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Abdul-Ahmad Rashid, WDR 3, 01. Mai 2007
Die Philippika eines türkischen Theologen
ist auf deutsch erschienen


Nur wenige Gelehrte und Intellektuelle im islamischen Kulturkreis wagen es, Reformen in religiösen Belangen zu fordern. Diejenigen, die diesen Schritt gehen, befinden sich in einer Minderheit. Einer von ihnen ist Yasar Nuri Öztürk, einer der bekanntesten islamischen Theologen in der Türkei. Seit vielen Jahren argumentiert der Dekan der theologischen Fakultät der Universität Istanbul gegen verzerrte Auslegungen des Koran. Sein jetzt auch auf Deutsch erschienenes Buch »Der verfälschte Islam« soll Türen zum Dialog öffnen. Öztürk untersucht anhand der wörtlichen Übersetzung des Koran zum einen praktische Anweisungen, etwa wie Gebet oder Fastenzeit zu verrichten sind. Zum anderen überprüft er »Degenerationserscheinungen des Islam«, wie die Auslegung der Scharia, den mißverstandenen »Heiligen Krieg« oder die politische Instrumentalisierung der Religion.

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Yasar Nuri Öztürk, Nevfel Cumart (Übersetzer): »Der verfälschte Islam«




Abdul-Ahmad Rashid, DeutschlandRadio Berlin, 25. April 2007
Der Koran als einziger Maßstab

