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Düsseldorfer Jahrbuch Band 76, 01. Juni 2006
Clemens-Peter Bösken, Tatort II. Fälle des Düsseldorfer Morddezernats

Die Faszination, die von Verbrechen ausgeht, findet immer wieder ihre Leser. So hat der vom selben Autor veröffentlichte erste Band schon drei Auflagen erlebt. In dem zweiten Band werden wieder in unterkühlter distanzierter Amtssprache, die sehr den amtlichen Dossiers angeglichen ist, Original-Mord fälle bzw. Verbrechen erzählt, die in den 1950cr bis 1980er Jahren von der Düsseldorfer Mordkommission der Polizei bearbeitet wurden. Ausführlich wird auch der Fall Bartsch aus den 1960er Jahren behandelt, der seinerzeit wegen der Grausamkeit der Kindermorde für sehr großes Aufsehen gesorgt hat. Letztlich wird bei der Lektüre die Banalität des Verbrechens deutlich.

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Clemens-Peter Bösken: »Tatort II«




Rund um den Quadenhof, Harald Posny, 01. Dezember 2005
Noch mehr vom Tatort Düsseldorf

»Tatort II« ist, kaum zu glauben, Böskens achtes Buch, das in relativ rascher Folge erschienen ist – kein Serienwerk, sondern erstaunlich spannend geschrieben. Erzählt wird die Aufklärung von 17 spektakulären Kriminalfällen, die zu ihrer Zeit – 1962 bis 1990 – Medien und Öffentlichkeit gleichermaßen beschäftigt haben. Und das damals wie heute mit einem Hauch von Grusel.
    Es sind nicht Fälle, um deren gerichtliche Würdigung oder Strafe sich der 1946 in Düsseldorf geborene Amtsrichter hätte kümmern müssen. Es sind verlässlich authentische Fälle, die ihm sein Freund Armin Mätzler, damals Leiter des Morddezernats der Kriminalpolizei, erzählt hat, wohl auch mit allen ermittlungstechnischen Einzelheiten. Auch Mätzler, inzwischen nach Köln befördert, kann Erfolge vorweisen. Er verfügte in seiner Behörde über eine erstaunlich hohe Aufklärungsquote bei Kapitalverbrechen (darunter fallen auch Tötungsdelikte) in Düsseldorf.
Da ist also die Geschichte um eine Frau, die angeblich ihren Vermieter ermordet hat, um ein Baby, das von seinem Bruder getötet worden sein soll. Es geht um den Serien-Kindermörder Jürgen Bartsch, der nach einer von ihm selbst gewünschten Sterilisation auf dem Op-Tisch gestorben ist. Schließlich ein Fall von Geiselnahme in einer Bank.
    Das alles wird ohne Emotionen, doch spannend erzählt, wobei sich der Rezensent ertappt, ob die einzelnen Fälle selbst oder deren Aufklärung und das ermittlungstechnische Drum-herum interessanter ist. Das ist allemal das Lesen wert.
    Nach drei Sachbüchern, hat der fast 60-jährige Jurist jetzt den dritten Krimi geschrieben, dazu zwei humoristische Wörterbücher über Limmericks und ein »Niederhochdeutsches Wörterbuch des tieferen Sinns«.
    Angefangen hatte seine Autorentätigkeit, als er sich mit dem Gerresheimer Hexenprozess von 1737/38 beschäftigte. Die zunächst geschriebene Arbeit für den »Quadenhof«, eine juristische Aufbereitung des gesamten Falls, wurde kurz darauf im Grupello-Verlag veröffentlicht. Keiner der schon vorhandenen Bösken-Fans muss sich beklagen: Das neunte Buch, zugleich der vierte Krimi, wird im kommenden Jahr erscheinen.

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Clemens-Peter Bösken: »Tatort II«




www.alligatorpapiere.de, 06. September 2005
Tatort II. Fälle des Düsseldorfer Morddezernats.

1044 versuchte Tötungsdelikte verzeichnet die Düsseldorfer Kriminalpolizei für die Zeit von 1958 bis 1992. Dennoch gehört Düsseldorf zu den eher sicheren Großstädten der Bundesrepublik. Eine Untersuchung von 1966 über die Häufigkeit krimineller Delikte pro 1000 Einwohner zeigt für Düsseldorf den Punktewert von 50,3 (zum Vergleich: Frankfurt/M = 67,6 / Hamburg = 57,7 / Köln = 55,9 / Bremen = 54,5 / Essen = 41,54).
»Tatort II« schließt nicht unmittelbar an »Tatort Düsseldorf« (s.o.) an. Die für »Tatort II« ausgewählten und geschilderten Kapitaldelikte behandeln hauptsächlich Kriminalfälle aus dem Bereich des 1. Kriminalkommissariates (Mordkommission / heute KK 11) unter Leitung von Armin Mätzler. In seine Dienstzeit fielen 220 vollendete Tötungsdelikte in Düsseldorf und Umgebung, von denen 212 aufgeklärt werden konnten (u.a. die des Serienmörders Jürgen Bartsch)! Neben den Fallbeschreibungen werden von Bösken auch Begriffe wie »Massenmörder«, »Serienmörder«, »DNA« etc erläutert.

