 |

|
 |


Jürgen Werth, Norddeutscher Rundfunk, 04. Juli 2006 Dichter am Äther
Einundzwanzigmal hat Kohtes in der Landschaft der Dichter das Radio auf volle Lautstärke gestellt. Und einundzwanzig mal gab es ein Echo: Radio als Inspiration bekennender Lauschangreifer. »Dichter am Äther« ist ein vielstimmiger Chor. »Äther«, natürlich hat sich Friederike Mayröcker dieses »Urstoffs allen Lebens« vorgenommen - ein anderes Wort für »Himmelsluft«. John von Düffel erinnert sich an seinen ersten Berufswunsch: Bahnhofsansager. Offensichtlich ein Vorläufer des Moderators. Thomas Meinecke sieht es ein: Ganz ohne Steckdose funktioniert es nicht. Gerhard Köpf schwärmt von der Poesie des Pausenzeichens. Was für den Augenmenschen der röhrende Hirsch, das war dem Ohrenliebhaber das große braune Röhrenradio. Und Ulrike Draesner lässt sich vom Radio ins Spiegelkabinett der Vokale locken: Die ersten Brocken Englisch, Französisch und Italienisch hat sie hier aufgeschnappt. Als sie aus ihren Kinderohren »hinausgewachsen« war - wie sie schreibt -, benutzte sie das altertümliche Wort »Oheim« (für »Onkel«) wie ein unbewohntes Nest für ein ähnliches Wort: »Ohrenheim«. Das Radio ist ein Heim für die Ohren. Und Musik? Immer in Zimmerlautstärke.
Zurück zum Titel: Michael Kohtes (Hrsg.): »Dichter am Äther«

Jürgen P. Wallmann, Darmstädter Echo, 03. Juli 2006 Hilfe in der Nacht.
Nostalgische Erinnerungen an Pausenzeichen, Wunschkonzerte und das magische Auge: Schriftsteller über ihre Erfahrungen mit dem gesendeten Wort
»Ohne Fernseher könnte ich leben, ohne Radio nicht«, sagt Adolf Muschg, und viele Schriftsteller würden ihm zustimmen. Zahlreiche Autoren üben zwar TV-Abstinenz, aber aufs Radio mögen die wenigsten verzichten. Durch den Rundfunk haben sie sich schon als Heranwachsende die weite Welt ins Haus geholt: etwa die im Elternhaus verpönte Pop-Musik oder die Literatur in Form von Hörspielen und Nachtprogrammen oder, wenn sie hinter dem Eisernen Vorhang lebten, die im eigenen Land verschwiegenen Wahrheiten.
Der WDR-Redakteur Michael Kohtes hat zeitgenössische Autoren nach ihren Erfahrungen mit dem Radio befragt. 21 von ihnen haben geantwortet, und ihre Beiträge wurden zwischen 2001 und 2004 in der Sendung »Mosaik« ausgestrahlt. In dem Buch »Dichter am Äther« sind sie nun nachzulesen.
Alle im Buch zu Wort kommenden Schriftsteller wie etwa Peter Härtling, Friederike Mayröcker oder Wilhelm Genazino haben für den Rundfunk gearbeitet. Doch fast alle erzählen lieber von ihren Erlebnissen als Hörer - so Burkhard Spinnen, für den »einer, der nachts Radio hört« eines der »angemessensten Bilder zeitgenössischer Existenz« ist, so auch Wolf Wondratschek. Für ihn ist es »das Radio, das einem durch die Nacht hilft«.
In seinem Vorwort beklagt Kohtes zu Recht, dass im heutigen Rundfunk, der »Kakophonie von Dudeldum-Wellen«, die Literatur weithin auf der Strecke geblieben ist. Und in der Tat fällt das Lob auf das Radio heute nicht ganz leicht, wenn allenthalben Schwatz-Moderatoren auf den Ätherwellen reiten und selbst angebliche Kulturprogramme oft nur noch gefällige Klassik-Häppchen servieren.
Doch davon ist hier wenig die Rede. Lieber schwärmen die Dichter von den guten alten Zeiten, als man im Kinderfunk Kalle Blomquist, dem Meisterdetektiv, lauschte, als noch Pausenzeichen ertönten, das Wunschkonzert die Hörer beglückte und auf der Skala des Loewe-Opta mit Stationsbezeichnungen wie Beromünster und Radio Hilversum das magische Auge leuchtete. Selten hat man bei heutigen Schriftstellern so viel Nostalgie gelesen. Und da klingt es beinahe wie Trotz, wenn beispielsweise Eva Demski nun schreibt: »Das Radio jedenfalls wird dem Einzelgänger, also den Dichtern, ein zuverlässiger Gefährte bleiben.«
Zurück zum Titel: Michael Kohtes (Hrsg.): »Dichter am Äther«

