Zurck zu : Die Familie von Hatzfeldt

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William Godsey, Hessisches Jahrbuch fr Landesgeschichte 57 (2007): S. 301-02, 02. Januar 2008
Jens Friedhoff: Die Familie von Hatzfeld.
Adelige Wohnkultur und Lebensfhrung zwischen Renaissance und Barock.


Die vorliegende Verffentlichung zur Geschichte der ursprnglich oberhessischen Familie Hatzfeldt stellt eine leicht genderte Fassung einer Dissertation dar, die an der Universitt Gesamthochschule Siegen im Fach Geschichte angenommen wurde. Teilweise deckt sie einen wesentlich greren Zeitraum ab, als im Titel angekndigt wird. Die Arbeit ist in sechs Hauptabschnitte geteilt. In einer biographisch-ereignisgeschichtlichen Untersuchung werden die verschiedenen Linien des Hauses Hatzfeldt zwischen der ersten urkundlichen Erwhnung im Jahr 1138/39 (S. 31) und etwa 1870 personengeschichtlich knapp erfat. Im zweiten Teil wird das Thema Herrschaftsausbau und -konsolidierung der Hatzfeldt im oberhessischen Raum und im Wildenburger Land zwischen dem 13. und dem 16. Jh. besprochen. Der dritte Abschnitt beschftigt sich mit den wirtschaftlichen Grundlagen Hatzfeldtscher Herrschaft hinsichtlich der Grundherrschaft, der Eigenwirtschaft, dem Frstendienst und Kreditgeschften vom 15. bis zum ersten Viertel des 18. Jhs.
Der stark kunstgeschichtlich geprgte Ansatz des Autors kommt v. a. im vierten und fnften Teil der Arbeit, die sowohl den stdtischen Immobilienbesitz der Hatzfeldt in Siegen, Bielefeld, Kln, Bonn, Wrzburg, Engers, Jlich, Aachen und Breslau als auch das Schlo als Ort adeliger Reprsentation und Lebensfhrung behandeln, zum Ausdruck. In einem letzten Abschnitt werden Einblicke in die adelige Haushaltsfhrung geboten, wobei zwischen Hofgesinde und Dienerschaft und der adeligen Kernfamilie unterschieden wird. Trotz ihres Titels und ihrer betrchtlichen Lnge von mehr als 600 Seiten stellt diese Studie keine Gesamtdarstellung des Hauses Hatzfeldt in der Frhneuzeit dar. Bedauerlich ist, da das zentrale Problem der Familiengeschichte im behandelten Zeitraum, der in der ersten Hlfte des 17. Jhs. beginnende steile politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Aufstieg, nicht systematisch behandelt wird. Eine zusammenhngende Darstellung dieses Aufstiegs, der mit der Erwerbung von umfangreichen Besitzungen auerhalb des angestammten Herrschaftsgebiets einherging und mit dem Frstenstand gekrnt wurde, findet sich hier ebenfalls nicht.
Das Problem der groen Quellendichte zu einem weitverzweigten Geschlecht, dessen Reichweite allmhlich einen Groteil Zentraleuropas von Lothringen bis Schlesien umfate, ist in verschiedener Weise ersichtlich. Einerseits setzte der Autor eng begrenzte Schwerpunkte, deren Auswahl nicht immer ausreichend begrndet und in den Kontext der Gesamtfamilie bzw. der einzelnen Zweige gestellt wird. Hauptschlich zugunsten einer bersicht ber die Einnahmen und Ausgaben der kleinen Herrschaft Crottorf im Wildenburger Land in den Jahren 1698-1701, die schon Mitte des 16. Jhs. in den Besitz der Familie kam, wird auf eine umfassende Analyse der Wirtschaftskraft der im 17. Jahrhundert erworbenen Hatzfeldtschen Herrschaften in Franken, Thringen und Schlesien (S. 18) verzichtet. Andererseits wird ber lange Strecken aus den Dokumenten referiert, wobei der Text mit zum Teil recht belanglosen historischen Details insbesondere rechnerischer Natur berladen wird. Stellvertretend drfen hier die Angaben ber die Fertigstellung eines Prunkbettes fr einen Domherrn aus der Familie erwhnt werden (S. 553 f.).
Als Hauptquelle dieser Arbeit wurden Rechnungen und Inventare herangezogen, was fr die Abschnitte ber die wirtschaftlichen Grundlagen der Familie und deren Besitz naheliegend ist. Weniger aufschlureich erweisen sie sich als Basis fr die Diskussion ber Erziehung, Ausbildung und Unterbringung in Dom- und Ritterstiften. berhaupt unterbelichtet bleibt das Verhltnis der Hatzfeldt zur Reichskirche, die eine Schlsselrolle in ihrem Aufstieg spielte. Wenn man das Ahnenerfordernis fr den Eintritt in adelige Stifte bedenkt, mutet die Feststellung des Autors, da die Hatzfeldt ihre Ehepartner aus dem Uradel whlten - ein Begriff der erst in der Sptaufklrung aufkam - mehr als seltsam an (S. 561 f.).
Im kunstgeschichtlichen Schwerpunkt des Buches geht der Autor ber die engere Umgebung von Crottorf hinaus und bietet einen berblick ber die stdtischen Schaupltze der Geschichte der einzelnen Familienlinien von Kln ber Wrzburg bis Breslau an. Das ganze Haus im frhneuzeitlichen Sinne (Hofhaltung, Dienerschaft usw.) wird hier thematisiert, auch wenn die Mitglieder der Kernfamilie als Auftraggeber und Mitgestalter ihrer Huser - wie bei der Errichtung des barocken Palais in Breslau von 1714 bis 1722 (S. 351-359) - noch schwer greifbar bleiben. Angesichts der in der bisherigen genealogisch-biographischen Literatur unzureichenden Bercksichtigung der Hatzfeldt sind die, allerdings nicht leicht als Nachschlagewerk benutzbaren, personengeschichtlichen Teile der Arbeit positiv hervorzuheben. Manche fehlerhaft in der Sekundrliteratur berlieferten Lebensdaten, wie jene der Grfin Marie Charlotte Hatzfeldt-Gleichen, geborene Grfin Ostein (1733-1821 statt 1733-1809), sind hier dennoch bernommen (S. 119) und einige Namen, z. B. jener des Georges Louis Baron de Coudenhove (1735-86), Gemahl der berhmt gewordenen Vertrauten des Mainzer Kurfrsten, Sophie geborene Freiin von Hatzfeldt-Werther-Schnstein (1747-1825), haben den Weg in den Orts- und Personenindex am Ende des Bandes nicht gefunden. Um den berblick zu erleichtern, wren Stammtafeln wnschenswert gewesen.
Wien . William D. Godsey, Jr.


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Jens Friedhoff: »Die Familie von Hatzfeldt«




Klaus Mller, Rheinische Vierteljahrsbltter, 01. Oktober 2006
Jens Friedhoff: Die Familie von Hatzfeld.
Adelige Wohnkultur und Lebensfhrung zwischen Renaissance und Barock



