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Stefan Neuhaus, Abendzeitung Nürnberg, 13. November 2001
Der Koran verbietet Fanatismus

Manche Zeitgenossen haben schon immer geglaubt, der Islam sei eine mittelalterliche Religion und seine Anhänger seien allesamt potenzielle Terroristen. Sie dürften sich nach dem 11. September 2001 bestärkt fühlen, es wird ihnen nicht schwerfallen, die Verurteilungen der Attentate durch den allergrößten Teil der islamischen Welt zu ignorieren. Vernunftbegabte Menschen gehen den Terroristen nicht auf den Leim, sie suchen nach Erklärungen. Ein ungewöhnliches Handbuch bietet sie.
Der Leser bekommt Informationen aus erster Hand, nicht gebrochen durch Westeuropäische Perspektive. Der Autor, Professor Yasar Nuri Öztürk, hat in islamischer Philosophie promoviert und ist einer der bekanntesten Theologen der Türkei. Übersetzer ist der in Stegaurach bei Bamberg lebende Schriftsteller Nevfel Cumart, ein gefragter Fachmann, wenn es um den Islam, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur christlichen Religion geht.
In der Struktur der »400 Fragen zum Islam« findet man sich schnell zurecht. Wer möchte, kann - unterstützt durch ein Register - gezielt Antworten suchen. Oder er kann das Buch von Anfang bis Ende lesen und so fundierten Einblick in die Grundlagen der Religion gewinnen. Dabei werden zahlreiche Vorurteile widerlegt. Der Begriff Islam leitet sich von den Wörtern für Frieden, Vertrauen, Glück und Wohlbefinden her. Das Gegenstück zur Bibel, der Koran, duldet »keinen Fanatismus und keinen Despotismus«: »Alle Menschen sind dazu aufgerufen, einen Beitrag zum Glauben Gottes zu leisten, der aus Frieden, Glück und Zufriedenheit besteht. Und alle, Beiträge der Menschen auf diesem Wege werden anerkannt«.
Das bedeutet auch, daß der Koran keinen Anspruch auf religiöses Monopol erhebt. Überdies dürfen Menschen nicht zum Glauben gezwungen werden, sie sollen sich ihm »aus freier Überzeugung« anschließen. Mit anderen Worten: Die Verfolgung Andersdenkender mittels Terror und Mord sind durch den Koran ebensowenig gedeckt wie durch die Bibel.
An der Umdeutung islamischer Glaubensgrundsätze sind die europäischen Großmächte nicht unschuldig. Die Kolonialisierung islamischer Länder im 19. und 20. Jahrhundert führte mit dazu, daß diese Länder »ihren Fanatismus und ihre Traditionen zu vergöttlichen« begannen. Als »vorübergehend« einsetzbares Mittel hält Öztürk dies für legitim. Doch beklagt er offen, daß manche Länder noch immer in einer Situation sind, »in der sie sich vom Koran abgewandt haben«. Angesichts der öffentlichen Meinung, es handele sich um eine fundamentalistische Religion, dürfte es überraschend sein herauszufinden, daß der Islam der Bibel nicht nur ebenbürtig, sondern in einigen Fragen deutlich voraus zu sein scheint. »Sprechen wir vom Sündenfall Adams, würde es dem Koran und der universellen Realität widersprechen, wenn wir von der auf die Menschheit herabfallenden Befleckung sprechen.« Mit anderen Worten: Sünde ist nicht vererbbar. Daß Sünde nicht übertragbar ist, etwa von einzelnen Fundamentalisten auf eine ganze Glaubensgemeinschaft, wird auch die christliche Religion nicht bestreiten. Doch das müssen manche erst noch lernen. Vielleicht trägt dieses kluge Buch ein wenig dazu bei.

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Yasar Nuri Öztürk, Nevfel Cumart (Übersetzung): »400 Fragen zum Islam - 400 Antworten«




Lothar Schröder, Rheinische Post, 15. Oktober 2001
Der Renner: Ein Islam-Titel

...Überhaupt der Markt - der wird in diesen Tagen abgegrast nach allen möglichen Islam-Titeln. Dies erlebte auch Grupello-Chef Bruno Kehrein. Sein Messe-Renner war ein Handbuch, das schon vor eineinhalb Jahren erschien: »400 Fragen zum Islam - 400 Antworten« von Yasar Nuri Öztürk. Erst vor einem Monat erschien die zweite Auflage, die jetzt schon fast vergriffen ist.

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Yasar Nuri Öztürk, Nevfel Cumart (Übersetzung): »400 Fragen zum Islam - 400 Antworten«




Kemal Güler, Fränkische Nacht, Oktober 2000
[...] Und hoffentlich erlebt das Buch noch weitere Auflagen, denn es kann einen nützlichen Beitrag dazu leisten, daß das negative Klischee über den Islam in Deutschland abgebaut wird. Denn neben dem informativen Gehalt ist Öztürks Handbuch auch ein Plädoyer für einen modernen Islam, der sich an der Vernunft statt an verkrusteten und veralteten Denktraditionen orientiert.

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Yasar Nuri Öztürk, Nevfel Cumart (Übersetzung): »400 Fragen zum Islam - 400 Antworten«




Josef Krug, "Die Brücke. Forum für antirassistische Politik und Kultur", Nr.6/2000
Öztürk vertritt einen liberalen, aufgeklärten Islam... Bemühen um Einbeziehung und Verständnis anderer Religionen durchzieht das ganze Buch, und wir dürfen nicht vergessen, dass es sich zuerst an muslimische Leser wendet und dabei ein Islam-Verständnis zum Ausdruck bringt, dem auch sie zustimmen können. Dass ihr Islam von Fundamentalismus und Extremismus weit entfernt ist, ist eine Nebenerkenntnis, die die Lektüre vermittelt... Öztürks Blick ist nicht der Blick von außen auf das Religionsgebäude: Mit seinem Buch betreten wir das Gebäude selbst... Wir erfahren über den Islam das, was islamische Leser bewegt, was ihre Gedankenwelt und ihr Glaubensleben aktuell ausmacht.

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Yasar Nuri Öztürk, Nevfel Cumart (Übersetzung): »400 Fragen zum Islam - 400 Antworten«