Post, Ananda Milz, 08. Januar 2010
Einblicke ins geheime Mausoleum
Auf dem Nordfriedhof liegt ein berdachtes Grabmal, das sich das Ehepaar Nahrhaft 1924 erbauen lie. Mit der Innengestaltung wurde der niederlndische Knstler Johan Thorn Prikker betraut. In einem Bildband des Grupello-Verlags ffnet die verschlossene Grabkammer ihre Pforten.


Sicher, auf dem Dsseldorfer Nordfriedhof sind nicht so groe Namen wie Honor de Balzac, Frdric Chopin, Oscar Wilde oder Jim Morison in Stein gemeielt. Aber auch dort weht ein Hauch vom berhmten Pariser Friedhof Pre Lachaise. Verdienstvolle Dsseldorfer Persnlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur fanden hier ihre letzte Ruhesttte, so zum Beispiel die Landschaftsmaler Andreas und Oswald Achenbach, Kunstmzenin Johanna Ey oder das Grnderpaar des Schauspielhauses Louise Dumont und Gustav Lindemann.
Neben den verdienstvollen Namen lesen sich auf dem 70 Hektar groen Gelnde auch die mchtigen. Dynastien wie Henkel, Bagel, Zapp und Haniel sind auf dem Friedhof mit prchtigen Familiengruften vertreten. Darunter finden sich auch fnf Mausoleen freistehende, berdachte Grabmale in Gebudeform.
Das jngste wurde im Jahr 1924 fr das Ehepaar Gustav und Hermine Nahrhaft Teilhaber des Dsseldorfer Bekleidungshauses Hettlage errichtet. Versteckt hinter dichten Bschen und hohen Bumen liegt die Grabsttte stlich des Haupteingangs auf Feld 50. Auf dem grauen Kubus aus Muschelkalk steht in goldenen Lettern: Gustav Nahrhaft und Ehefrau erbauten diese Gruft und schlafen hier, bis der Herr zur Auferstehung ruft.
Einblicke in das sonst nicht zugngliche Mausoleum gewhrt nun ein Bildband, erschienen im Grupello Verlag. Fotograf Walter Klein hlt dabei den Weg zum Grabmal etappenweise mit der Kamera fest. Das Umblttern der Seiten wird fr den Betrachter damit zu einem visuellen Herantasten vom ersten Blick auf den Friedhof vor dem schmiedeeisernen Gatter ber die Auenansicht des Baus enthllt sich schlielich das Innerste der Ruhesttte.
Gleichzeitig legen diese Bilder auch ein Stck Dsseldorfer Kunstgeschichte frei. Mit der Gestaltung der Innenrume wurde der niederlndische Knstler Johan Thorn Prikker betraut. Whrend seiner Zeit als Lehrer an der hiesigen Kunstakademie verzierte er die Rume auf zwei Etagen mit Wandmalereien, Glasfenstern und Mosaiken. Es ist ein Gesamtkunstwerk, zusammengefgt aus rein geometrischen Kompositionen als auch aus szenischen Darstellungen etwa mnnliche Gestalten, die auf allegorischer Ebene den Kampf des Guten gegen das Bse fhren.
Da das Mausoleum bis zum heutigen Tag so gut erhalten werden konnte, geht wiederum auf ein anderes Ehepaar mit bekanntem Dsseldorfer Namen zurck: Elke und Heinrich Riemenschneider haben 1991 die Patenschaft fr das Kleinod auf dem Nordfriedhof bernommen.

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Melanie Florin: »Johan Thorn Prikker«




Barbara Leisner, friedhofsfreunde.blogspot.com, 06. Dezember 2009
Johan Thorn Prikker - Ein Mausoleum auf dem Dsseldorfer Nordfriedhof

Mit dieser schmalen Neuerscheinung aus dem Grupello-Verlag in Dsseldorf wird ein Bauwerk vorgestellt, das wahrscheinlich auf keinem anderen Friedhofs seinesgleichen findet: Das Mausoleum des Textilkaufmann Gustav Nahrhaft, das 1983 von Elke und Heinrich Riemenschneider in Patenschaft bernommen und sorgfltig restauriert wurde, ist ein Kleinod der Kunst der Zwanziger Jahre.
       Sein zweigeschossiger Innenraum wurde von dem niederlndischen Knstler Johann Thorm Prikker mit Malereien, Glasfenstern und Mosaiken ausgestaltet, durch die der Innenraum zu einem ungewhnlichen Gesamtkunstwerk geworden ist.
       Ihm sind die meisten der exzellenten Fotos von Walter Klein gewidmet, die den grten Teil des Buches ausmachen. Der Text von Melanie Florin gibt dazu kompetent und in gebotener Krze einen berblick ber den Knstler und Lehrer an verschiedenen Kunsthochschulen Thorn Prikker und sein Gesamtwerk, ber das Bauwerk und seine Ausstattung sowie ber seine ehemaligen und seine heutigen Besitzer.
       Das gebundene Buch mit seiner ansprechenden ueren Aufmachung - auf der Vorderseite des Einbands ist die Front des Mausoleums, auf der Rckseite ein Mosaikausschnitt abgebildet und seiner aufwendigen Gestaltung publiziert dieses besondere sepulkrale Gesamtkunstwerk in einer wunderbar angemessenen Form.