In den letzten Jahrzehnten hat sich die Frhneuzeitforschung mit zunehmender Intensitt der Geschichte des deutschen Adels angenommen. 1993 konnte Rudolf Endres eine erste, vom Vf. allerdings nicht genannte, Bilanz vorlegen. Die hier anzuzeigende Arbeit will am Fallbeispiel der ursprnglich aus Oberhessen stammenden Familie Hatzfeld mit ihrem gleichnamigen Stammsitz an der Eder adelige Wohnkultur und Lebensfhrung zwischen dem Sptmittelalter und dem 18. Jh. untersuchen. Seit dem 15. Jh. gelang es der Familie, die kleine Herrschaft Wildenburg westlich von Siegen zu einem kleinen geschloenen Territorium auszubauen. Mitte des 16. Jhs. gelangte Schlo Crottorf im Wildenburger Land an Wilhelm von Hatzfeld. Aus der Linie Hatzfeld-Crottorf ging der wohl bekannteste Spro der Familie, der kaiserliche Generalfeldmarschall Melchior von Hatzfeld, hervor, der 1641 die niederschlesische Herrschaft Trachenberg bei Breslau erwarb.
Fr seine umfangreiche Monographie standen dem Verfasser vor allem die reichen Bestnde des Hatzfeld-Wildenburgschen Archivs in Schnstein (Kreis Altenkirchen) sowie das Depositum Hatzfeld im Woiwodschaftsarchiv in Breslau zur Verfgung. Er konnte Rechnungsbcher, Akten und Urkunden nutzen, um erstmalig eine detaillierte bersicht ber die Entwicklung der zahlreichen Linien des Gesamthauses zu erarbeiten. Es folgt dann eine Darstellung des Hatzfeldschen Besitzes, der sich bis nach Thringen, Franken und Schlesien erstreckte. Zum besseren Verstndnis dieser Abschnitte htte es sicher beigetragen, wenn der Verfasser Stammtafeln und bersichtskarten beigefgt htte.
Besonders eingehend befat sich Friedhoff mit den wirtschaftlichen Grundlagen der Familie. Im Mittelpunkt dieses Teils steht die Herrschaft Crottorf, aus der sich eine ziemlich dichte Folge von Rechnungsbchern vom letzten Drittel des 16. bis zur Mitte des 18. Jhs. erhalten hat. Wirtschaftsgeschichtlich ist dies die Zeitspanne, die im langen 16. Jh. einsetzt und sich ber die Kontraktionsphase des 17. bis in die beginnende Aufschwungphase des 18. Jhs. erstreckt. Ob dieser globale Trend auch in der konomischen Entwicklung der Hatzfeldschen Besitzungen seinen Niederschlag gefunden hat, geht aus der Untersuchung nicht hervor. Offensichtlich war der Verfasser mehr an der detaillierten Untersuchung einzelner Rechnungen interessiert. Im Mittelpunkt seiner Analysen stehen die Crottorfer Frucht- und Geldrechungen aus den Jahren 1698 bis 1701 sowie eine Hatzfeld-Crottorfsche Privatrechnung von 1722/23. Wie sich zeigt, spielten die Ertrge aus adeligem Eigenbetrieb hier eine geringere Rolle als in den in Franken, Thringen und Schlesien gelegenen Herrschaften. Die Leistungen der Untertanen erfolgten teils in natura, teils in Geld. 1699 und 1701 machte der Verkauf von Getreide etwa die Hlfte der Gesamteinknfte aus. Wichtig ist auch die Feststellung, da die Familie in der sich intensivierenden Geldwirtschaft der Neuzeit durch Pfand- und Kreditgeschfte mit greren Landesherren eine aktive Rolle spielte.
Wie andere Angehrige des hohen Adels erwarben die Hatzfelds umfangreichen stdtischen Immobilienbesitz, nicht zuletzt in den rheinischen Reichsstdten Kln und Aachen. Stdtische Hfe, in der Domstadt der Wolfer Hof in der Pfarrei St. Mauritius und der Hatzfelder Hof am Alten Ufer, dienten der Reprsentation, aber auch als Zufluchtsort in Kriegszeiten. Anhand der berlieferten Inventare und der Rechnungen erhlt man Einblick in die bauliche Entwicklung, die Ausstattung und die Nutzung der stdtischen Immobilien.
Reiches Quellenmaterial stand auch fr die Geschichte der Hatzfeldschen Schlsser zur Verfgung. Es informiert ber die Entwicklung vor allem Crottorfs vom sptmittelalterlichen festen Haus ber die befestigte Schloanlage der Renaissance zum barockisierten Adelssitz des 17. Jhs. Als beteiligter Kunsthandwerker wird namentlich der italienische Stuckateur Giovanni Domenico Rosso greifbar. Interessante Aufschlsse liefern die Baurechnungcn auch ber die Beschaffung und den Transport des Materials sowie ber die Ttigkeit der meist aus der nheren Umgebung herangezogenen Handwerker.
Der letzte Teil des Buches ist der Analyse adeliger Lebensfhrung, wie sie sich nicht zuletzt in der Zusammensetzung der Haushaltungen, der Beschftigung und Besoldung von Dienerschaft und Gesinde spiegelt, gewidmet. In diesen Zusammenhang gehren auch die Ausfhrungen ber die Erziehung der jungen Adeligen. Wie in anderen Familien unterschieden sich die Jungen und Mdchen gewhrten Bildungschancen erheblich. Die Aufwendungen fr Unterweisung, Studium und Kavalierstour der jungen Mnner, die oft genau angegeben werden knnen, waren betrchtlich. Sie waren jedoch erforderlich, wenn man den Hatzfelds lukrative Pfrnden fr die jngeren Shne in Stifts- und Domkapiteln sichern wollte. Im Rahmen der Familienpolitik des Hauses werden des weiteren Erbregelungen, Heiratsmuster und Probleme der Witwenversorgung geschildert.
Das ungewhnlich umfangreiche Buch stellt keine leichte Lektre dar. Dies liegt vor allem daran, da der Leser fast stndig mit einer berflle an Details konfrontiert wird. Stellenweise gert die Darstellung zu einem bloen Referat aus den herangezogenen Rechnungsbchern und Inventaren. Anscheinend bot das berlieferte Material dem Autor keine Mglichkeiten zur Erstellung von Preis- und Lohnreihen oder anderen seriellen Aufstellungen, die an die Stelle der vielen Einzelangaben htten treten knnen. Wer sich allerdings ber einzelne Angehrige der Familie Hatzfeld, deren Besitz, Einknfte und Aufwendungen genauer informieren mchte, wird hier nicht enttuscht werden.


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Jens Friedhoff: »Die Familie von Hatzfeldt«




Anke Hufschmidt, Dsseldorfer Jahrbuch Band 76, 01. Juni 2006
Jens Friedhoff: Die Familie von Hatzfeldt. Adelige Wohnkultur und Lebensfhrung zwischen Renaissance und Barock