WDR Print, 01. Juni 2006 Radio Dichtung
Peter Härtling erinnert sich an eine Zeit, in der Radiohören noch gefährlich war. Wer »Bibisi« lauschte, dem drohte eine schwere Strafe. Trotzdem ist er ein leidenschaftlicher und erwartungsvoller Radiohörer geworden. - Über das Wie und Warum schreibt er zusammen mit 20 anderen deutschsprachigen Schriftstellerkolleginnen und -kollegen in dem Buch »Dichter am Äther«. Sie sinnieren darin über die Frage, ob das Radio für die zeitgenössische Literatur eine Rolle spielt.
Ihre Beiträge waren zwischen 2001 und 2004 in der WDR 3-Sendung »Mosaik« zu hören, jetzt liegen sie als einzigartige Sammlung in Buchform vor. Herausgegeben hat sie der WDR 3-Redakteur und Autor Michael Kohtes, der sie beschreibt als »Momentaufnahme der dichtenden Intelligenz, die das Verhältnis von Literatur und Rundfunk am Übergang vom 20. ins 21. Jahrhundert dokumentiert.«
In 21 lesens- und genießenswerten Essays erzählen Wilhelm Genazino, John von Düffel, Eva Demski, Wolf Wondratschek, Katja Lange-Müller, Thomas Meinecke und viele andere von ihren Erfahrungen mit dem Radio. Sie reflektieren, glossieren oder poetisieren, was das Radio ihnen bedeutet.
Entstanden sind Geschichten, wie sie nur das Radio schreibt. Wie jene des österreichischen Schriftstellers Franzobel, der verrät, dass er für den Notfall der großen Radiowellenflutkatastrophe stets ein Radiogerät bei sich hat. Eine solche droht, denn zu wenig Menschen hören Radio. Eigentlich schade, denn »Radiohören ist gesund«.
Eckhard Henscheid, Mitbegründer der »Neuen Frankfurter Schule«, hört Fußball und fragt und sucht nach der Sprechkultur des Fußballreporters, hoffend auf einen neuen Josef Kirmeier, Sammy Drechsel oder Rudi Michel. Und er tätigt ein Versprechen, das er im WM-Jahr vortrefflich einlösen kann: »Ich werde tagelang lauschen. Der Mann, falls es ihn gibt, der neue Radiosprechkulturbeweiser - er soll mir nicht entgehen!«
Zurück zum Titel: Michael Kohtes (Hrsg.): »Dichter am Äther«

