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InRheinkultur, 06. September 2007 Warum ist es am Rhein so grün?
...inzwischen gibt es auch ein schönes Buch, in dem man lernend spazieren gehen kann; um eben zu verstehen, warum Weber so gerne mit nur sparsam von Bäumen und Sträuchern gerahmten leeren Flächen arbeitet, warum er so das Auge zur Ruhe kommen läßt, nicht zuletzt auch in der Tradition japanischer Gärten. Iris Poßegger hat es, aufbauend auf ihrer Doktorarbeit, geschrieben.
Darin verdeutlicht sie die Prinzipien dieser Gestaltung, erklärt die Absichten und die Wirkungen, natürlich auch die zugrunde Hegenden philosophischen Gedanken.
Roland Weber, lesen wir bei beispielsweise bei ihr, »verglich die Pflanzung mit der Rhythmik von Musik«. Und weiter: »Im Intervall angeordnete Pflanzen, das heißt eine periodische Wiederholung dieser im Gartenraum, ermöglichte eine harmonische Komposition, vergleichbar in Musikstücken.« Zentrale Punkte seiner Gestaltung seien Pflanzen, Raum und Licht gewesen, mit diesen drei Komponenten habe er zahlreiche Varianten von Gärten geschaffen, die in Perspektive, Rhythmus, Material und Farben unterschiedlich gewesen seien.
Wir erfahren etwas über die handwerklichen Grundregeln - dass Roland Weber beispielsweise nach Möglichkeit nur Bäume pflanzte, die schon eine gewisse Höhe erreicht haben, daß er auch bei Sträuchern ausgewachsene Exemplare bevorzugte, die in der Baumschule besonders gepflegt und mehrfach verpflanzt worden waren, um so die Gewähr zu haben, daß der Garten auch in Zukunft schön bleiben konnte, weil jede Pflanze den ihrer Entwicklung entsprechenden Platz bekommen konnte.
Weber vertraute auf Blütensträucher, vor allem Rankrosen in großen, freiwachsenden Büschen, um sparsame Farben zu setzen, auf in einem Beet zusammengefasste Stauden, immer mit der Vorgabe, das Grün in allen Schattierungen vorherrschen zulassen.
Für die Niederrheingärten wählte er, um den Einklang mit der »natürlichen« Vegetation des Ortes zu erreichen, gerne Silberweiden, Schwarzpappeln, Felsenbirnen, Rhododendren, Eiben, Kiefern, Eichen, Hainbuchen, Ahorn und Obstbäume wie die Vogelkirsche. Alles sollte zum Gesamtbild der Umgebung passen, die Pflanzen, schreibt Iris Poßegger, mußten »eine Brücke zwischen der bereits vorhandenen grünen Substanz und dem neuen Garten« schaffen. Wichtig auch: Die Bäume sollten durch ihren Umriß, ihren Wuchs eine »malerische Wirkung« hervorrufen.
Vielleicht gilt dies, als Generalformel, für alle gelungenen Gärten am Niederrhein: Sie beeindrucken gerade durch ihre Sparsamkeit, durch eine gezielte malerische Wirkung - und tragen so zum Wohlbefinden der Menschen bei. »Eine Rasenfläche, eine Hecke drumherum, ein Vogelbad und drei Sträucher darin - das kann der himmlischste Garten sein.«
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N. Marschall, Düsseldorfer Wochenpost, 08. Mai 2007 Er haßte leuchtend gelbe Blumen - Daß Nachwuchsförderung auch im Schloß Benrath groß geschrieben wird, beweist die Stiftung Schloß und Park Benrath mit der soeben erfolgten Veröffentlichung des Buches »Der Gartenarchitekt Roland Weber«. Mit einem eineinhalbjährigen Stipendium ermöglichte die Stiftung der Kunsthistorikerin Iris Poßegger, ihre Dissertation in Kunstgeschichte über den in Düsseldorf geborenen Gartenarchitekten Roland Weber zu schreiben und drucken zu lassen.