In Dsseldorf verbindet sich der Name der Adelsfamilie Hatzfeldt mit jener Grfin Hatzfeldt, die als Frdererin und Gefhrtin von Ferdinand Lassalle in die Geschichte eingegangen ist. Ihrer Familie hat nun Jens Friedhoff eine umfangreiche Studie gewidmet. Dabei formuliert er den Forschungsanspruch seiner Dissertation, indem er sich eher traditionellen Arbeiten zu Einzelgeschlechtern zuordnet. Der Verf. fragt allgemein nach den Wirk- und Entfaltungsmglichkeiten des nicht-frstlichen Adels in seinen Wechselbeziehungen zu Region, Reich und Kirche; verzichtet aber auf eine Ausrichtung an den zahlreichen virulenten Fragestellungen einer seit bald zwei Jahrzehnten uerst lebhaften Forschung zum frhneuzeitlichen Adel. Der Titel verspricht eine Konzentration auf adlige Wohnkultur und Lebensfhrung zwischen Renaissance und Barock, das Werk selbst spannt indessen einen ungleich greren Bogen: In sechs Kapiteln verfolgt der Verf. die Entwicklung der Familie von den ersten Erwhnungen im 12. Jahrhundert bis in das 19. Jahrhundert hinein. Der Zweig Hatzfeldt-Crottorf-Gleichen der ursprnglich aus Oberhessen stammenden Familie wurde 1635 zu Reichsgrafen erhoben. Dieser Zweig verfgte spter auch ber Besitzungen in Schlesien, Franken und Thringen, weshalb der Blick der Untersuchung weit ber das Rheinland und dessen benachbarte Regionen hinausgeht.
Die Vielzahl der Hatzfeldtschen Linien stellt der Verf. in einer Biographisch-ereignisgeschichtlichen Untersuchung vor. Sie enthlt Hinweise auf Eheschlieungen und die damit verbundenen Transferleistungen von Vermgen an weibliche Familienmitglieder, testamentarische Verfgungen sowie Besitzarrondierungen. Im Hinblick auf den Stellenwert der Familie innerhalb des Adels und im Verhltnis zu Landesherren sind Angaben ber mterkarrieren und militrische Laufbahnen, unter denen die von Melchior von Hatzfeldt-Crottorf-Gleichen (1593- 1658) herausragt, sowie Eintritte in geistliche Einrichtungen von entscheidender Bedeutung. Diese Aufzhlung ist ohne Zweifel verdienstvoll, doch wre hier sicher eine grafische bersicht zur Genealogie hilfreich gewesen. Ebenso wnschenswert wre es gewesen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede der unterschiedlichen Formen von Familienpolitik zwischen den hatzfeldtschen Linien herauszuarbeiten.
Das Kapitel ber die Anfange des Hauses Hatzfeldt widmet sich dem Aufbau und der Konsolidierung seiner Herrschaft im oberhessischen Raum und im Wildenburger Land. Seit dem spten 12. Jahrhundert galt es, im Spannungsfeld zwischen dem Erzstift Mainz und den Landgrafen von Hessen die Interessen der Familie durchzusetzen. Die Hatzfeldt standen in Lehnsbeziehungen zum Erzstift Kln sowie den Grafen von Nassau-Wittgenstein und regelten durch Ganerbenvertrge das Miteinander der unterschiedlichen Familienzweige. Zunchst traten Familienangehrige vor allem als Funktionstrger der Mainzer Erzbischfe in Erscheinung, spter durch Pfandnahme von Gtern und Rechten, schlielich mit der bernahme von Aufgaben in der Landesverwaltung.
Mit den vier Aspekten Grundherrschaft, Eigenwirtschaft, Frstendienst und Kreditgeschfte benennt der Verf. im folgenden Kapitel Eckpfeiler der wirtschaftlichen Grundlagen adliger Herrschaft in Mittelalter und Frher Neuzeit. Zwar verweist er auf das fr andere Regionen bereits aufgearbeitete Problem der sptmittelalterlichen Agrarkrise, ihre wirtschaftlichen Grundlagen und Bedeutung fr den niederen Adel. Seine quellengesttzte Untersuchung der Einknfte und Ausgaben des Renteibezirks Crottorf fokussiert jedoch die Zeit von 1698 bis 1701, als die Linie Hatzfeldt-Crottorf-Gleichen hier ihre Residenz unterhielt. Der Verf. kommt zu dem Schlu, da die grten Einnahmen grundherrschaftlicher Natur waren, whrend bei anderen Besitzungen, vor allem im Osten, Ertrge aus der Eigenwirtschaft eine grere Rolle spielten.
Die Familie von Hatzfeldt besa in Siegen, Bielefeld, Kln, Bonn, Wrzburg, Engers, Jlich und Breslau stdtische Wohnsitze. Deren Topographie, Baugestalt und Ausgestaltung stellt der Verf. in dankenswert ausfhrlichen Schilderungen vor, wobei sich die Erkenntnisse hinsichtlich der Wechselbeziehung des stdtischen Adel zu seiner stdtischen Umwelt in die gngigen Forschungen der letzten fnf- zehn Jahreeinreihen. Wie bei vielen anderen adligen Familien ist eine kontinuierliche Wohnnutzung nicht berliefert. Recht aufschlureich scheint aber die Bestimmung in einer Ordnung des Zweiges Hatzfeldt-Crottorf-Gleichen aus dem Jahr 1662: Bibliothek und Archiv der Familie sollten im stdtischen Hof in Kln aufbewahrt werden, der damit fr eine Funktion vorgesehen war, die man gemeinhin dem als Stammsitz angesehenen lndlichen Wohnsitz der Familie zugeschrieben htte. Die Festlegung verweist auf das Verhltnis zwischen stdtischem und lndlichem Adelssitz, das bislang selten unter diesem Aspekt der Traditionssicherung betrachtet wurde.
Das Kapitel ber das Schlo als Ort adeliger Reprsentation und Lebensfhrung wird mit umfnglichen Hinweisen auf Literatur und Quellen zu diesem Thema eingeleitet. Trotz reicher berlieferung und ohne Herleitung seines Frageinteresses beschrnkt sich der Verf. auf die frhneuzeitliche Ausstattung der Adelssitze der Hauptlinie Hatzfeldt-Crottorf-Gleichen sowie deren bauliche Vernderungen. Das Crottorfer Rechnungsbuch von 1605 bis 1621 sowie Aufzeichnungen aus den Jahren 1720 bis 1722 vermitteln detaillierte Einblicke in den Baube- trieb. Leider findet sich kein Vergleich zwischen den Arbeiten beider Zeitabschnitte, der Aussagen ber Konstanz und den Wandel adliger Bauttigkeit ermglicht htte. Positiv ist indessen darauf hinzuweisen, da mit den zahlreichen Angaben zu Baukosten, aber auch zur Beschftigung von Bauhandwerkern, Knstlern und Architekten sozialgeschichtlich relevante Daten vorgelegt werden, die in knftigen Auswertungen sicher von Belang sein werden.
Mehr als zwanzig Inventare sind in der Zeit zwischen 1607 und 1794 auf Schlo Crottorf aus unterschiedlichen Anlssen und damit mit unterschiedlichen Schwerpunkten entstanden. Dies ermglicht dem Verf. beispielsweise, die Entwicklung der Raumausstattungen nachzuvollziehen, doch ist das Material vielfach nur im Ansatz ausgeschpft. So bieten der Hinweis auf einen Apothekenraum und auf den Besitz zahlreicher Messinstrumente, die Liste der Gemlde mit einer Reihe von zahlreichen Portrts der von Angehrigen des Kaiserhauses sowie die umfangreichen Kapellenausstattungen eine vorzgliche Ausgangsbasis fr grundlegende Analysen adliger Lebensfhrung und Reprsentation, wie sie etwa von Peter Michael Hahn und Marcus Weidner vorgelegt worden sind.
Die Einblicke in die adelige Haushaltsfhrung werden mit der Vorstellung der in der Landwirtschaft ttigen Personen sowie der Dienerschaft der adligen Familie und des Verwaltungspersonals eingeleitet. Damit trgt der Verf. in erfreulicher Weise der Komplexitt des adligen Hauses Rechnung. Hervorzuheben fr die Organisation des Haushaltes ist dabei die Hausordnung fr Schlo Crottorf aus der Zeit um 1650, die aber sicher stark normativen Charakter hatte und nicht (nur) das alltgliche Leben im Schlo widerspiegelt.
Erst ganz am Schlu kommt der Verf. systematisch auf die adlige Kernfamilie und ihre Strategien zum Statuserhalt zu sprechen. Hier liegt der Schlssel fr die Erhellung mancher Phnomene, die im Vorhergehenden dargestellt, aber leider kaum analysiert werden. So schrieb zum Beispiel die Erbvereinigung von 1598 vor, welche Objekte jeweils in den Husern verbleiben muten, welche dem Stammherrn vorbehalten waren und welche an weibliche Familienmitglieder vererbt wer den durften und bot damit eine wesentliche Grundlage fr die Erstellung von Inventaren in den beiden folgenden Jahrhunderten. Die in der Majoratsordnung von 1662 festgelegten Unterhaltszahlungen fr Familienmitglieder wren daher in Verhltnis zu setzen zu den zuvor aufgefhrten tatschlichen Ausgaben fr Ausbildung und Eheschlieungen.
Eine eindrucksvolle bersicht der benutzten Quellen sowie eine umfangreiche Bibliographie beschlieen das Werk.
In imposantem Umfang trgt der Verf. Einzelerkenntnisse zur Familie Hatzfeldt und ihrem Umfeld zusammen und referiert dazu die einschlgige Forschung. Dabei entgeht er nicht der Verfhrung, durch die auerordentlich gute Quellenlage, sich in Details zu verlieren, die zudem gelegentlich wiederholt und an bis zu drei verschiedenen Stellen aufgefhrt werden. Positiv ist aber indessen die mitunter recht ausfhrliche Wiedergabe der Gemldeinventare zu bewerten, die wie viele andere ausfhrliche Quellendarstellungen als Grundlage fr zuknftige Forschungen, insbesondere fr vergleichende Studien anzusehen sind. Das Fehlen bergeordneter Fragestellungen fhrt allerdings dazu, da viele Sachverhalte lediglich mit der Bemerkung eingeleitet werden, wie gut oder weniger gut man ber einzelne Sachverhalte unterrichtet sei, um dann im Folgenden in entsprechender Ausfhrlichkeit dargelegt zu werden. So anschaulich sich viele Details lesen ihre Deutung kommt vielfach zu kurz. Insofern wird die Arbeit dem eingangs formulierten eher traditionellen Ansatz durchaus gerecht.

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Jens Friedhoff: »Die Familie von Hatzfeldt«




Maria Rner-Richarz, Jahrbuch des Klnischen Geschichtsvereins 76, 01. Juni 2005
Die Familie von Hatzfeldt
Adelige Wohnkultur und Lebensfhrung zwischen Renaissance und Barock


