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Natalie Jurewitz, Westfälische Nachrichten, 04. November 2006
Informativer Streifzug
Deutsche Kulturgeschichte im Grundriß


Es sind oft die Überblicksdarstellungen, die sich großer Beliebtheit erfreuen - besonders, wenn es darum geht, einen ersten Einblick in ein Thema zu erhalten oder Allgemeinwissen aufzufrischen. Wilhelm Gössmanns Klassiker von 1960 ist ein solches Werk. Er stellt kompakt und verständlich die Epochen deutscher Kulturgeschichte vor - ohne an inhaltlicher Präzision einzubüßen. Der renommierte Literaturwissenschaftler und Droste-Forscher konzipierte das Buch einst als Einstiegsdarstellung für ausländische Studierende. Doch seitdem haben es auch Generationen deutscher Studenten und anderer kulturhistorisch Interessierter gelesen. Der Autor hat das Standardwerk nun komplett überarbeitet, vor allem sprachlich. Zudem ist mit seinem Ausblick auf das vereinigte Europa ein weiteres Kapitel hinzugekommen. Damit bietet das Werk dem Leser in einem kurzweiligen Streifzug Basiswissen über die geschichtlichen Grundlagen der deutschen Kultur von der Antike, dem Christen- und Germanentum über das Mittelalter und die Zeit des Humanismus und der Reformation bis zum Absolutismus im Barock. Abgerundet wird der Einführungsband durch den Bogen, den der Autor vom Zeitalter der Aufklärung über die Industrialisierung und die beiden Weltkriege bis zur Gründung zweier deutscher Staaten schlägt.
    Im Mittelpunkt der einzelnen Kapitel stehen neben politischen Ereignissen wichtige Stationen der Geschichte von Musik, bildender Kunst, Literatur, Religion und Wissenschaft. Eine Zeittafel im Anhang sorgt für den chronologischen Überblick.

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Wilhelm Gössmann (unter Mitarbeit von Monika Salmen und Melanie Florin): »Deutsche Kulturgeschichte im Grundriß«




Interview mit Wilhelm Gössmann, Westdeutsche Zeitung, 01. August 2006
Auch die WM prägt unsere Kulturgeschichte
Standartwerk für Studenten: Wilhelm Gössmans »Deutsche Kulturgeschichte« bringt der Grupello Verlag nun in einer überarbeiteten Fassung heraus.


WZ: Herr Gössmann, Ihre »Deutsche Kulturgeschichte« kam 1960 heraus und ist jetzt noch einmal -überarbeitet - erschienen. Hat sich der Kulturbegriff seitdem verändert?
    Gössmann: Ich war damals Dozent in Japan, und da gab es so ein Buch noch nicht. Ich war erstaunt, als ich es geschrieben habe, daß die deutsche Kulturgeschichte besser ist als die deutsche Geschichte: Sie enthält nichts Böses. Man muß die deutsche Kultur allerdings im Zusammenhang mit der europäischen Kultur sehen, und da hat sich in der Zeit seit 1960 einiges verändert. Grenzprobleme existieren kaum mehr. Eine kulturelle Einheit gibt es in Europa schon seit dem Mittelalter.

WZ: Wie grenzen sie den Kulturbegriff ab?
    Gössmann: Die Grundlage ist die deutsche Sprache, also gehören die Schweiz und Österreich auch dazu. Die Geschichte wird dargestellt von ihren Anfängen bis zur Jetztzeit, von wirtschaftlichen Aspekten bis hin zur Theologie. Ich wollte die Sachverhalte vereinfachen, jedoch nicht simplifizieren, und war immer um sprachliche Verständlichkeit bemüht.

WZ: Wie genau sah die Überarbeitung aus?
    Gössmann: Ich habe es komplett überarbeitet, vor allem sprachlich, und das letzte Kapitel über die Zeit nach der Wende hinzugefügt. Das Buch geht sogar bis Ratzinger und Merkel. Nur die WM ist noch nicht drin (lacht). Zu dem Zeitpunkt wußte ich noch nicht, wie sie ausgeht. Es herrschte ja eine sehr gute Atmosphäre, so etwas prägt auch die Kulturgeschichte.