Roland Weber (1909-1997) war über 60 Jahre als Garten- und Landschaftsgestalter tätig. Sein Hauptinteresse galt dabei der Gestaltung privater Gärten, obwohl er – gerade auch in Düsseldorf – imponierende Zeugnisse seines Schaffens auf diversen Unternehmensgeländen hinterließ. Die Außenanlage des Thyssen-Hochhauses (1959-60), der Gartenhof der Henkel KgaA (1968-74) und der Gartenhof Süd der Hauptverwaltung der Deutschen Bank AG (I982) sind Beispiele dafür. Purismus und Natürlichkeit kennzeichneten seinen Stil, Englische Gärten waren sein Vorbild.
Zum Benrather Schloß und insbesondere natürlich zum Park hegte Weber eine innige Verbundenheit, die weit über seinen Tod hinaus reicht: Weber vererbte dem Schloß sein Vermögen, aus dessen Verkauf damals 2,6 Millionen Mark zur Gründung der Roland Weber-Stiftung erzielt wurden. Wichtige Restaurationen, Neukäufe und eben auch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses werden aus diesen Mitteln möglich. Die Veröffentlichung des Buches sieht Gabriele Uerscheln von der Schloßpark-Stiftung als gute Gelegenheit, Herrn Weber Dank und Respekt zu erweisen.
Das Buch enthält zahlreiche Bilder der von Weber gestalteten Gärten und Anlagen, da er diese immer umfassend dokumentieren ließ. Schwieriger war es jedoch, weitere, insbesondere auch persönliche Informationen über den Gartenarchitekt und Mensch
Roland Weber zu finden, erklärt die frisch promovierte Autorin. Da es keine Sekundärliteratur gab, durchforstete Iris Poßegger zwei Jahre lang das Archiv von WKM, Webers ehemaligem Büro in Meerbusch. Außerdem war Poßegger maßgeblich auf die Auskunftsbereitschaft von Zeitzeugen angewiesen. Eine zuverlässige Informationsquelle und zugleich einen erfahrenen Mentor fand sie in Reinhard Krekler, Nachlaßverwalter und Freund Roland Webers.
Iris Poßegger beschreibt Weber trotz seines großen Bekanntenkreises als zurückgezogenen Ästhet, der klassisch-moderne Kunst sammelte, Mozart liebte und im Laufe seines Lebens immer puristischer wurde, was dazu führte, daß er schließlich nur noch weiß blühende Pflanzen verwendete. »Er haßte leuchtend gelbe Blüten und liebte weiße Tulpen«, präzisiert Gabriele Uerscheln.
Seit Herbst 2005 leitet Iris Poßegger die Galerie Burkhard Eikelmann. Mit dem Thema Gartenarchitektur hat sie aber trotzdem noch nicht ganz abgeschlossen: »Man ist ja immer von allem etwas ... «
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Michael-Georg Müller, Neue Rhein-Zeitung, 28. April 2007 Unsichtbar geformte Natur - Der Düsseldorfer Garten- und Landschaftsarchitekt Roland Weber ist »Held« der Doktorarbeit von Iris Poßegger. Sie dokumentiert die Zeitlosigkeit seiner Anlagen.
Auf sonnig saftige Rasenflächen fallen die Schatten von Birken und Buchen. Die knorrigen Stämme lassen uralte Bäume vermuten, die immer schon dort gestanden haben. In manchen der von Roland Weber angelegten Gärten, trügt der Schein. Um den Anschein gewachsener Natur zu erwecken, hat er häufig alte Bäume auf freie Flächen gepflanzt. Häufig ließ er hinter, vor und neben Düsseldorfer Häusern eine Idylle entstehen, die an alte Gemälde erinnert.