Mit der hier anzuzeigenden Publikation, einer berarbeiteten Dissertation an der Universitt Siegen aus dem Jahr 2002, begrndet der Verein der Vereinigten Adelsarchive im Rheinland e. V. seine Schriftenreihe zur Adelsgeschichte. Es ist ihm dabei, um es vorweg zu sagen, gleich zu Beginn ein groer Wurf gelungen. Das Werk von Jens FRIEDHOFF zeichnet sich durch eine beraus breite und tiefe Kenntnis der Quellen und der Literatur, durch einen enormen Reichtum an Information und, was besonders hervorzuheben ist, durch groe Darstellungskraft und Anschaulichkeit aus. So gelingt es dem Autor z.B., die Zahlenkolonnen von Rechnungen durch seine Erluterungen und Kommentare zu aussagekrftigen Zeugnissen fr das alltgliche Leben werden zu lassen. Wer sich also an und in den annhernd 600 Seiten umfassenden Text (dazu 50 Seiten Quellen und Literaturverzeichnis und 30 Seiten v. a. Personenindex) wagt, den erwartet reicher Erkenntnisgewinn. Und das gilt in gleicher Weise fr den Fachhistoriker wie fr den interessierten Laien.
Die Studie orientiert sich an eher traditionellen Arbeiten zu einzelnen Adelsgeschlechtern als an strukturgeschichtlichen Betrachtungen. Dabei eignete sich die Familie von Hatzfeldt als Untersuchungsobjekt zum einen wegen der dichten archivalischen berlieferung, die weitgehend erschlossen und zugnglich ist. FRIEDHOFF hat fr seine Arbeit nahezu das gesamte Hatzfeldtische Familienarchiv, das auf Burg Schnstein (Wissen an der Sieg) lagert, ausgewertet. Hinzu kommen Akten- und Urkundenbestnde v. a. in Dsseldorf, Marburg, Koblenz, Kln, Wrzburg und Rothenburg sowie im Hohenlohe Zentralarchiv Neuenstein. Zum anderen erstrecken sich die Hartzfeldtschen Besitzungen ausgehend von Oberhessen, ber das Gebiet an der mittleren Sieg bis ins Rheinland und ber Franken und Thringen bis nach Schlesien (unter den zahlreichen Abb. wre eine Karte dazu
vielleicht sinnvoll gewesen). Die vielfltigen regionalen Bezge, die mit dieser Ausdehnung verbunden sind, und die nicht gerade unbedeutende Reputation der Edelherren, ab 1629 Reichsfreiherren und schon sechs Jahre spter Reichsgrafen von Hatzfeldt innerhalb des frhneuzeitlichen Adels lassen das Haus Hatzfeldt geradezu prdestiniert erscheinen, um die Wirk- und Entfaltungsmglichkeiten fr den nichtfrstlichen Adel in der Wechselbeziehung mit der Umwelt in Region, Reich und Kirche zu zeigen (S. 17). Die Schwerpunkte (Adelige Wohnkultur und Lebensfhrung), die der Autor im Untertitel nennt, fokussieren die Untersuchung jedoch nur scheinbar. Sie erffnen erstaunlich viele Betrachtungsmglichkeiten. Neben der rumlichen Ausdehnung und Herrschaftskonsolidierung kommen in den sieben Kapiteln (A-G) Lebensstil und Lebensfhrung mit Haushaltung und Vermgensverwaltung, Bauttigkeit und, wenn auch eher am Rande, Hauspolitik und Einbindung in die groe Politik zur Sprache. Auch der zeitliche Horizont ist breiter als die Begrenzung auf Renaissance und Barockzeit und beginnt bereits mit Ursprung und Herkunft der Familie von Hatzfeldt Ende des 10. Jahrhunderts, urkundlich nachweisbar ab 1138/39.
Im ersten, biographisch-ereignisgeschichtlichen Kapitel wird demzufolge die Familie in der Entwicklung ihrer Zweige vorgestellt. Es ist anzumerken, dass gerade solche genealogischen Untersuchungen, wenn sie zuverlssig sein wollen - und daran besteht bei FRIEDHOFF kein Zweifel- viel Quellenwissen und Quellenkritik voraussetzen. Beides besitzt der Autor in herausragender Weise. Das zweite Kapitel ist der rumlichen Ausdehnung vom oberhessischen Raum in die Herrschaft Wildenburg und das Amt und Schloss Schnstein an der mittleren Sieg gewidmet. Im dritten Kapitel kommen die wirtschaftlichen Grundlagen der Hatzfeldtschen Herrschaft zur Sprache. Sie grndeten auf den damals blichen Einnahmequellen Grundherrschaft, Eigenwirtschaft, Ttigkeit in landesherrlichen Diensten und Kreditgeschften in grerem Rahmen. Damit ging die Ausdehnung der Hatzfeldtschen Familie nach Sdwestfalen (als Pfandnehmer in kurklnischen mtern) sowie nach Thringen (Gleichen, Kreis Gotha), Franken (Gegend um Wrzburg, Rothenburg o.T.) und Schlesien (Herrschaft Trachenberg, Kreis Militsch-Trachenberg) einher. Dazu kam die Erwerbung der Herrschaft Crottorf (Kreis Altenkirchen), die der Familie eine Reihe von Einnahmen, z. B. aus Zllen und Mhlengeldern, sicherte. Neben den staatlichen Einknften verfgten die Familienzweige auf den einzelnen Husern fr ihre Lebensfhrung auch ber zahl- reiche Gelder der privaten Vermgensverwaltung, z. B. aus privaten Geldanlagen und Verkufen oder Nachlssen. Exemplarisch dafr wertet der Autor die Privatrechnungen von Crottorf aus den Jahren 1722-1724, die der Kanzleisekretr Johann Wilhelm Petri gefhrt hat, aus.
Ein wichtiges Kapitel in dem Buch ist das nchste, in dem FRIEDHOFF den stdtischen Immobilienbesitz der Familie von Hatzfeldt vorstellt. Ist doch gerade das Thema Adel und Stadt in den letzen Jahren ins Zentrum der Forschung gerckt (WEIDNER, ZOTZ, DIEFENBACHER U. A., TESKE, JOHANEK, MINDERMANN, RANFT - um nur einige zu nennen, siehe S. 244). Die Hatzfedtschen Linien besaen ber die Jahrhunderte Huser und Wohnanlagen in Siegen, Bielefeld, Bonn, Wrzburg, Engers (Kreis Neuwied), Jlich, Aachen und Breslau. Hervorzuheben sind in unserem Zusammenhang die drei Immobilien in Kln: das Haus Erkelenz am Neumarkt, das Franz von Hatzfeldt-Merten und seine Gemahlin Gertrud von Bergheim zwischen 1530 und 1555 bewohnten und das 1838 abgebrochen wurde; zweitens der Wolferhof in der Huhnsgasse, ein Lehen der Abtei St. Pantaleon, ererbt von den Vorgenannten ebenfalls um 1530 und 1643 an Johanna von Mechelen, die Ehefrau des Klner Ratsherrn Johann von Clln, verkauft. Seine weitere Besitzgeschichte luft ber Klner Patrizierfamilien, von Groote, von Francken-Sierstorff, von Bianco und von Kempis, bis zu dem Unternehmer Eduard Herstatt, der das Anwesen anlsslich des Baus der Humboldtstrae aufgab und niederlegen lie. Als drittes kommt hinzu der Hatzfeldter Hof am Alten Ufer im Stadtteil Niederich. Er war der bedeutendste und am lngsten, bis 1826, in der Hand der Familie gehaltene Besitz. 1662 beschloss Hermann von Hatzfeldt-Crottorf-Gleichen sogar, dort das Familienarchiveinzurichten und die Bibliothek aufzubewahren. Auch diese Immobilie besteht heute nicht mehr. Sie wurde 1930 abgerissen (siehe auch die Abb. S. 275-280).
Das fnfte Kapitel stellt das Schloss Crottorf als Ort der adeligen Reprsentation und Lebensfhrung in den Mittelpunkt der Untersuchung. Auch hier dienen vor allem Abrechnungen mit dem Architekten, den verschiedenen Handwerkern und Bauarbeitern, darber hinaus aber auch Inventare, Plne und Briefe als Quellen. Kurz erwhnt der Autor auch die Schlsser Trachenberg, Haltenbergstetten und Laudenbach (im Main-Tauber-Kreis), Waldmannshofen bei Creglingen (ebenda; fehlt im Index!) und Unterschrpf (bei Bad Mergentheim). Das abschlieend Kapitel ist noch einmal insgesamt der Haushaltsfhrung gewidmet. Hier tritt die sozialgeschichtliche Komponente in den Vordergrund. FRIEDHOFF untersucht die Hausgemeinschaft der Adelsfamilie mit dem Hofgesinde und der Dienerschaft, die verschiedenen Aufgaben und mter, die Arbeitsorganisation und die Entlohnung. Im letzten Abschnitt und - im Verhltnis zu den vorangegangenen Ausfhrungen fast ein wenig stiefmtterlich - betrachtet er noch die Lebensfhrung der Mitglieder der Kernfamilie im engeren Sinn: die Erziehung und Ausbildung der Kinder mit Privatunterricht, Studium und Reisen fr die Jungen oder Vorbereitung auf das sptere Dasein als Ehefrau, Mutter und Leiterin des Haushalts bei den Tchtern sowie die Unterbringung und Lebensfhrung der Nachgeborenen in Stifts- und Domkapiteln, und schlielich familienpolitische Aspekte, die in Erbregelungen, Ehevereinbarungen und Manahmen der Witwenversorgung zur Sprache kommen. Dieser letzte Abschnitt allein birgt allerdings so viele Anregun- gen und Themen fr weitere Untersuchungen, dass die Krze gerechtfertigt ist. Der Zusammenfassung am Ende fehlt vielleicht eine abschlieende Beurteilung und Wrdigung, was jedoch den Erkenntniswert des Buches nicht mindern und die Leistung des Autors nicht schmlern soll.