Frank Becker, Online Musik Magazin, 13. Mai 2006 Faszinosum Radio
Über Eckhard Henscheids Texte zur Musik haben wir ihnen hier schon berichtet. Daß sich der literarische Tausendsassa auch über das gerade jetzt aktuelle Thema »Fußballübertragung« ausgelassen hat, belegt der Rundfunkjournalist Michael Kothes in seinem jüngsten Buch "Dichter am Äther". Im Rahmen des Kulturmagazins »Mosaik«, einer Sendereihe des WDR 3 waren von 2001-2004 namhafte Schriftsteller gebeten worden, ihr Erleben des Radios in literarischen Texten zu manifestieren. Kothes hat als Moderator dieser allmorgendlichen Kultursendung nun mit einer Auswahl der gelieferten Texte der Rezeption des Mediums Rundfunk in der zeitgenössischen Literatur nachgelauscht.
Der gediegene Düsseldorfer Grupello Verlag hat das schmale, nichtsdestoweniger sachlich aufschlußreiche und literarisch äußerst unterhaltsame Bändchen aufgelegt, für das Michael Kothes 21 dieser Texte ausgewählt und zu dem er selbst einen kurzweiligen einleitenden Beitrag zur Rundfunkgeschichte verfasst hat. Meist sehr persönlich befassen sich die Erzählenden mit ihrer Erinnerung an das Radio als Ding und Medium und mit seiner oft nicht unbedeutenden Rolle in ihrem Leben. So erinnert sich Peter Härtling daran, daß es eine Zeit gab »Als das Radiohören noch gefährlich war« - wenn man nämlich heimlich den verbotenen Sender »Bibisi« hörte. Das war die Zeit der »Sondermeldungen des OKW«, der Führerreden, die Familien spalteten und trauriger Lieder »eines Herrn Strienz«. Der Zauber des Radios blieb Härtling, der sagt, daß ihm das Fensehen das »nicht ausgetrieben« habe. So geht es wohl vielen.
John von Drüffel schätzt das »schwarze Theater des Hörspiels« mit seinen charaktervollen Stimmen, Katja Lange-Müller hat in jedem Zimmer ein Radio, das den ganzen Tag spielt (das im Schlafzimmer sogar nachts), Franzobel reflektiert über Eiche oder Mahagoni für das Gehäuse und Gerhard Köpf über Nußbaum, Bakelit und Pseudo-Elfenbein, über das Magische Auge und die Skala mit Namen wie Hilversum, Sofia, Monte Ceneri und Beomünster. Wunderbare Erinnerungen Radio Norddeich, Glocken aus aller Welt und die Poesie des Pausenzeichens. Uwe Kolbe hörte in Ostberlin RIAS, Europawelle Saar, doch am liebsten den AFN mit Wolfman Jack, Richard Wagner und Felicitas Hoppe erzählen wie er und viele andere vom ersten eigenen Radio, einem einschneidenden Moment im Leben.
Wilhelm Genazino, Eva Demski, Friederike Mayröcker ... die Liste ist lang und erlesen. Wolf Wondraschek sei das Schlußwort zugebilligt: »Ich rede von der Nacht, wenn ich vom Radio rede, und von der Einsamkeit. Ich rede von einem Mann, einem Tagelöhner, angezogen auf einem Bett liegend, der raucht und zur Decke schaut, wo es nichts zu sehen gibt, und es ist Nacht. Aus einem Radio kommt Musik, und hin und wieder, genauso leise, eine Stimme. (...) Das Radio, wenn es sonst nichts könnte, hat Mitleid mit den Schlaflosen.«
Zurück zum Titel: Michael Kohtes (Hrsg.): »Dichter am Äther«

baz Kultur Magazin, 07. April 2006 Autoren am Mikrofon, am Radio und in der Nacht
Wort im Ohr. Knöpfchen an, klack, mit dem Gesicht nah an die Stoffbespannung des Apparats, die Milchzähne sanft ins Holz der Zierleiste graben: Das war Kindheit. Später war es anders, vielleicht wie bei Wolf Wondratschek: «Ich rede von der Nacht, wenn ich vom Radio rede, und von der Einsamkeit.« 21 Autorinnen und Autoren berichten über Erfahrungen mit dem Radio. Adolf Muschg lobt das Radio als Begleitmedium, Gerhard Köpf liebt die Poesie des Pausenzeichens, und Friederike Mayröcker «säugelt noch immer am Traum sonntags morgen«, wenn sie ihr »Radiokastel« anschaltet. Das letzte Wort soll wiederum Wondratschek haben: «Es kann nie etwas so schieflaufen, daß nicht wenigstes ein Radio hilft, wieder ruhig zu atmen.«
Zurück zum Titel: Michael Kohtes (Hrsg.): »Dichter am Äther«