WZ: Für wen ist das Buch gedacht?
    Gössmann: Das Buch richtet sich an Studenten im Ausland, in China vor allem, in Rußland, im Irak. Aber auch deutsche Studenten benutzen es häufig, um sich einen Überblick über die Kulturgeschichte zu machen. Das Buch ist 100 000 Mal in alle Welt verkauft worden. Bis zur 3. Auflage haben mich die Kollegen belächelt, daß ich in so einem dünnen Werk (knapp 200 Seiten, Anm. d. Red.) versuche, die Kulturgeschichte wiederzugeben. Aber mir war der Vermittlungsgedanke wichtig, denn ich bin ja Pädagoge. Und ich habe alle Aspekte erwähnt, ohne zu politisieren.

WZ: Das ist bei so einem Thema sicher ganz schön heikel.
    Gössmann: (lacht) Ja, aber ich habe die Naivität von meiner Mutter geerbt, und die brauchte es auch, um so ein Werk zu verfassen. Aber ich besitze auch ein ausgeprägtes Gespür für Humanität und demokratische Grundstrukturen. Heinrich Heine ist nicht zufällig der meistzitierte Autor in dem Buch.

WZ: Die Bundesregierung diskutiert immer wieder über die Einführung einer Leitkultur. Was halten Sie davon?
    Gössmann: Das ist ein ideologischer Begriff, den ich in meinem Buch nie erwähnt habe. Mir geht es ums Lernen und die Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache und Literatur.

WZ: Finden Sie eine Leitkultur denn sinnvoll?
    Gössmann: Ich weiß nicht. Ich schätze eine europäische Kultur und möchte Vielfalt. Erst sollte das kulturelle Wissen kommen und dann erst die politische Anschauung. Die kann man nicht vorschreiben, die muß sich selbst bilden.

WZ: Wie viele Bücher haben Sie denn bisher geschrieben?
    Gössmann: Fast 50 - ich schäme mich fast. Ich habe aber immer wieder andere Arten von Büchern geschrieben.

WZ: Lieber fiktional oder nicht-fiktional?
    Gössmann: Das ist mir beides lieb. Wenn ich etwas wissenschaftlich schreiben kann, dann mache ich es. Wenn nicht, dann schreibe ich literarisch.

WZ: Woran arbeiten Sie gerade?
    Gössmann: An gar nichts. Ich stelle mich momentan auf meinen 80. Geburtstag im Oktober ein ... dabei fühle ich mich noch gar nicht so alt.

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Wilhelm Gössmann (unter Mitarbeit von Monika Salmen und Melanie Florin): »Deutsche Kulturgeschichte im Grundriß«




Frank Preuss, NRZ, 20. Juli 2006
Eine Portion Unbekümmertheit
Wilhelm Gössmanns erfrischend verständlich geschriebene »Deutsche Kulturgeschichte im Grundriss« geht in die siebte Auflage.