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Jens Friedhoff: »Die Familie von Hatzfeldt«




Michael Kaiser, Die alte Stadt, 01. Februar 2005
Besprechungen

Seit dem Hochmittelalter ist das Geschlecht der Hatzfeldt nachweisbar. Dem hessischen Raum entstammend, spaltete sich die Familie in eine Reihe von Nebenlinien auf, die umfangreiche Besitzungen von Schlesien und Thringen ber Franken bis nach Westfalen und ins Rheinland erwarben. 1635 wurde die Linie Hatzfeldt-Crottorf-Gleichen in den Reichsgrafenstand erhoben; diesem Zweig entstammten auch die beiden prominentesten Vertreter, Franz von Hatzfeldt, der Frstbischof von Wrzburg und Bamberg war, sowie sein Bruder Melchior von Hatzfeldt, der in kaiserlichem Kriegsdienst ressierte und bis zum Generalfeldmarschall aufstieg.
Den Hatzfeldt hat sich Jens Friedhoff in seiner Siegener Dissertation zugewandt und auf der Grundlage der beraus reichhaltig flieenden archivalischen berlieferung - neben den Schtzen des Hatzfeld-Wildenburgischen Archivs selbst sind noch Quellen aus staatlichen und stdtischen Archiven bercksichtigt worden - ein Panoptikum der Geschichte dieser Familie in der Vormoderne erstellt. Nach einem berblick ber die Entwicklung der Familie, der mit den mittelalterlichen Ursprngen einsetzt, legt Friedhoff sein Augenmerk zunchst auf die wirtschaftlichen Aktivitten, wobei vor allem die Ein- und Ausgaben der Familie untersucht werden. Neben Einknften aus grundherrlicher Eigenwirtschaft und Frstendiensten spielten auch Finanzgeschfte fr die Hatzfeldt, die im Gegensatz zu anderen Adelsfamilien erstaunlich solvent waren, eine wichtige Rolle.
Im Anschlu daran wendet sich Friedhoff dem stdtischen Immobilienbesitz zu, der fr die Hatzfeld in vielen und typologisch unterschiedlichen Stdten wie Reichsstdten, Residenzstdten und einfachen Landstdten (Kln, Aachen, Mannheim, Wrzburg, Breslau, Bielefeld, Jlich u. a.) aufzufinden und besonders fr das 17. und noch mehr fr das 18. Jahrhundert gut dokumentiert ist. Damit greift der Autor einen lebensweltlichen Aspekt heraus, der sptestens seit der Arbeit von Marcus Weidner zum adligen Leben in der Stadt Mnster eine feste Gre in der Adelsforschung ist. Vor allem anhand von Rechnungen und Inventaren erschliet Friedhoff die Baugeschichte und die Ausgestaltung der Wohnsitze, die besonders zur Winterszeit selbst genutzt, mitunter aber auch komplett vermietet wurden. Auch Fragen nach dem Personal und der alltglichen Versorgung finden Beachtung. In hnlicher Weise wendet sich der Verfasser dem Schlo als adligem Lebensraum zu und rekonstruiert anhand des Familienschlosses Crottorf penibel die baugeschichtliche Entwicklung. Abschlieend steht die adlige Haushaltsfhrung im Mittelpunkt, worunter nicht nur Gesinde und Dienerschaft, sondern auch die Erziehung, Karrierewege und Heiratsstrategien der adligen Familienmitglieder gefat werden -etwas ungewhnlich, da ein so zentraler Aspekt wie die dynastische Familienpolitik unter dem Stichwort Haushaltsfhrung subsumiert wird.
Eine zehnseitige Zusammenfassung offenbart noch einmal Strken und Schwchen des Buches insgesamt. Zweifelsohne ist es dem Verfasser gelungen, vielfach bislang nie gesichtetes Material aufzuarbeiten und zu einer in sich kompakten Darstellung umzugieen. Diese unbestreitbare Strke ist gleichzeitig die Schwche des Werkes. So viele Einzelinformationen decken geradezu zwangslufig die strukturellen Linien zu und Bewertungsmastbe, die zur Einordnung der mannigfaltigen Befunde beitragen, kommen einfach zu kurz.
Bei der bereits erschlossenen Masse an Daten erscheint es widersinnig, nach Vergleichsmaterial zu suchen. Gleichwohl steht die Frage im Raum, was die Hatzfeldt genauso wie andere adlige Familien machten und wodurch sie sich unterschieden. War das Gebaren der Hatzfeldt dem anderer Adelsgeschlechter vergleichbar und lag ihre familire Strategie im Trend? Waren sie, was das Erwerbsverhalten, das Haushalten und die Lebensfhrung anging, besonders innovativ oder eher zurckhaltend-konservativ? Und inwieweit sind diese lebensweltlichen Befunde im Zusammenhang mit Karrierestrategien und Bemhungen zur Abbildung des adligen Standes zu sehen? In weiten Teilen bleibt der Leser mit diesen Fragen allein gelassen. (...)
Das Werk bietet enorm reichhaltiges und anschauliches Material zur adligen Lebensfhrung in der Frhen Neuzeit. Besondere Aufmerksamkeit drfen die Passagen zu den Stadthusern der Hatzfeldt beanspruchen. Gleichwohl harren viele Befunde einer wirklichen Auswertung, wie sie erst durch den historischen Vergleich und den analytischen Zugriff mittels entsprechender historischer Interpretamente erfolgen kann. Viel Arbeit bleibt also tun, auch wenn Friedhoff eine Basis geschaffen hat, von der aus viele weiterfhrende Studien ihren Ausgang werden nehmen knnen.

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Jens Friedhoff: »Die Familie von Hatzfeldt«




Manfred Kiesand, Frankenberger Zeitung, 01. Februar 2005
Auf 700 Seiten 800 Jahre Geschichte
Dr. Jens Friedhoff stellt Doktorarbeit ber die adelige Familie von Hatzfeldt vor


Im Brgerhaus Hatzfeld fand am Sonntag die Vorstellung der als Buch erschienenen Doktorarbeit des Siegener Historikers Dr. Jens Friedhoff statt. Der Verein fr Burg- und Heimatgeschichte Hatzfeld hatte dazu eingeladen.
    Nach einem Gesangsvortrag der Chorgemeinschaft Hatzleld begrte Vereinsvorsitzender Harald Gro die vielen Gste, darunter Brgermeister Uwe Ermisch und auch Sebastian Graf von Hatzfeldt, den Eigentmer des Hatzfelder Burgbergs mit der Ruine der Stammburg. Gro ging kurz auf die Entwicklung der in 1989 begonnenen Sanierungsarbeiten der Ruine ein und betonte die langjhrige Zusammenarbeit mit dem Siegener Historiker Dr. Jens Friedhoff.
    Anschlieend dankte Sebastian Graf von Hatzfeldt dem Verein und seinen aktiven Helfern fr das jahrelange Engagement zur Erhaltung der Liegenschaft und der teilweisen Freilegung und Rekonstruktion des Stammsitzes seiner Vorfahren.
    Dr. Jens Friedhoff bedankte sich bei der Stadt Hatzfeld fr die Bereitstellung eines Zuschusses zu den Druckkosten.
    Im anschlieenden, durch Dias ergnzten lebendigen Vortrag fhrte Dr. Jens Friedhoff die Zuhrer durch 800 Jahre Hatzfeldtsche Geschichte. Bis ins 16. Jahrhundert beein-flussten die Herren von Hatzfeld die Geschicke der Region und konnten sich durch geschickte Politik ihre Unabhngigkeit von den lokalen Gromchten, dem Erzbistum Mainz und den hessischen Landgrafen bewahren.
    Friedhoff verwies auf Zusammenhnge mit Mellnau, Wiesenfeld, dem ehem. Zisterzienserkloster St. Georgenberg (heute Landratsamt und Heimatmuseum Frankenberg) und der Kirche im benachbarten Arfeld. Durch Heirat verband man sich mit der Herrschaft Wildenberg, die nach dem Aussterben hessischen Linie 1570 sozusagen zur neuen Stammburg wurde.Von hieraus entwickelten sich die weiteren Familienzweige die teilweise geschichtliche Bedeutung erlangten. So die Linie Hatzfeldt-Crottorf-Gleichen, die 1635 in den Reichsgrafen- und 1741 in den Frstenstand erhoben wurde. Es war ein lebendiger Vortrag, der Appetit machte, sich nher mit der Geschichte der Familie Hatzfeldt zu beschftigen und sich durch die 700 Seiten der Doktorarbeit hindurchzulesen.