Yasar Nuri Öztürk, bekannter islamischer Theologe in der Türkei, argumentiert seit vielen Jahren gegen verzerrte Auslegungen des Koran. So öffnet sein Buch »Der verfälschte Islam« Türen zum Dialog. Letztlich sind Öztürks Ansichten extrem, doch sein Ansatz muß als reformatorisch bezeichnet werden. Schon mancher hat ihn daher als den »Türken-Luther« bezeichnet. Tatsächlich lehrt er echt lutherisch die »Rückkehr zum Koran«.
    Yasar Nuri Öztürk gilt vielen Menschen als Reformtheologe, doch er selber bezeichnet sich als orthodoxen Muslim. Ihm geht es darum, den Islam in seiner reinen und ursprünglichen Form zu rekonstruieren. Der promovierte Philosoph möchte den islamischen Glauben von dem Ballast der Jahrhunderte befreien, der ihn überdeckt hat und die ursprünglichen Inhalte der Religion freilegen. Daher unterscheidet Öztürk einerseits zwischen einem »Islam der Traditionen«, der auf den Sitten und Gebräuchen des Nahen Osten basiert, sowie dem »wahren Islam« andererseits, festgehalten im Koran und verkündet durch den Propheten Muhammad.
    Bereits zur Frühzeit des Islam, kurz nach dem Tode des Propheten, hätten die Menschen begonnen, den Islam zu verfälschen. Schuld daran seien die damaligen Herrscher gewesen, die den ursprünglichen Islam mit heidnischen arabischen Traditionen vermischt hätten. Öztürk verurteilt daher den Mißbrauch der Religion zu politischen Zwecken. Und er warnt davor, die Person des Propheten zu instrumentalisieren und ihn in einen übermenschlichen Stand zu erheben: Muhammad, den der Koran selbst als Menschen bezeichnet, werde heutzutage in solchem Maße verehrt, daß die Gläubigen nicht nur seinen Bart, seine Fingernägel und seine Kleidung hochschätzten, sondern auch seine Exkremente.
    Die Überhöhung des Propheten habe aber auch dazu geführt, daß die Muslime sich andere Vorbilder geschaffen hätten, Personen, die in religiöser Hinsicht nicht in Frage gestellt werden dürften und dadurch unfehlbar seien. Dazu gehören in erster Linie die geistlichen Würdenträger. Nach Öztürks Meinung hatte diese Handlung nur das Ziel, kritische und vernunftbewußte Menschen aus dem islamischen Diskurs auszuschließen.
    Doch Öztürk befürwortet die Kritik durch die Anwendung der Vernunft. Für ihn ist diese das wichtigste Handwerkszeug des gläubigen Muslims. Sie zieht sich wie ein roter Faden durch seine Argumentationen. Skeptisch steht er den heutigen Phänomenen in der islamischen Welt gegenüber, die er als »Degenerationserscheinungen im Islam« verurteilt und deren Ursprung er im Aberglauben sieht, der sich in der islamischen Welt verbreitet hat und auf dem viele Praktiken der Muslime heutzutage beruhen.
    Yasar Nuri Öztürks »Der verfälschte Islam« eignet sich weniger zur durchgehenden Lektüre, sondern mehr als Nachschlagewerk und Ratgeber. So geht er wichtigen Fragen nach wie dem Genuß von alkoholischen Getränken. Öztürk hält diesen für erlaubt, wenn auch eingeschränkt, solange er nicht in den Zustand der Trunkenheit führe. Damit umgeht er das koranische Alkoholverbot. In den Augen vieler strenggläubiger Muslime wäre dies schon ein Tabubruch.
    Doch Öztürk geht noch weiter: Das rituelle Gebet, das jeder Muslim fünf Mal am Tag verrichten muß, stellt für ihn keine Pflicht dar, sondern ist lediglich eine freiwillige Handlung. Öztürk wendet sich in seinem Buch auch gegen die Verhängung der Todesstrafe gegen solche Muslime, die ihren Glauben wechseln. Diese Handlung sei alleine eine religiöse Angelegenheit zwischen dem einzelnen Menschen und Gott. Da die Sanktionierung von Abtrünnigen jedoch zum religiösen Dogma erhoben worden sei, habe sich in der jüngsten Zeit so etwas wie eine »islamische Inquisition« entwickelt, die einzig dem politisierten Islam dazu diene, Gegner zu neutralisieren oder auszuschalten.
    Und hätte die Frankfurter Richterin, die einen Vers des Korans so auslegte, daß der Ehemann das Recht habe seine Frau zu schlagen, bei Öztürk nachgelesen, so hätte sie erfahren: Das inkriminierte Wort »daraba« läßt sich auf 20 verschiedene Weisen übersetzen. Und man sollte, so Öztürk, bei der Übersetzung der »Logik des Korans« und nicht der Logik der Fundamentalisten folgen: Der Prophet habe seine der Untreue verdächtigte Ehefrau Aischa nicht geschlagen, sondern sie in ihr Elternhaus verwiesen. Öztürk schlägt vor, ebenso zu verfahren.
    Und er wendet sich ganz klar gegen die in vielen islamischen Ländern praktizierte Geschlechtertrennung, in dem er sie als eine alte arabische Sitte bezeichnet. Yasar Nuri Öztürks Ansichten sind extrem, doch sein Ansatz muß als reformatorisch bezeichnet werden. Schon mancher hat ihn daher als den »Türken-Luther« bezeichnet. Tatsächlich lehrt er echt lutherisch die »Rückkehr zum Koran«, also die Schrift als einzigen Maßstab. Und permanent reizt er das gesamte traditionell islamische Establishment. So erklärte er alle islamischen Rechtsschulen zu unnötigem Ballast oder die letzten 800 Jahre Theologie für weitgehend vernunftfrei.
    Zudem wettert er gegen die Strenggläubigen, die sich gottgefällig wähnen, weil sie Schweinefleisch und Alkohol meiden, während sie ungerührt ihre Frauen versklaven. Solche Provokation hat ihren Preis: Über Jahre wagte sich Öztürk nur mit Bodyguards und Waffe unterm Jackett auf die Straße. Aber so viele Todesdrohungen er auch bekommt, die Zahl seiner Verehrer ist größer: Öztürk vertritt keine Minderheitenmeinung.
    In seiner Heimat ist er ein Medienstar: Er hat regelmäßige Auftritte im türkischen Fernsehen und schreibt in einer Kolumne in einer türkischen Tageszeitung. Seine zahlreichen Bücher erreichen hohe Auflagen. Mehr solcher kritischen Geister würden der islamischen Welt sicherlich gut tun.

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Yasar Nuri Öztürk, Nevfel Cumart (Übersetzer): »Der verfälschte Islam«




Michaela Schlagenwerth, Berliner Zeitung, 17. April 2007
Ein Ratgeber für Muslime

Yasar Nuri Öztürks »Der verfälschte Islam« eignet sich wenig zu durchgehender Lektüre, dafür aber als Nachschlagewerk und Ratgeber. Soll man etwa als Muslim bei westlichen Feiern den Sitten folgen und beim Trinken mit anstoßen? Ja, mit Mineralwasser, rät der Istanbuler Theologe und Bestsellerautor. Hätte die Frankfurter Richterin, die eine Sure des Korans so auslegte, daß der Ehemann das Recht habe seine Frau zu schlagen, bei Öztürk nachgeschlagen, so hätte sie erfahren: Das inkriminierte Wort »darb« läßt sich auf 20 verschiedene Weisen übersetzen. Und man sollte, so Öztürk, bei der Übersetzung der »Logik des Korans« und nicht der Logik der Fundamentalisten folgen. Der Prophet habe seine der Untreue verdächtigte Ehefrau Aischa nicht geschlagen, sondern sie in ihr Elternhaus verwiesen. Öztürk schlägt vor, ebenso zu verfahren.