Die deutsche Kulturgeschichte auf knapp 200 Seiten? In zehn Kapiteln? Für (beinahe) jeden verständlich erzählt? Daß die Kollegen aus der Wissenschaft erst einmal ein wenig die Nase rümpften über die Idee, wundert den Literaturprofessor und Schriftsteller Wilhelm Gössmann nicht wirklich. »Wie kann sich ein Wissenschaftler für so etwas nur hergeben, haben sie damals gedacht«, erinnert sich, Gössmann und kann heute umso entspannter darüber lächeln: »Deutsche Kulturgeschichte im Grundriß« ist gerade in der siebten Auflage erschienen - und über 150 000 Mal verkauft worden.
    Gössmann, der im Oktober seinen 80. Geburtstag feiert und dessen ansteckenden Enthusiasmus Germanistik-Studenten der Heine-Universität in bester Erinnerung haben, schrieb vor 46 Jahren die erste Version. Damals hielt er Vorlesungen über deutsche Kulturgeschichte in Japan.
    »Das Buch«, erinnert sich Gössmann heute gern, »sollte den geistigen Hintergrund vermitteln beim Erlernen der deutschen Sprache.« Und gleichwohl dem Lernen der Sprache selbst dienen: Es ist daher niemals in eine andere übersetzt worden.
    Doch der rote Band ist keineswegs nur bei ausländischen Studenten begehrt. »Bei den letzten Auflagen haben sich auch deutsche Studenten regelrecht drauf gestürzt«, freut sich Gössmann. Doch eben weil das Buch so kompakt und verständlich, aber nie verflachend einen Überblick über die Epochen der deutschen Kultur gibt, insbesondere der Geistesgeschichte, zählt der Heine-Experte nicht nur Akademiker zu seinen Lesern: »Ich kenne eine bulgarische Putzfrau, die es besitzt.«
    Mit Hilfe von Monika Salmen und Melanie Florin hat Gössmann die aktuelle Auflage gründlich überarbeitet. »Es geht jetzt bis zur Wahl Angela Merkels zur Bundeskanzlerin und der Berufung eines deutschen Papstes«, zählt der Autor auf.
    Sein anschaulicher »Grundriß« beginnt mit den Grundlagen deutscher Kultur in der Antike und schlägt den Bogen in die Gegenwart mit Kapiteln unter anderem über das Spätmittelalter, Humanismus und Reformation, das Zeitalter des Barock, die Aufklärung, das Jahrhundert der Wissenschaft, das Deutschland zwischen den Weltkriegen und die Wiedervereinigung.
    »Es gehört eine Portion Unbekümmertheit dazu, eine so kurzgefaßte deutsche Kulturgeschichte zu schreiben«, erwähnt Gössmann in seinem Vorwort. Gut, wenn ausgewiesene Literaturwissenschaftler wie er sich diese bewahren. Den Nutzen hat der Leser.

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Wilhelm Gössmann (unter Mitarbeit von Monika Salmen und Melanie Florin): »Deutsche Kulturgeschichte im Grundriß«




Der Patriot, 08. Juli 2006
»Das einzige Buch dieser Art«

Das Buch ist schon fast ein Klassiker. Doch jetzt erstrahlt es in neuem Glanz. 150'000 Exemplare hat der emeritierte Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Professor Wilhelm Gössmann bereits von seiner »Deutschen Kulturgeschichte im Grundriss« verkauft. Für die soeben erschienene siebte Auflage hat er das Werk in Zusammenarbeit mit Monika Salmen und Melanie Florin noch einmal grundlegend überarbeitet.
    »Das ist das einzige Buch, das es in dieser Art in Deutschland gibt: eine kurzgefaßte Kulturgeschichte«, sagt Gössmann. Doch Deutschland hat sich seit der Erstauflage im Jahr 1960 stark verändert. Dem trägt die Neuauflage Rechnung, wie schon die Überschriften der letzten beiden Kapitel »Geteiltes und wiedervereintes Deutschland« und »Ausblick: Deutschland im geeinten Europa« belegen.
    Neben dieser inhaltlichen Aktualisierung hat sich jedoch auch die Zielgruppe geändert. Entstanden ist das Werk aus Vorlesungen, die Gössmann in Japan über deutsche Kulturgeschichte hielt. Das Buch, so die ursprüngliche Idee, sollte dazu dienen, ausländischen Studenten »beim Erlernen der deutschen Sprache den geistigen Hintergrund zu vermitteln«. Ganz bewußt wurde die »Deutsche Kulturgeschichte« daher nie in eine andere Sprache übersetzt. »Die Studenten sollten mit diesem Buch zugleich Deutsch lernen«, betont der Autor.
    Was erst ein Ladenhüter zu sein schien, entpuppte sich bald als veritabler und vor allem lang anhaltender Erfolg. »Erst ging es gar nicht. Dann kümmerte sich das Goethe-Institut darum, und es wurde in der ganzen Welt verkauft«, erinnert sich Wilhelm Gössmann.
    Doch es waren keineswegs nur ausländische Leser, die sich für die praktische Übersicht interessierten. »Bei den letzten Auflagen stürzten sich die deutschen Studenten darauf«, berichtet der Literaturwissenschaftler. Die Neuausgabe richtet sich daher vor allem an den akademischen Nachwuchs im eigenen Lande.
    Der »Grundriss« beginnt mit den geschichtlichen Grundlagen der deutschen Kultur in der Antike, im Christentum und im Germanentum und schlägt einen Bogen bis zur Gegenwart. Der Begriff Kultur ist dabei bewußt weit gefaßt: »Kultur ist (...) Ausdruck des menschlichen Lebens in Werken und sozialen Ordnungen«, schreibt Gössmann im Vorwort. So geht es im Text nicht nur um die Werke der großen Dichter und Denker, Maler und Komponisten, sondern auch um den gesellschaftlichen und politischen Kontext, in dem sie entstanden sind. Themen sind unter anderem »Staat und Religion«, »Die Entwicklung zum Nationalstaat«, »Der Industrialisierungsprozeß« und »Die bürgerliche Lebenswelt«.