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Jens Friedhoff: »Die Familie von Hatzfeldt«




Mark Adel, Frankenberger Zeitung, 31. Januar 2005
Bedeutender Adel mit Wiege in Hatzfeld
Historiker Dr. Jens Friedhoff stellt Buch ber Familie von Hatzfeldt vor.


Die Wiege eines der ltesten Adelsgeschlechter in Deutschland stand vor mehr als 800 Jahren in Hatzfeld. Von der Ederstadt aus verzweigte sich die Familie, Mitglieder nahmen wichtige Positionen in Kirche und Politik ein. Der Historiker Dr. Jens Friedhoff hat eine Doktorarbeit ber die adligen Hatzfeldts aus Hatzfeld geschrieben. Auf Einladung des Vereins fr Burg- und Heimatgeschichte stellte er gestern das daraus resultierende Buch Die Familie von Hatzfeldt - Adelige Wohnkultur und Lebensfhrung zwischen Renaissance und Barock im Brgerhaus vor.
    Unter den zahlreichen Gsten war auch ein Nachfahre der Hatzfeldt-Linie: Sebastian Graf von Hatzfeldt war aus Frankfurt an die Eder gereist. Er ist Besitzer der Burgruine, die vom Burgverein seit Jahren aufwndig und mhevoll restauriert wird. Die Burg ist seit dem 17. Jahrhundert verfallen.
    Zwei seiner Vorfahren werden im Jahr 1138 erstmals urkundlich erwhnt - historisch gesehen die Geburtsstunde eines der ltesten Adelsgeschlechter. Anschaulich, informativ und kurzweilig informierte Friedhoff ber das, was in ausfhrlicher Fassung in seinem Buch steht. Er beschrieb, da die Familie auch bedeutend fr die Region war. So verwalteten Mitglieder im 14. und 15. Jahrhundert fr den Erzbischof von Kln die Burg Mellnau, stellten den Vorsteher einer Ordensniederlassung der Johanniter-Ritter in Wiesenfeld und auch zwei btissinnen des Frankenberger Klosters Sankt Georgenberg waren aus der Hatzfeldt-Familie.
    Friedhoff zeigte mit Hilfe von Dias auf, wie die Familie im 16. Jahrhundert in drei Hauptlinien (Crottorf-Gleichen, Werther-Schnstein und Weisweiler) gespalten wurde. Sie hatte bedeutende Besitztmer im Rheinland, in Westfalen, Thringen, Franken und Schlesien. Geschickt wurden Nachkommen verheiratet, um Besitz und Bedeutung der Hatzfeldt - Familie zu erhalten und vergrern. Reprsentative Schlsser und Stadthuser zeugten vom Reichtum, der auch in einer schwierigen Zeit wie dem 30-jhrigen Krieg nicht abnahm.
    In seinem Buch geht Jens Friedhoff noch detaillierter auf die Schlossbauten ein. Beleuchtet werden auch die Lebenslufe einzelner Familienmitglieder.
    Der Historiker uerte den Wunsch, im Hatzfelder Heimatmuseum zumindest einen Raum mit Fundstcken aus der Hatzfelder Burgruine zu fllen und die Geschichte der Burg darzustellen. Das wre eine unheimliche Bereicherung.
    Der Vorsitzende des Burgvereins, Harald Gross, erinnerte an die Idee des frheren Brgermeisters Horst Strott, die Grundmauern der Burg freizulegen - das war 1985. Aufgrund der damals schon schlechten Finanzsituation scheiterte das. Lediglich ein ABM-Arbeiter des Bauhofs begann mit den Arbeiten. Als die Manahme endete, gab das im Jahr 1989 den Startschuss zur Grndung des Vereins fr Burg- und Heimatgeschichte, der die Arbeiten fortsetzte. Mageblichen Anteil daran hatte der frhere Vorsitzende Reiner Mengel. Der Verein hat inzwischen 232 Mitglieder. Das zeige die Bedeutung der Burg, betonte Gross, Brgermeister Uwe Ermisch verwies auf die Bedeutung des Engagement und das Zusammenspiel zwischen der praktischen Arbeit des Burgvereins und den historischen Forschungen von Friedhoff.
    Gruworte sprachen auch Pfarrer Axel Zeiler und Sebastian Graf von Hatzfeldt. Musikalisch umrahmt wurde der Vortrag von der Hatzfelder Chorgemeinschaft.

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Jens Friedhoff: »Die Familie von Hatzfeldt«




Andreas Bingener, Nassauische Annalen 116, 01. Januar 2005
Jens Friedhoff: Die Familie von Hatzfeldt. Adelige Wohnkultur und Lebensfhrung zwischen Renaissance und Barock

Das mit 668 Seiten recht stattliche Werk wurde im Jahr 2002 vom Fachbereich 1 der Universitt Siegen als Dissertation angenommen. Die Untersuchung verbindet in herausragender Weise eine biographisch-ereignisgeschichtliche Studie zum Hause Hatzfeldt mit modernen Wirtschafts- und sozialhistorischen Fragestellungen zur Geschichte des Adels. (1635 erfolgte die Erhebung der Linie H at/fekit-Crottorf-Gleichen in den Reichsgrafenstand, 1741 in den Reichsfrstenstand.) Der Verf. stellt in der vorliegenden Studie den reichen Ertrag seiner Quellenforschungen vor, die er berzeugend und gut lesbar zu seiner Publikation zusammenstellt, die unser Bild vom Leben des Adels, insbesondere im Zeitalter von Renaissance und Barock (16.-18. Jh.), wesentlich erweitert. Er konnte sich vor allem auf die berlieferung im Hatzfeldt-Wildenburgischen Archiv auf Schlo Schnstein sttzen, doch brachten die Deposita im Woiwodschaftsarchiv in Breslau (Polen) sowie Akten- und Urkundenmaterial aus elf weiteren Archiven wichtige Erkenntnisse zur adeligen Wohnkultur, Lebensfhrung und Wirtschaft der verschiedenen Hatzfeldtschen Linien. Die von Friedhoff dargestellte berlieferungssituation macht deutlich, da es fr die weit verzweigte Familie von Hatzfeldt nicht immer leicht war, das Schriftgut fr die Nachwelt sichern.
Inhaltlich gliedert sich die Arbeit zunchst in eine grundlegende Untersuchung zur Familiengeschichte, wobei die einzelnen Linien und deren Mitglieder vorgestellt werden. Eine herausgehobene Stellung innerhalb der Familie nehmen dabei der kaiserliche Generalfeldmarschall Melchior von Hatzfeldt (1593-1658) sowie der kurmainzische Oberamtmann auf dem Eichsfeld, Sebastian von Hatzfeldt-Crottorf (1569-1631), ein. Leider ist es nicht immer ganz einfach, die Einzelpersonen, deren Namen z. T. recht hnlich lauten, auseinanderzuhalten. Eine Stammtafel wre hier sicherlich eine Bereicherung gewesen. In einem zweiten Abschnitt beschftigt sich der Verf. mit der Frage nach den Anfngen der Herren von Hatzfeldt, deren Ursprnge im oberhessischen Raum liegen. Begnstigt durch das Aussterben der Herren von Wildenburg (1418), gelang den Herren von Hatzfeldt der Sprung von der Eder an den Mittellauf der Sieg, wo sie mit der Wildenburg und Schlo Schnstein bei Wissen zwei wichtige Teile aus dem Besitz der Wildenburger an sich ziehen konnten. Diese bildeten die Grundlage fr ein kleines, aber nahezu geschlossenes Territorium. Die Grafen von Nassau lieen nach dem Tod des letzten Wildenburgers dessen Gter und Rechte in ihrem Herrschaftsbereich als heimgefallene Lehen einziehen. Hierber kam es zu Streitigkeiten mit der Familie von Hatzfeldt, die berechtigte Erbforderungen stellen konnte, umfangreiche Verhandlungen ber den Besitz und die Einknfte in der Herrschaft Siegen fhrten schlielich 1448 zu einem Ausgleich zwischen Hatzfeldt und Nassau.
Die Herrschaft Wildenburg grenzte im Nordosten an das westflische Erzstift Kln, im Westen an die Grafschaft Nassau (spter Nassau-Siegen) und an die Grafschaft Sayn-Altenkirchen. Weitere Nachbarterritorien waren die Grafschaft Sayn-Hachenburg, das Homburger Land sowie das Herzogtum Berg mit dem Amt Windeck.
Ein weiteres Kapitel befat sich mit den wirtschaftlichen Grundlagen Hatzfeldtscher Herrschaft im spten Mittelalter und in der frhen Neuzeit. Hierbei untersucht Friedhoff die Einknfte und Aufwendungen in der kleinen Herrschaft Crottorf im spten 17. und beginnenden 18. Jh. Die Herrschaft mit dem gleichnamigen Schlo erbte die Familie Hatzfeldt von dem 1563 verstorbenen Johann von Seibach-Crottorf, der 1538 als nassauischer Rat in die Dienste Wilhelms des Reichen Graf zu Nassau getreten war. Es wird deutlich, da die Grundherrschaft als konomische Basis des Adels im Laufe des 16. Jh.s zurcktrat und durch die Eigenbewirtschaftung landwirtschaftlicher Flchen (Getreideanbau), durch Teichwirtschaft (Fischzucht) und Weinanbau abgelst wurde. Die Crottdorfer Rentamtsrechnungen, insbesondere die Ausgaben, bieten informative Einblicke in das Alltagsleben von Herrschaft und Gesinde. Hier finden sich Aufwendungen fr die herrschaftliche Kche. Man verspeiste u. a. Fisch und Wildbret aus heimischen Gewssern und Wldern. Flukrebse, Hechte, Forellen und Lachse bezog man von Fischern an der Sieg, mit Rindfleisch deckte man sich auf dem Siegener und dem Drolshagener Markt ein. Aus den Abrechnungen geht auch die Anzahl der Beamten, Bediensteten und des Gesindes sowie deren Entlohnung hervor. Immer wieder fielen Kosten fr Baumaterial und Handwerker an. ber Luxusaufwendungen wie Goldschmiedearbeiten und Kleidungsaufwand gibt die tradierte Sonderrechnung fr den reichsgrflichen Haushalt der Linie Hatzfeldt-Crottorf von 1722/23 Auskunft.
Ein nicht unerheblicher Teil der Untersuchung ist dem stdtischen Immobilienbesitz der Familie von Hatzfeldt In Siegen, Bielefeld, Kln (u. a. der vormals nassauische Stadthof), Bonn, Engers, Jlich, Aachen und Breslau gewidmet. Der Autor zeichnet mit hchst profunder Kenntnis nach, da die adelige Lebensfhrung nicht auf Burg- und Schloanlagen beschrnkt war. Auch fr die Wirtschaft des Adels waren die Stadthfe von grter Bedeutung, wie der Verf. am Beispiel der Kellerei zu Engers am Rhein deutlich zeigt, wo Getreidelieferungen aus Franken und die Ertrge der Hatzfeldtschen Weingter von Rhein und Mosel eintrafen.
Ein umfangreiches Kapitel behandelt Das Schlo als Ort adeliger Reprsentation und Lebensfhrung am Beispiel des Schlosses Crottorf. Dargestellt werden die Finanzierung, der Baubetrieb, die Handwerkerlhne, die Verdienstmglichkeiten, die Material- und Transportkosten fr den Umbau des Schlosses sowie die sonstigen baulichen Aktivitten im 17- und 18. Jh. Eine besondere Erwhnung verdienen sicherlich die Arbeiten des bekannten Stukkateurs Giovanni Domenico Rosso auf Schlo Crottorf.
Weitere Abschnitte der Arbeit befassen sich mit dem Bau und der Ausstattung der Schlsser Crottorf, Trachenberg, Haltenbergstetten, Laudenbach, Waldmannshofen und Unterschpf, mit der adeligen Haushaltsfhrung sowie der adeligen Kernfamilie. Im zuletzt genannten Kapitel vermittelt der Verf. Einblicke in die Erziehung und Ausbildung des Nachwuchses, in die Unterbringung nachgeborener Kinder in Stifts- und Domkapiteln sowie in die zentralen Aspekte der Familienpolitik des Hauses Hatzfeldt, in Erbregelungen, Eheschlieungen und Witwenversorgung.
Eine gelungene Zusammenfassung, ein Abkrzungs-, Quellen- und Literaturverzeichnis sowie ein Orts- und Personenindex vervollstndigen die grundlegende und beraus anschauliche Studie, die zuknftig bei hnlichen Forschungsarbeiten als Referenz herangezogen werden mu.