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Clemens-Peter Bösken: »Tatort II«




Rheinische Post, 03. September 2005
Tatort Düsseldorf

Vom Gerichtssaal hinter den Schreibtisch: Clemens-Peter Bösken, Richter am Amtsgericht Düsseldorf, stellte nun sein neues Buch vor. »Tatort II« ist die Fortsetzung des 2004 erschienenen Buches »Tatort Düsseldorf«. In seinem aktuellen Buch schildert der 59-jährige Autor Kriminalfälle aus den Jahren 1962 bis 1990, für die das Düsseldorfer Dezernat Kl zuständig war. Vom Massenmörder bis hin zur Geiselnahme: In den 17 Kapiteln behandelt der Autor verschiedene Themen. Bösken: »Die Geschichten werden dem Leser an die Seele gehen.«
    Das Buch schildert Fälle, die Armin Mätzler, der bis 1985 Leiter des Kl war, bearbeitet hat. Zu dieser Zeit war Mätzler insbesondere auch für den Fall »Jürgen Bartsch« zuständig. Die Geschichte des Serienmörders wird im Buch aufgegriffen.

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Clemens-Peter Bösken: »Tatort II«




Bild Düsseldorf, 01. September 2005
Herr Amtsrichter hat wieder Morde gesammelt

Düsseldorf - Seit 30 Jahren verurteilt er in Zivilverfahren Streithähne, jetzt bringt Clemens-Peter Bösken (59) sogar Serienmörder und Geiselnehmer zur Strecke ...
    In seinem neuen Buch »Tatort II« rollt der Amtsrichter wieder berühmte Fälle der Düsseldorfer Kripo auf, u.a. den von Jürgen Bartsch (tötete 1966 vier Kinder).
    »Ich erzähle Fälle aus den Jahren 1962 bis 1990 unter kriminalgeschichtlicher Perspektive«, erzählt Bösken. »Die Ermittlungs-Möglichkeiten haben sich seitdem weiterentwickelt.«
    Praktisch für Bösken: Fakten-Lieferant ist sein Nachbar Armin Mätzler, Ex-Chef des Morddezernats. Böskens »Lieblingsmord«: Ein spielsüchtiger Arzt, der als Heiratsschwindler mehrere Frauen umbringt.

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Clemens-Peter Bösken: »Tatort II«




Neue Rhein-Zeitung Düsseldorf, 01. September 2005
Der Richter an der Feder

Der Richter kann es nicht lassen - Clemens-Peter Bösken stellte gestern sein achtes Buch vor: »Tatort II - Fälle des Düsseldorfer Morddezernats« berichtet von spektakulären Kriminalfällen zwischen 1962 und 1990. Da ist die Frau, die verdächtigt wird, ihren Vermieter getötet zu haben. Oder das Baby, das mit schweren Hirnblutungen in die Klinik kommt. War es der Bruder? Auch dem Serienmörder Jürgen Bartsch und den Geiselnehmern in einer Bank begegnet man wieder.
    Die Leser der 17 Geschichten folgen den Erkenntnissen der Ermittler. Kein Wunder, denn Böskens Quelle ist der ehemalige Leiter des Düsseldorfer Morddezernats Armin Mätzler. Der erzählte dem schreibenden Richter von seiner Arbeit. »Ich habe eine Menge gelernt«, erklärte Bösken.
    Zum Schreiben brachte ihn eine Löwenskulptur, der er nachts auf dem Heimweg begegnete. Sie erinnert an den letzten Hexenprozess. Er recherchierte den Fall - sein erstes Buch.
    Neben drei Sachbüchern hat er drei Krimis sowie zwei humoristische Wörterbücher veröffentlicht.

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Westdeutsche Zeitung Düsseldorf, 01. September 2005
Der Mörder ist immer der Metzger

