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Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 22. März 2001
Im Düsseldorfer Grupello-Verlag ist ein Bändchen mit unbekannten Texten des Groteskenschreibers Hermann Schmitz erschienen, der sich aus Verehrung für seinen großen Düsseldorfer Landsmann »Hermann Harry« nannte. Im Heine-Institut war es auch, wo die Kladden mit den handschriftlichen Entwürfen von Schmitz entdeckt wurden. Bernd Kortländer hat sie kundig und kenntnisreich editiert und kommentiert.

Es sind Brillantsplitter aus dem Gesamtwerk eines seltsamen Autors, witzig, abseitig, sonderbar, und sie führen den Leser mitten hinein in das Zentrum dieses Werkes. Er wird Zeuge, wenn Figuren wie die Herren Blamabel Eierkist oder Hephester Einmachstopf sich langsam aus den sprachlichen Eierschalen herauswinden und Gestalt annehmen. Er spürt die Schwierigkeiten, die Hermann Schmitz, der blendende Erzähler und Conferencier, mit der Niederschrift seiner Fantasien hatte.

Als glänzende Ergebnisse solcher Mühen präsentiert der neue Band unter anderem die erschröckliche Moritat von Toni Bender, dem Nordpolreisenden, die 1909 in Düsseldorf Furore gemacht hatte und seitdem verschollen war, aber unbedingt lesenswert ist.

Und das Buch verzeichnet zwei der bekannten Geschichten des Autors, zu denen die Kladden Vorarbeiten enthalten.

Die wunderschönen Illustrationen von Thomas Klefisch, die die Zeichnungen des Autors ergänzen, machen diesen rundum gelungenen und empfehlenswerten Band zu einem »Muß« für jeden Freund des Schönen und Absonderlichen.

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Hermann Harry Schmitz, Thomas Klefisch (Illustrationen), Ber[..]: »Ich bin der drittgrößte Mann des Jahrhunderts«




Benedikt Erenz, Die Zeit, 15. Februar 2001
Schlang Sonnen, Kleophas Tüttebell und Blamabel Eierkist - das ist so das Personal des Hermann Harry Schmitz aus Düsseldorf (1880 bis 1913), Meister der mega-resp. multi-mortalen Katastrophen-Moritaten und Apokalypse-Scherzi. In den Achtzigern erschien eine dreibändige Werkausgabe; jetzt purzeln Texte aus dem Nachlaß hinterdrein. Ein treffliches Bändchen, kann man doch hier dem rheinischen Exzentriker und Bruder im Geiste Max Ernsts beim Groteskisieren zuschauen: wie er um Anfänge ringt, verwirft, streicht und sich bodenlosen Einfällen hingibt: »In einer kleinen Stadt / kamen immer Tanten weg ...«

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Hermann Harry Schmitz, Thomas Klefisch (Illustrationen), Ber[..]: »Ich bin der drittgrößte Mann des Jahrhunderts«