Eine Schwäche für Schloss Benrath
Zeitlos wirken sie auf den Fotografien, die Iris Poßegger jetzt in den Archiven des renommierten Garten- und Landschaftsarchitekten fand, der 1997 im Alter von 90 verstarb. Mit den über 100 Abbildungen dokumentiert die Kunsthistorikerin Poßegger in ihrem gerade im Grupello Verlag erschienenen Buch »Der Gartenarchitekt Roland Weber«, wie »immergrün« seine überwachsenen und überwucherten Grünflächen auch heute noch wirken.
Das Opus, gleichzeitig Poßeggers Doktorarbeit, von gut 200 Seiten, die auch zum Stöbern in Düsseldorfer Architekturgeschichte der Nachkriegszeit einlädt, stellten gestern die Autorin und die Stiftung Schloß Benrath vor. Das Benrather Gartenmuseum war der geeignete Ort, zumal hier bereits 2004 eine große Ausstellung Webers Lebenswerk gewürdigt hatte.
Und da der gebürtige Düsseldorfer stets eine Schwäche für Schloß Benrath pflegte, rief er in seinem Testament eine Stiftung ins Leben, mit deren Kapitalzinsen (Gesamtvermögen bei seinem Tod: 1,3 Millionen Euro) notwendige Reparaturen, Neuanschaffungen (wie eine Pendüle von 1820) und Sonderprojekte finanziert werden. Wohlstand und Renommee verdankt der Gartenkünstler, der auf privatem Grund und Boden wie auf öffentlich zugängigem Gelände überwiegend in den 50er und 60er Jahren Spuren hinterließ, auch seiner engen Freundschaft und Zusammenarbeit mit Helmut Hentrich. Wenn der Stararchitekt baute - für Banken, Industriekonzerne, Topmanager oder Hochadel in Europa und Amerika - dann lieferte Weber die Pläne für Gärten und Parks. So liest sich das Namensverzeichnis in Poßeggers Buch wie das Who is Who der High Society, nicht nur an Rhein und Ruhr.
Wie hingegossen wirken aber selbst kleine Grünflächen und Efeu, die kleine Parterre-Gärten umranken. Im Kleinen war Webers Arbeit fein, detailverliebt und kurze Zeit später unsichtbar - genauso wie auf großzügig geschnittenen Anlagen hinter Mehrfamilienhäusern oder majestätisch ausladende Parks, die Villen oder Bank-Paläste umrahmen. Roland Weber hat für alle Gartengrößen seine eigene Sprache entwickelt, oft angelehnt an englische Landschaftsgärten, in denen die Natur unsichtbar geformt wird. Im zunehmenden Alter ließ er sich, so das Buch, von japanischem Buddhismus inspirieren, haßte knatschgelbe, knallrote Blumen und liebte weiße Tulpen.
Der sachlich nüchterne und schmucklose Schreibstil von Iris Poßegger erleichtert die Lektüre dieses Buchs, das nicht nur Gartenfreunden zu empfehlen ist.
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Bernd Schuknecht, Rheinische Post, 28. April 2007 Ästhet und Naturfreund - Iris Poßegger promovierte über den Gartenarchitekten Roland Weber. Die Dissertation liegt nun in Form eines Buches vor. Sie beleuchtet Werk und Person des 1987 gestorbenen Düsseldorfers.
»Wir brauchen dringend eine Dissertation über Roland Weber«, dachte sich vor einiger Zeit Gabriele Uerscheln, »es geht darum, daß wir diesem Gartenarchitekten unseren Respekt erweisen, am besten in Buchform«. Mit dem Titel »Der Gartenarchitekt Roland Weber« liegt dieses jetzt vor.
Wer die temperamentvolle Leiterin des Europäischen Museum für Gartenkunst der Stiftung Schloß und Park Benrath kennt, kann sich vorstellen, daß sie damals auch schon eine potentielle Verfasserin im Auge hatte. Es war Iris Poßegger, die Uerscheln seit ihrer Zeit im Neußer Clemens-Sels-Museum kannte, wo Poßegger ein Praktikum absolvierte. Zwischenzeitlich halte die 1970 geborene Studentin ihr Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Romanistik an der Heinrich-Heine-Universität abgeschlossen. Da sie sich für ihre Magisterarbeit bereits mit Skulpturengärten auf Mallorca befaßt hatte, war sie einem weiteren Gartenarchitekturthema nicht abgeneigt.