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Jens Friedhoff: »Die Familie von Hatzfeldt«




Eder Berglandblick, 01. Januar 2005
Verein ldt zur Vorstellung ein
Verein fr Burg- und Heimatgeschichte Hatzfeld e.V. ldt zur Buchvorstellung ein


Am Sonntag, dem 30. Januar, 14.00 Uhr findet im Brgerhaus Hatzfeld (Groer Saal) die ffentliche Vorstellung der inzwischen als Buch erschienenen Doktorarbeit des Siegener Historikers Jens Friedhoff statt. Hierzu ldt der Verein fr Burg- und Heimatgeschichte Hatzfeld e.V. alle historisch Interessierten herzlich ein.
Dr. Jens Friedhoff stellt auf einer breiten Quellenbasis die einzelnen Familienzweige des Gesamthauses Hatzfeldt vor und thematisiert die wirtschaft-lichen Grundlagen Hatzfeldtscher Herrschaft anhand ausgewhlter Beispiele. Er errtert die Motivation des stdtischen Immobilienerwerbs, zeigt die Bedeutung der Stadthfe innerhalb der adligen Wirtschaftsfhrung auf und beleuchtet das stdtische Wohn- und Reprsentations-verhalten der Familie von Hatzfeldt.
An die Ausfhrungen zum stdtischen Hausbesitz schliet sich eine Untersuchung zu Bau und Ausstattung ausgewhlter Hatzfeldtscher Schlobauten an.
Das Hauptinteresse gilt den Herrschaftssitzen der 1635 in den Reichsgrafen- und 1741 in den Frstenstand erhobenen Linie Hatzfeldt-Crottorf-Gleichen im Rheinland sowie in Franken und Schlesien. Der Blick richtet sich jedoch auch auf den Lebens-vollzug einzelner Familienmitglieder. Beginnend mit der Erziehung und Ausbildung junger Adeliger werden die Unterbringung in Stifts- und Dom-kapiteln sowie Erbregelungen, Eheschlieungen und Witwenversorgung als zentrale Aspekte einer auf Besitzstands- und Statuswahrung zielenden Familienpolitik analysiert.
Das anschaulich geschriebene, ca. 700 Seiten umfassende Buch enthlt zahlreiche Abbildungen und ein detail-liertes Orts- und Personenregister. Es liefert einen Beitrag zur modernen, wirtschafts- und sozialhistorisch orientierten Adelsforschung und bietet dem regionalgeschichtlich und kultur-historisch interessierten Leser ein lebendiges Bild des adeligen Lebens in vergangenen Jahrhunderten.

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Jens Friedhoff: »Die Familie von Hatzfeldt«




Rundschau Oberbergischer Kreis, 23. Dezember 2004
Einblick in die Welt des Adels von Erziehung bis Erbfolge
Erste Publikation des Vereins vereinigte Adelsarchive beleuchtet die Familie von Hatzfeldt von Schloss Crottorf


Hatzfeldt und Gleichen ist eine Reichs-Grfliche Familie. Sie nimmt ihren Ursprung von dem berhmten adeligen Geschlecht von Hatzfeldt, welche von vorgedachtem Schlosse den Namen fhrt.
    Mit diesen Worten leitet Johann Heinrich Zedler im Universal-Lexikon aller Wissenschaften und Knste 1735 seine Ausfhrungen zu der 1138 / 39 erstmals urkundlich erwhnten Familie von Hatzfeld ein, die seit dem 15. Jahrhundert in der Herrschaft Wildenburg ansssig ist.
    Der im 16. Jahrhundert in die drei Hauptlinien Crottorf-Gleichen, Werther-Schnstein und Weisweiler verzweigten Familie von Hatzfeld gelang es, ihren Besitz im Rheinland, in Westfalen, Thringen, Franken und Schlesien durch Eroberungen und Familienvertr-
ge zu sichern und den erlangten Status nach auen durch die reprsentative Aus- und Umgestaltung von Stadthusern und Schlssern zu demonstrieren.
    Auf einer breiten Quellenbasis stellt der Autor Jens Friedhoff die einzelnen Familienzweige vor und beleuchtet anschaulich die Grundlagen Hatzfeldt'scher Herrschaft. Dabei handelt es sich um die erste Publikation des Vereins Vereinigte Adelsarchive im Rheinland mit Sitz in Ehreshoven.
    Der Autor richtet seinen Blick auch auf das Leben einzelner Familienmitglieder. Beginnend mit der Erziehung jungen Adeliger werden die Unterbringung in Stifts- und Domkapiteln sowie Erbregelungen, Eheschlieungen oder Witwenversorgung analysiert. Zentraler Aspekt dabei ist die
auf Wahrung von Besitzstand und Status zielende Familienpolitik.
    Die Untersuchungen von Jens Friedhoff wurden an der Universitt Siegen als Dissertation angenommen. Das anschaulich und auch fr einen Laien verstndlich geschriebene Buch enthlt 25 Abbildungen und ist durch ein detailliertes Orts- und Personenregister erschlossen. Regional - geschichtlich und kulturhistorisch interessierten Lesern bietet es ein lebendiges Bild adeligen Lebens in vergangenen Jahrhunderten.