»Nur zehn Prozent aller Sterbefälle werden daraufhin untersucht, ob Fremdverschulden vorliegt.« Wenn aber die Strafverfolgungsbehörden auf ein Verbrechen aufmerksam werden, ist die Aufklärungsquote hoch. Von 220 Tötungsdelikten, die der damalige, langjährige Leiter des heutigen Kriminalkommissariats 11 beim Polizeipräsidenten in Düsseldorf, Armin Mätzler, bearbeitete, konnte er 212 aufklären. Diesem Mann verdankt der Düsseldorfer Amtsrichter Clemens-Peter Bösken die Anregungen zu seiner zweiten Sammlung kriminellen Geschehens im Düsseldorfer Raum. In »Tatort II« geht es um »Fälle des Düsseldorfer Morddezernats«.
    Wie bereits im Vorgängerband »Tatort Düsseldorf«, in dem er sich auf den Zeitraum von der Kaiserzeit bis 1984 konzentriert und Stadtgeschichtliches verstärkt mit einbezogen hatte, berücksichtigt Bösken auch diesmal kriminaltechnische Entwicklungen und erzählt gewohnt unreißerisch, sachlich; dennoch sitzt man, dunkelt es nach der gut dreistündigen Lektüre des Buches abendlich, so verspannt da wie nach »Aktenzeichen XY«.
    Triebtäter, Raubmörder, Geiselnehmer - es sind Bekannte von nebenan, Freunde, Familienmitglieder, aber auch Unbekannte, auf deren Opferprofil jemand paßt oder die blinde Gewalt ausüben. Bösken lenkt nach nüchterner Genauigkeit der Tatschilderungen das Interesse auf die akribischen, zum Teil pfiffigen Ermittlungsverfahren -eine »Fahndungsparty« zur Rekonstruktion eines Geschehens bringt den Mörder zu Fall - berücksichtigt behutsam die Täterprofile wie das des Serienmörders Jürgen Bartsch, erörtert kritisch etwaige Fehleinschätzungen von Psychologen an Landeskrankenhäusern bezüglich der Gefährlichkeit von Patienten, was zu fatalen Freigängen führte, und verdeutlicht, wo sich die Jurisdiktion selbst ein Bein zu stellen droht, wie etwa im Fall des spielsüchtigen Arztes, der seinen Kopf aufgrund eines Formfehlers aus der schon sicher zu nennenden Schlinge des Gesetzes zu ziehen vermochte, obgleich die Indizien haarsträubend gegen ihn sprachen.

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Westdeutsche Zeitung Düsseldorf, Christoph Gammler, 01. September 2005
Bei Schlafproblemen nicht zu empfehlen

Zum Einschlafen zu spannend: In seinem neuen Buch »Tatort II« schockt Clemens-Peter Bösken mit echten Fällen aus Düsseldorf.

Als die Polizei eintraf, war der Tatort schon verändert worden. Eine Kollegin aus dem leichten Gewerbe hatte das Opfer etwas ordentlicher und weniger obszön drapiert. Dennoch lag die Tote in schockierender Pose vor dem Bett. Alle Wiederbelebungsversuche mussten scheitern; die Prostituierte war brutal erwürgt worden.
   Was wie der Beginn eines Krimis anmutet, hat sich so 1972 leider abgespielt. Im Großbordell in der Nähe des Düsseldorfer Hauptbahnhofs. Dort wo sich in den Fenstern leichtbekleidete Damen lasziv räkeln, wenn der Intercity vorbeirattert.
   Clemens-Peter Bösken geht in seinem zweiten Buch über Düsseldorfs historische Kriminalfälle häufig bis an die Grenze des Erträglichen. »Tatort II ist wirklich nur etwas für abgehärtete Krimileser«, gibt er zu, »einige Sachen gehen einem wirklich an die Seele.« So zum Beispiel der »Fall Jürgen Bartsch«. Der Serienmörder hatte in den 60er Jahren vier junge Männer auf sadistischste Weise vergewaltigt und umgebracht. Eine Menge Literatur beschäftigt sich mit dieser Mordserie – Tatort II bringt jetzt neue Informationen ans Tageslicht.
   Selbst erlebt hat Bösken die Fälle nur am Rande. Zwar ist er seit 1974 Richter beim Landgericht Düsseldorf. Doch urteilt er dort nur über zivilrechtliche Streitfälle. Sein Nachbar hingegen, Armin Mätzler, war bis 1985 Leiter des K1 und somit für die Aufklärung von Tötungsdelikten zuständig. Beim Gespräch über den Gartenzaun erfährt Bösken die spannenden Anekdoten des Kommissars. »Mätzler sprudelt über vor Geschichten. Dabei hat er ein wahnsinnig gutes Gedächtnis für Einzelheiten«, strahlt Bösken. Zusammen mit Polizei- und Justizakten sowie aus Zeitungsartikeln rekonstruiert der schreibende Richter die Fälle und bereitet sie auf. In nur knapp fünf Monaten hatte er das Manuskript erstellt. »Immer wenn ich Lust hatte, setzte ich mich hin und fange an zu schreiben.«
   Manchmal ist die Wirklichkeit so spannend wie die Fiktion. Daher zeigte auch das Fernsehen Interesse: Ein Kriminalfall, mit dem er sich auch beschäftigt hatte, wurde 1958 in der ZDF-Serie »Stahlnetz« verfilmt. Nicht nur reißerische Spannung ist sein Ziel. »Mir geht es vor allem um eine sachliche, kriminologische und strafrechtliche Schilderung.«
   Erinnert Böskens nüchterne Sprache zwar an eine Mischung aus Aktenzeichen XY und richterlichem Urteilsspruch, so lassen einen die Fälle dennoch nicht mehr los. Das geht auch Bösken so: »Besonders bewegt hat mich der Fall, als ein erfolgreicher Arzt der Spielsucht verfallen war«, erzählt er. Der Mediziner hatte sich aus Geldnot als Heiratsschwindler versucht und ermordete schließlich zwei Frauen. Einziger Trost bei allen geschilderten Grausamkeiten des Buches: Am Ende gewinnt immer das Gute, es wartet die gerechte Strafe. Logisch, der Autor ist ein Richter.

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Clemens-Peter Bösken: »Tatort II«