Roland Weber, 1909 in Düsseldorf geboren, wirkte über 60 Jahre als Garten und Landschaftsgestalter. Neben der Gestaltung zahlreicher privater Gärten erweiterte er in den sechziger Jahren sein Wirkungsspektrum auf Parks und Grünanlagen. Bei diesen Projekten arbeitete er mit Architekten wie Richard Neutra, Marcel Breuer und nicht zuletzt Helmut Hentrich, mit dem ihn eine enge Freundschaft verband, zusammen. Inspiriert von der natürlichen Anlage englischer Gärten und dem reduzierten Ansatz japanischer Gärten, wollte Weber an der Natur möglichst wenig manipulieren. Seine Idee des Gartendesigns ließ Design erst im Zusammenspiel mit Werken Bildender Kunst zu. Nach seinem Tod 1997 floß sein Vermögen (damals 2,6 Millionen DM) in eine sogenannte unselbständige Stiftung. Nach dem Willen Webers sollen Erträge des Stiftungsvermögens für Schloß Benrath verwandt werden, daß ihm stets sehr am Herzen lag.
Das Geld der Stiftung Roland Weber ermöglicht der Stiftung Schloß und Park Benrath Restaurationsarbeiten vorzunehmen, Ankäufe zu tätigen und, wie im Fall der Dissertation von Iris Poßegger, auch wissenschaftliche Forschung zu unterstützen. Nicht zuletzt weil sich die Dissertation weitgehend kunsthistorischer Fachsprache enthält, hat sich der Düsseldorfer Grupello Verlag bereit erklärt, sie als Buch für ein größeres, an Gartenarchitektur interessiertes Publikum zu veröffentlichen. Zahlreiche Fotos unterstreichen das Gartenarchitektur-Credo Roland Webers. »Er war ein Ästhet, ein Mensch der die Natur an sich liebte, und von daher sich mit Eingriffen in sie zurückhielt«, skizziert Poßegger Düsseldorfs renommiertesten Gartenarchitekten.
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news Bund Deutscher Landschaftsarchitekten, 01. Januar 2007 Augenblicke
»Der Zustand leichter Verwilderung macht einen Garten beseelt«, so zitierte Reinhard Kreider, der engagierte Nachlaßverwalter Roland Webers, den bekanntesten Garten- und Landschaftsarchitekten der Nachkriegszeit in Deutschland. Anlaß war eine Feierstunde am 28. April 2007 im Gartenkunstmuseum von Schloß Benrath, Düsseldorf, zum Gedenken an seinen Tod vor zehn Jahren und die Vorstellung der Dissertation von Iris Poßegger über sein Werk und Wirken in mehr als 900 Gärten. »In der Rheinlandschaft finden Sie alles, was Sie wissen müssen über Gestaltung«, sagte Weber einmal. Zeitlosigkeit, ruhige Eleganz und der Verzicht auf alles Überflüssige sind das wohltuende Ergebnis in den Gärten des Düsseldorfers, der Mitglied des bdla nw war. Nach seinem Tod ging sein Vermögen in die Stiftung Roland Weber für Schloß Benrath ein.
Iris Poßegger legt mit ihrer Dissertation an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf erstmals eine wissenschaftliche Arbeit zu den Stil- und Schaffensprinzipien Roland Webers vor, deren Werkkatalog den Sogen von privaten Haus- und Landschaftsgärten über Außenanlagen von Firmen- und Verwaltungsbauten bis hin zu urbanen Grünflächen und wiederhergestellten historischen Gärten spannt und durch zahlreiche Fotos und Pläne dokumentiert.
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