Westfalenspiegel, 01. April 2006 Dichter am Äther
»Ohne Fernseher könnte ich leben, ohne Radio nicht«, sagt Adolf Muschg, und viele Schriftsteller wurden ihm zustimmen. Der WDR-Redakteur Michael Kohtes hat zeitgenössische Autoren nach ihren Erfahrungen mit dem Radio befragt. 21 von ihnen haben geantwortet. Ihre Antworten wurden zwischen 2001 und 2004 in der Sendung »Mosaik« (WDR 3) ausgestrahlt und im vorliegenden Buch gedruckt. Alle zu Wort kommenden Schriftsteller (etwa Peter Härtung, Friederike Mayröcker oder Wilhelm Genanzino) haben für den Rundfunk gearbeitet. Doch fast alle erzählen lieber von ihren Erlebnissen als Hörer - so Burkhard Spinnen, für den nächtliches Radiohören »eines der angemessensten Bilder der zeitgenössischen Existenz« ist. So auch Wolf Wondratschek: Für ihn ist es »das Radio, das einem durch die Nacht hilft«. Und angesichts des inzwischen auf allen Wellen verbreiteten Schwatz und Dudelfunks klingt es beinahe wie Trotz, wenn Eva Deniski schreibt: »Das Radio jedenfalls wird dem Einzelgänger, also den Dichtern, ein zuverlässiger Gefährte bleiben.«
Zurück zum Titel: Michael Kohtes (Hrsg.): »Dichter am Äther«