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Wilhelm Gössmann (unter Mitarbeit von Monika Salmen und Melanie Florin): »Deutsche Kulturgeschichte im Grundriß«




Rolf Willhardt, Magazin der Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf, 01. Juli 2006
»Schlage die Trommel und fürchte dich nicht...« - Der Germanist und Autor Wilhelm Gössmann wurde 80

Rechtzeitig zum runden Geburtstag des Autors erschien eine überarbeitete Neuauflage eines Klassikers: Wilhelm Gössmanns »Deutsche Kulturgeschichte im Grundriß«. Ursprünglich, noch bis zur dritten Auflage, wurde sie von den Kollegen belächelt. Und noch heute fragt sich manch einer: Wie kann ein 200-Seiten-Bändchen ausländischen Studenten deutsche Geistesgeschichte von Karl dem Großen bis zum Fall der Mauer vermitteln?
    Aber der Erfolg gab Gössmann Recht: Weltweit verkaufte sich sein Buch über 100.000 Mal. Jetzt erschien die siebte Auflage. Und auch so mancher Nicht-Student stöbert gerne in Gössmanns Kompaktkurs-Lesebuch. Ideale Einstiegslektüre zum Verständnis deutschsprachiger und europäischer Kultur. Entstanden ist der »Grundriß« aus Vorlesungen, die der Germanist und Literaturwissenschaftler vor einem halben Jahrhundert in Japan hielt. »Das Bändchen sollte ursprünglich dazu dienen, den Studenten beim Erlernen der deutschen Sprache den geistigen Hintergrund zu vermitteln.«
    Einschub. Die Vita in Kurzform: Wilhelm Gössmann wurde am 20. Oktober 1926 im westfälischen Dorf Langenstraße geboren. Nach Arbeits- und Wehrdienst und anschließender Kriegsgefangenschaft das Studium der Germanistik und Theologie in Münster. 1955 Promotion mit einer Arbeit über Annette von Droste-Hülshoff. Von 1955 bis 1960 lehrte Gössmann als Hochschuldozent an der Sophia- und Tokio-Universität in Japan (s.o.) und trat 1962, nach Deutschland zurückgekehrt, eine Dozentur an der Pädagogischen Hochschule im badischen Weingarten an. 1968 übernahm er eine Professur für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur zunächst an der damaligen Pädagogischen Hochschule Rheinland in Neuss und dann - von 1980 bis zu seiner Emeritierung 1991 - an der jungen Universität Düsseldorf.
    Die wiederum nicht zuletzt auch durch die herzerfrischende Penetranz Gössmanns den Namen Heinrich Heines bekam. Gössmann und Heine: ein turbulentes Kapitel Düsseldorfer Kulturgeschichte. 1973 bis 1983 stand er als Feuerkopf und Trommler ohne Furcht, ganz im Sinne des Patrons, in vorderster Front als Vorsitzender der Heine-Gesellschaft: ein charmanter, eloquenter, wieseliger, ja auch nervender Streiter für die Umbenennung seiner Universität. Die von ihm herausgegebene Anthologie »Geständnisse. Heine im Bewußtsein heutiger Autoren« (1972) sorgte für so manche Irritation bei den Edelfedern der Feuilletons, aber auch für Amüsement im deutsch-deutschen Literaturbetrieb. Carl Zuckmayer schrieb für die »Geständnisse«: »Ich konnte zu Heine, bei aller Bewunderung seiner brillanten Intelligenz und seines dichterischen Vermögens, nie ein Verhältnis finden.« Im selben Jahr nahm Zuckmayer den hochdotierten Heine-Preis der Stadt Düsseldorf an.