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Melanie Florin: »Johan Thorn Prikker«




Ursula Posny, NRZ, 09. November 2009
Ein Kunstwerk fr die Ewigkeit

Dsseldorf. Kunst im Grab: Ein Werk fr die Ewigkeit? In einem Mausoleum auf dem Nordfriedhof hat der Knstler Johan Thorn Prikker (1868-1932) aus Mosaiken und Malereien ein ungewhnliches Werk geschaffen.
    Besuchern wrde es fr alle Zeit verschlossen bleiben, htte nicht der Grupello-Verlag soeben einen erlesenen Bildband verffentlicht. Er ist der Schlssel zu der Grabkammer unter der Patenschaft von Elke und Heinrich Riemenschneider.
    Ihre Namen haben die Eheleute bereits ber dem Eingang eingravieren lassen, sich so zu Lebzeiten ein Denkmal geschaffen. Sie haben keinerlei Berhrungsngste mit dem Tod. Denn beide haben sich damit auf knstlerische Weise auseinander gesetzt. Heinrich Riemenschneider (85) war Schauspieler, Dramaturg und Regisseur und leitete in Dsseldorf das Theatermuseum. Elke Holle-Riemenschneider tanzte mit groem Erfolg Prokofjews Julia, die im 3. Akt in der Familiengruft der Capulets aus ihrem todeshnlichen Schlaf erwacht.
    Ich bin 1924 an der Ratinger Strae geboren - im selben Jahr, als Johan Thorn Prikker das Mausoleum gestaltete, erzhlt Heinrich Riemenschneider, whrend er den frisch gedruckten Bildband aufschlgt und begeistert feststellt: Das ist ein wundervolles Kunstwerk geworden.
    Im Feld 50 des Nordfriedhofs liegt das beschriebene Mausoleum hinter Taxusbschen versteckt, ganz in der Nhe des Kapelle. Gebaut wurde es im Auftrag von Hermine und Gustav Nahrhaft, Teilhaber des Bekleidungshauses Hettlage. Ihr Wohlstand ermglichte es ihnen, den namhaften Knstler fr die Wandmalereien, Glasfenster und Mosaiken zu gewinnen.
    Johan Torn Prikker gilt als Revolutionr der traditionellen Glasmalkunst, wurde 1923 Lehrer fr Monumentalkunst an der Dsseldorfer Kunstakademie und stattete das Treppenhaus des heutigen museum kunst palast mit den sakral anmutenden Glasfenstern aus. Auch die groen Mosaiken in den beiden Ehrenhof-Pavillons stammen von ihm. Fr das Frhjahr 2011 bereitet das Museum eine umfassende Ausstellung ber Thorn Prikker vor.
    In dem Grabhaus gestaltete er smtliche Wnde und Decken. Eine Ausmalung, die an gyptische Grabkammern erinnert. Wandbilder stellen den Kampf des Guten gegen das Bse dar. Aus der Halle fhrt eine Treppe hinunter in die Gruft mit einer Art Altar aus Stein. Sogar Verweilen ist mglich: In den Ecken sind kleine Steinsitze eingepasst. Die farbenprchtigen Mosaiken auf den Wnden zeigen eine strenge geometrische Komposition mit Variationen ber das Motiv des Kreuzes.
    Mit ihrem Engagement haben die Riemenschneiders das Bauwerk vor dem Verfall gerettet und im Vertrag mit der Stadt fr 60 Jahre die Patenschaft bernommen. Damit erwarben sie zugleich das Recht, dort selbst bestattet zu werden.
    Fr Besucher ffnen die Tnzerin und der Theatermann nur selten die Tr zu ihrem letzten Haus. Nun ersetzt der Bildband den Rundgang.