Nadine van Holt, kritische-ausgabe.de, 13. März 2006 Ein schockwellenartiges Erleben
Schriftsteller diskutieren auf der lit.Cologne über die Beziehung zwischen Literatur und Radio
Dichter am Äther ist…
… wer mit Pantoffeln ins Studio geht
… wer Hörspiele mit den Ohren schreibt
… wer vom Mikrofieber ergriffen wird
… wem das Radio zum »Ohrenheim« wird.
Dies und mehr konnte man am vergangenen Freitag im Kölner Museum für Angewandte Kunst erfahren. Dort unterhielten sich die Schriftsteller Jochen Schimmang, Ulrike Draesner, Burkhard Spinnen und Thomas Meinecke über ihre Rundfunk-Sozialisation und über die Besonderheiten des Schreibens fürs Radio. Vier aus einer ganzen Reihe von Autoren, die WDR-Kulturredakteur Michael Kothes 2001 dazu eingeladen hatte, über das Verhältnis von Literatur und Radio nachzudenken. Die Ergebnisse dieser Reflexionen wurden bis 2004 im WDR-Kulturmagazin Mosaik gesendet und sind jetzt auch in Buchform nachzulesen. Eine kleine Kostprobe lieferte die Veranstaltung »Dichter am Äther« im Rahmen der lit.Cologne unter der Moderation von Redakteurin Monika Ott.
So erzählte Ulrike Draesner, wie die Stimme des Rundfunksprechers Gustl Weishappel 13 Jahre lang ihre Frühstücksbegleitung war und damit ein Stück Heimat; und wie sie die Stimme Jahre später dennoch nicht wiedererkannte, weil ihre eigene Entwicklung auch ihr Hören verändert hatte. Für Jochen Schimmang waren Hörspiele im Radio gar die erste Gestalt, in der ihm Literatur entgegengetreten ist und die er lange für die »Urform« von Literatur hielt. Dagegen spielte für Thomas Meinecke vor allem die Musik eine große Rolle, ähnlich wie für seinen Vater, der in Lauerstellung vor dem Radio auf gute Lieder wartete, die er aufnehmen konnte. Was wiederum regelmäßig dazu führte, dass die Songs im Hause Meinecke ohne Anfang zu hören waren. Im Gegensatz dazu erinnerte sich Burkhard Spinnen, von seinen Eltern mangels Rundfunkgerät keinerlei Radiokultur empfangen zu haben. Dafür wurde das Hantieren mit der Wurfantenne in den 60ern für ihn umso wichtiger und ließ ihn vorübergehend zu einem wahren »Nesthocker vorm Radio« mutieren. Die zweite Situation, in der Radio für ihn eine große Bedeutung habe, sei das Autofahren: »Bewegen mit Musik dazu« sei für ihn auch heute noch ein existenzieller Lebenszustand.
Haben Sie Mikrofieber? Mit dieser Frage lenkte Maria Ott das Gespräch auf Aspekte der Zusammenarbeit von Dichter und Radio, und darüber herrschte durchaus keine Einigkeit. Während Jochen Schimmang sich erinnerte, manches Mal eher noch den Moderator beruhigt zu haben statt umgekehrt, berichtete Ulrike Draesner davon, wie sie zum ersten Mal alleine mit einem Tontechniker im Studio war und mit dem Gefühl kämpfen musste, »in einen wattigen Raum hinein« zu lesen, in dem Millionen zuhören können, aber man selbst niemanden sieht: ein »schockwellenartiges Erleben«. Burkhard Spinnen fühlt sich zwar mittlerweile zuhause in Sendestudios, erinnert sich aber dennoch mit Schrecken an das erste Mal, als er seine eigene Stimme von einem Tonband hörte. Dabei habe ihn nicht nur der Klang seiner Stimme erschreckt, sondern auch die Einsicht, dass er trotz großer Bemühungen kein lupenreines Hochdeutsch spreche. Thomas Meinecke wiederum berichtete von seinen Pannen bei Live-Sendungen. So habe er einmal durch unvorsichtiges Beineausstrecken den Stecker des Hauptpultes herausgetreten und damit eine längere Sendepause verursacht, ein anderes Mal durch Abspielen einer Schallplatte mit der falschen Geschwindigkeit für Irritationen gesorgt. Sein wiederkehrender Alptraum jedoch sei, im Auto zu sitzen und zu hören, wie er selbst angekündigt werde, obwohl er noch längst nicht im Studio sei.
Ist Literatur für das Radio eine spezielle und wie macht sich das beim Schreiben bemerkbar? Hörspiele schreibe man mit den Ohren, war die spontane Antwort von Jochen Schimmang. Er achte vor allem darauf, Sätze sprechbar zu bauen, lese sie sich auch selbst vor und prüfe, ob sie einen Rhythmus, eine Melodie besäßen. Burkhard Spinnen beklagte die zeitlichen Kürzungen von Sprachbeiträgen, die auch das Anspruchsniveau senkten: Wie solle man einen Gedanken entfalten, wenn man nicht einmal zweieinhalb Minuten zu Verfügung habe? Dagegen stellte Thomas Meinecke gerade das Flüchtige des Mediums als seine Besonderheit heraus. Der »magische Moment des Sich-Versendens« bringe ganz spezielle Herangehensweisen mit sich. Ulrike Draesner sah sogar eine Brücke zwischen Literatur im Radio und der Poesie: Auch Dichtung sei ursprünglich zum Hören gedacht, daher notwendigerweise kürzer und flüchtiger, gleichzeitig präziser und wolle »dem Ohr schmeicheln«. Dadurch ergäben sich ähnliche Schreibhaltungen. Zur Präsentation des Geschriebenen im Radio schließlich müsse man sich als Schauspieler begreifen, betonte Burkhard Spinnen. Der eigene Text müsse interpretiert, nicht nur vorgelesen werden. Dabei repräsentiere die Stimme den Vorlesenden sehr genau und individuell. Ulrike Draesner sprach ihr nahezu körperliche Eigenschaften zu und wies darauf hin, welchen Schatz das Radio auf diese Weise von bereits verstorbenen Menschen ansammle.
Einen kleinen Schatz höchst lebendiger Stimmen bildet auch die Sammlung zur Sendereihe »Dichter am Äther«. Davon konnten sich die gut 60 Zuschauer und -hörer dieser gelungenen Veranstaltung überzeugen. Neben guter Unterhaltung durch vergnügliche Anekdoten und launige Bonmots bot sie eine echte Anregung, sich eingehender mit dem Medium Radio und insbesondere der Radioliteratur auseinanderzusetzen. Übrigens: Auch die Veranstaltung selbst war natürlich »dicht am Äther«, denn sie wurde aufgezeichnet und auf WDR3 gesendet. Wer sie weder live miterleben noch im Radio hören konnte, sei auf das Buch von Michael Kothes verwiesen.
Bleiben Sie dicht am Äther! Lauschen Sie den Dichtern!
Zurück zum Titel: Michael Kohtes (Hrsg.): »Dichter am Äther«

|
 |
|