    Gössmann bewirkte, daß in der Fachbibliothek Germanistik eine Heine-Büste und, von ihm finanziert, 1993 ein Heine-Gedenkstein vor der Außenwand des Hörsaals 3A aufgestellt wurden; er förderte und verteidigte damals wortgewaltig das heftig umstrittene Vexier-Monument Bert Gerresheims (1981) in der Altstadt. Als dann der Universitäts-Senat tatsächlich am 20. Dezember 1988 zustimmte, die Düsseldorfer Alma mater nach Heine zu benennen, schoß Gössmann nach der Abstimmung wie ein Springteufel von seinem Stuhl auf und zitierte Verse des neuen Namenspatrons. Die einen lächelten, die anderen waren irritiert. Aber die meisten hatten Respekt vor so viel glaubwürdiger Emphase. Einer von Gössmanns Lebensträumen hatte sich erfüllt, warum sollte er sich nicht, mit Tränen in den Augen, von Herzen freuen und das auch mit Dichterworten zeigen? Das Protokoll von damals vermeldet nüchtern: »Sodann zitiert Univ.-Prof. Gössmann einige Zeilen aus dem Gedicht Heines »Deutschland - Ein Wintermärchen««.
    Gössmann, das Doppeltalent: Literaturwissenschaftler und Literat, mit einer erschlagenden Bibliographie, ob Essay, Lehrbuch, Gedichtband, Meditationstraktat oder Roman. »Ich schäme mich fast. Ich habe aber immer wieder andere Arten von Büchern geschrieben«, bekannte er jüngst in einem Zeitungsinterview.
    Eines seiner Schlüsselwörter ist das »Kulturchristentum«, das intellektuelle Bekenntnis zum Christentum auf der Basis sprachlicher und literarischer Kunstwerke. Was die Kenntnis der fernöstlichen Meditation und die Ikebana-Meisterschaft nicht ausschließt.
    Gössmann, der Lehrer. Generationen junger Germanisten, Literaturwissenschaftler, Autoren sind durch seine Schule gegangen. Die Studenten lieben den kleinen Mann mit dem wachen Blick und der flammenden Eloquenz, der (wohlkalkulierten) Schusseligkeit. Und Gössmann hat nie einen Hehl daraus gemacht, daß er von der Pädagogischen Hochschule zur Universität kam. Er weiß, anders als so manche nachgeborenen Collegae, mit jungen, wißbegierigen Menschen umzugehen. Bis heute. Ein westfälischer Dickschädel in Düsseldorf? »Das snobistische Düsseldorf ist für mich eine Herausforderung, - aber ich liebe es!«, schrieb er 1991.
    Nach dem »Schlage die Trommel und fürchte dich nicht« folgt in Heines Zeitgedicht »Doktrin« ein nahezu Gössmann'scher Herzensvers voll Lebensfreude, voll Ironie: »Und küsse die Marketenderin! Das ist die ganze Wissenschaft, das ist der Bücher tiefster Sinn.«

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Wilhelm Gössmann (unter Mitarbeit von Monika Salmen und Melanie Florin): »Deutsche Kulturgeschichte im Grundriß«