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Yasar Nuri Öztürk, Nevfel Cumart (Übersetzer): »Der verfälschte Islam«




Eßlinger Zeitung am Wochenende, 14. April 2007
Gegen den »verfälschten Islam«

Yasar Nuri Öztürk gilt vielen als Reformtheologe, doch er selber bezeichnet sich als Orthodoxen. Seit vielen Jahren argumentiert der Dekan der theologischen Fakultät Istanbuls gegen verzerrte Auslegungen des Koran. So öffnet sein jetzt auch auf Deutsch erschienenes Buch »Der verfälschte Islam« Türen zum Dialog. Yasar Nuri Öztürk untersucht anhand der wörtlichen Übersetzung des Koran zum einen praktische Anweisungen, etwa wie Gebet oder Fastenzeit zu verrichten sind. Außerdem überprüft er aber auch »Degenerationserscheinungen« des Islam, wie die Auslegung der Scharia, den mißverstandenen »Heiligen Krieg« oder die politische Instrumentalisierung der Religion.

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Yasar Nuri Öztürk, Nevfel Cumart (Übersetzer): »Der verfälschte Islam«




Badische Neueste Nachrichten, Karlsruhe, 13. April 2007
Türen zum Dialog

Seit vielen Jahren argumentiert Yasar Nuri Oztürk, Dekan der theologischen Fakultät Istanbuls, gegen die über Jahrhunderte verfälschten Auslegungen des Korans. So öffnet sein jetzt auch auf Deutsch erschienenes Buch »Der verfälschte Islam« Türen zum Dialog. Ursprünglich richtete er sich mit seinen Büchern an Muslime, um diese von seiner Ansicht nach unsinnigen, überkommenen und auch unmenschlichen Praktiken abzubringen. Doch seine Thesen sind für jeden am Islam Interessierten eine Bereicherung. Er untersucht anhand der wörtlichen Übersetzung des Korans praktische Anweisungen, außerdem überprüft er auch »Degenerationserscheinungen« des Islam wie die Auslegung der Scharia, wie der »Heilige Krieg verfälscht« oder warum die Religion politisch instrumentalisiert wurde. Oztürk schreibt für türkische Tageszeitungen und gilt als bekanntester Theologe des Landes.

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Yasar Nuri Öztürk, Nevfel Cumart (Übersetzer): »Der verfälschte Islam«




dpa, 07. April 2007
Türkischer Theologe gegen den »verfälschten Islam«

Yasar Nuri Öztürk gilt vielen als Reformtheologe, doch er selber bezeichnet sich in Interviews eher als Orthodoxen. Seit vielen Jahren argumentiert der Dekan der theologischen Fakultät Istanbuls gegen die über Jahrhunderte verfälschten Auslegungen des Korans.
    So öffnet sein jetzt auch auf Deutsch erschienenes Buch »Der verfälschte Islam« Türen zum Dialog. Ursprünglich richtete er sich mit seinen Büchern an Muslime, um diese von seiner Ansicht nach unsinnigen, überkommenen und auch unmenschlichen Praktiken abzubringen. Doch seine Thesen sind für jeden am Islam Interessierten eine Bereicherung. Er untersucht anhand der wörtlichen Übersetzung des Korans zum einen ganz praktische Anweisungen, etwa wie Gebet, Wallfahrt oder Fastenzeit zu verrichten sind.
    Außerdem überprüft er aber auch »Degenerationserscheinungen« des Islams, wie die Auslegung der Scharia, wie der »Heilige Krieg verfälscht« oder warum die Religion politisch instrumentalisiert wurde. Dabei geht er durchaus text- und historisch-kritisch vor. Öztürks veröffentlicht regelmäßig in türkischen Tageszeitungen und gilt als bekanntester zeitgenössischer Theologe des Landes.

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Yasar Nuri Öztürk, Nevfel Cumart (Übersetzer): »Der verfälschte Islam«