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Arno Gehring, Express, 06. November 2009
Unser Heim fr die Ewigkeit

Es ist das wohl schnste Heim, das Theater-Legende Heinrich Riemenschneider (85) und seine Frau, die Tnzerin Elke, je besessen haben. Ihr Name steht schon in goldenen Buchstaben ber dem Eingang. Beziehen werden sie es allerdings erst, wenn sie nicht mehr leben
       Das letzte Haus der Riemenschneiders Nordfriedhof, Feld 50, beste Lage. Umsumt von Bumen und Taxusbschen, steht hier ein wunderschnes Mausoleum. Ein aus Muschelkalk-Quadern errichteter Bau des hollndischen Knstlers Johann Thorn Prikker ( 1937). Wandmalereien, Mosaike, Ornamentfenster. Fast so schn wie ein gyptisches Grabmal!
       Vor zwlf Jahren war es vllig verrottet. Dann bernahmen die Riemenschneiders die Patenschaft ber das Mausoleum. Verbunden mit der Pflicht, es zu restaurieren und zu erhalten. Und mit dem Recht, dort einmal beigesetzt zu werden.
       Nein, Elke und Heinrich Riemenschneider finden es nicht makaber, dass ihr Name schon ber der Grabsttte steht. Die ehemalige Tnzerin: Wir leben gern. Aber wir haben keine Angst vor dem Tod. Und wir finden es sehr beruhigend, in so einem schnen Kunstwerk fr immer schlafen zu drfen. Auf vieles haben sie dafr verzichtet. Heinrich Riemenschneider: Wir sind ja keine reichen Leute, die so was eben mal aus der Portokasse restaurieren lassen.
       Gibt es so was wie eine Vorfreude auf die letzte Ruhesttte? Elke Riemenschneider: Vielleicht. Ich finde, Erde ist so schwer, wenn sie auf einem liegt. Frei in der Gruft zu liegen, stelle ich mir viel schner vor. Heinrich Riemenschneider (lachend): Und auerdem kann uns jetzt kein Verwandter mehr an der uersten Friedhofsecke verscharren.


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Sebastian Fink, WZ, 31. Oktober 2009
Kunstvoll zur letzten Ruhe

Paten pflegen alte Grber, ein Fotoband zeigt das schne Mausoleum auf dem Nordfriedhof.

Ein Engel mit Helm und Schwert bewacht das graue Portal des festungsartigen Kastens. Dahinter ist in orangefarbenes Licht getaucht der Eingangsbereich mit Verzierungen an der Wand zu erkennen. Und eine Treppe, die ins Dunkel hinab fhrt. Dieses Bild ziert den Titel eines Fotobandes, der das Mausoleum auf dem Nordfriedhof zeigt, welches nach zwlf Jahren Restaurierung seine alte, atemberaubende Schnheit zurckerlangt hat.
Das Bauwerk von 1924 war zu Beginn der 90er Jahre beinahe verfallen. 1991 bekundeten Elke und Heinrich Riemenschneider Interesse an der Grabstelle und bernahmen eine Patenschaft. Der Pachtvertrag luft 70 Jahre ab dem Moment des Dahinscheidens einer der Eheleute Riemenschneider, sagt Silke Wiebrock vom Gartenamt. Insgesamt haben wir 138 solcher Patenschaften, bei denen die Paten alte, nicht mehr genutzte Grabsttten pflegen und spter selbst nutzen. Kunstliebhaber Heinrich Riemenschneider war vom Mausoleum sofort berzeugt: Wir waren von den kunstvollen Mosaiks im Inneren begeistert, sagt der frhere Direktor des Theatermuseums. Mit der Restaurierung knnen wir das Kunstwerk von Johan Thorn Prikker erhalten und dem Erbauerehepaar Nahrhaft unseren Dank erweisen.
Die sterblichen berreste des Erbauerpaares befinden sich noch heute in der Gruft und sollen dort auch bleiben. Wir haben vereinbart, da die Erbauer mit uns dort weiter ruhen drfen, sagt Riemenschneider.
Um ihre letzte Ruhesttte auch als eine solche behandelt zu wissen und gleichzeitig das Bedrfnis der kunstinteressierten Dsseldorfer nach Einblicken in das Mausoleum zu befriedigen, ffneten die Paten das Innere des Baus fr den Fotografen Walter Klein, der auf 48 Seiten des Bildbandes Johan Thorn Prikker Ein Mausoleum auf dem Dsseldorfer Nordfriedhof nahezu jedes Detail der kunstvollen Mosaiks und Wandbemalungen zeigt.

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Melanie Florin: »Johan Thorn Prikker«