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Siegener Zeitung, 18. Dezember 2004
Die Familie von Hatzfeldt
Adelige Wohnkultur und Lebensfhrung zwischen Renaissance und Barock


Hatzfeld und Gleichen / ist eine Reichs-Grfliche Familie (...)! Sie nimmt ihren Ursprung von dem berhmten adelichen Geschlecht von Hatzfeld / welche von vorgedachtem Schlosse den Namen fhret. Mit diesen Worten leitet Johann Heinrich Zedler im zwlften Band seines Universal - Lexikons aller Wissenschaften und Knste 1735 seine Ausfhrungen zu der 1138 / 1139 erstmals urkundlich erwhnten und seit dem 15. Jahrhundert in der Herrschaft Wildenburg ansssigen Familie von Hatzfeldt ein.
    Der im 16 Jahrhundert in drei Hauptlinien (Crottorf-Gleichen, Werther-Schn-stein und Weisweiler) gespaltenen Familie von Hatzfetdt gelang es, ihren Besitz im Rheinland, aber auch in Westfalen, Thringen, Franken und Schlesien, durch Erbordnungen und Familienvertrge zu sichern und den erlangten Status nach auen durch die reprsentative Aus- und Umgestaltung von Schlssern und Stadthusern zu demonstrieren.
    Auf Schloss Schnstein stellte Anfang der Woche der Historiker Jens Friedhoff sein als umfangreiches Buch konzipiertes Forschungsergebnis der Familie von Hatzfeldt vor. Die verdienstvolle Arbeit vermittelt einen tiefen Einblick in die adelige Wohnkultur und Lebensfhrung der frstlichen Familie zwischen Renaissance und Barock.
    Nach einem Gruwort von Nicolaus Graf von Hatzfeldt als Hausherr von Schloss Schnstein betonte der Vorsitzende der Vereinigten Adelsarchive im Rheinland, Adolf Freiherr von Frstenberg, die Bedeutung des Buches, das Pilotcharakter beanspruchen drfe. Es sei die erste Publikation einer geplanten Buchreihe im Grupello-Verlag Dsseldorf, die aufgrund eines fundamentalen Studiums der adeligen Hausarchive Einblicke in das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Familie gewhre.
    Auf einer breiten Quellenbasis stellt Jens Friedhoff die einzelnen Familienzweige des Gesamthauses vor und thematisiert die wirtschaftlichen Grundlagen Hatzfeldtscher Herrschaft anhand ausgewhlter Beispiele. Er errtert die Motivation des stdtischen Immobilienerwerbs, zeigt die Bedeutung der Stadthfe innerhalb der adligen Wirtschaftsfhrung auf und beleuchtet das stdtische Wohn- und Reprsentationsverhalten der Familie von Hatzfeldt. An die Ausfhrungen zum
stdtischen Hausbesitz schliet sich eine Untersuchung zu Bau- und Ausstattung ausgewhlter Hatzfeldtscher Schlossbauten an.
    Das Hauptinteresse gilt den Herrschaftssitzen der 1635 in den Reichsgrafen- und 1741 in den Frstenstand erhobenen Linie Hatzfeldt-Crottorf-Gleichen im Rheinland sowie in Franken und Schlesien. Der Blick richtet sich jedoch auch auf den Lebensvollzug einzelner Familienmitglieder. Beginnend mit der Erziehung und Ausbildung junger Adeliger werden die Unterbringung in Stifts- und Domkapiteln sowie Erbregelungen, Eheschlieungen und Witwenversorgung als zentrale Aspekte einer auf Besitzstands- und Statuswahrung zielenden Familienpolitik analysiert.
    Das anschaulich geschriebene Buch enthlt zahlreiche Abbildungen und ein detailliertes Orts- und Personenregister. Es liefert einen Beitrag zur modernen, wirtschafts- und sozialhistorisch orientierten Adelsforschung und bietet dem regionalgeschichtlich und kulturhistorisch interessierten Leser ein lebendiges Bild des adeligen Lebens in vergangenen Jahrhunderten.
    Die vorliegende Untersuchung wurde im Wintersemester 2002/2003 im Fachbereich der Universitt Siegen als Dissertation angenommen. Das anschaulich geschriebene Buch enthlt 25 Abbildungen und ist durch ein detailliertes Orts- und Personenregister erschlossen. Es liefert einen Beitrag zur modernen wirtschafts- und sozialhistorisch orientierten Adelsforschung und bietet der regionalgeschichtlich und kulturhistorisch interessierten Leserschaft ein lebendiges Bild adeligen Lebens in vergangenen Jahrhunderten.
    Die Vereinigten Adelsarchive im Rheinland sind ein gemeinntziger Verein, der 1982 gegrndet wurde. Die Mitglieder sind Eigentmer von Adelsarchiven, die ihren Sitz im Rheinland haben; zur Zeit zhlt der Verein 68 ordentliche und auerordentliche Mitglieder.
    Zweck des Vereins ist die Erhaltung und Sicherung des eigenen Archivguts, die Frderung des Familiengedankens und die Frsorge fr die wissenschaftliche Ordnung und Verwaltung der Adelsarchive im Rheinland und ihre Erschlieung fr die historische Forschung.
    Geschftsstelle des Vereins ist das Rheinische Archiv- und Museumsamt, Abteilung Archivberatungsstelle, eine Kulturdienststelle des Landschaftsverbands Rheinland. Sie sorgt fr die Verzeichnung der Archive und ermglicht die Benutzung der Archive durch die interessierte ffentlichkeit.

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Dr. Alexander Wollschlger, Siegener Zeitung (Auszge), 18. Dezember 2004
Die Familie von Hatzfeldt

Adelige Wohnkultur und Lebensfhrung zwischen Renaissance und Barock.

Auf Schlo Schnstein stellte Anfang der Woche der Historiker Jens Friedhoff sein umfangreiches Buch der Familie von Hatzfeldt vor. Die verdienstvolle Arbeit vermittelt einen tiefen Einblick in die adelige Wohnkultur und Lebensfhrung zwischen Renaissance und Barock.
Nach einem Gruwort von Graf Nicolaus von Hatzfeldt als Hausherr von Schlo Schnstein betonte der Vorsitzende der Vereinigten Adelsarchive im Rheinland Adolf Freiherr von Frstenberg die Bedeutung des Buches, das Pilotcharakter beanspruchen drfe. Es sei die erste Publikation einer geplanten Buchreihe im Dsseldorfer Grupello Verlag Dsseldorf, die aufgrund eines fundamentalen Studiums der adeligen Hausarchive Einblicke in das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Familie gewhre.
Auf einer breiten Quellenbasis stellt Jens Friedhoff die einzelnen Familienzweige des Gesamthauses vor und thematisiert die wirtschaftlichen Grundlagen Hatzfeldtscher Herrschaft anhand ausgewhlter Beispiele. [...]
Das anschaulich geschriebene Buch enthlt zahlreiche Abbildungen und ein detailliertes Orts- und Personenregister. Es liefert einen Beitrag zur modernen wirtschafts- und sozialhistorisch orientierten Adelsforschung und bietet dem regionalgeschichtlich und kulturhistorisch interessierten Leser ein lebendiges Bild des adeligen Lebens in vergangenen Jahrhunderten. [...]

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Manfred Kgler, Rhein-Zeitung, 15. Dezember 2004
Ein Blick in die Archive der Ahnen
Aufwendiges Buch ber Die Familie von Hatzfeldt - Tiroler Schlo߫ fand seinen rechten Platz wieder in Schnstein


Fr die Vorstellung des Buches Die Familie von Hatzfeldt htte kein besserer Rahmen gefunden werden knnen als der Siegsaal des Schlosses in Schnstein, in dem eine Ahnengalerie auf die dort Versammelten herabsah.
Gastgeber Nicolaus Graf Hatzfeldt begrte die Gste, und an deren Spitze stand der Autor des neuen Buches ber Die Familie von Halzfeldt, Dr. Jens Friedhoff. Das Buch trgt den Untertitel Adlige Wohnkultur und Lebensfhrung zwischen Renaissance und Barock.
Es handelt sich um die Dissertation von Dr. Friedhoff, die in fnfjhriger Arbeitszeit entstanden ist. Der Autor dankte zunchst Hermann Graf von Hatzfeldt-Wildenburg, der die Nutzung des Frstlich Hatzfeldt-Wildenburgschen Archivs auf Schlo Schnstein ermglicht hatte. Da das 668 Seiten starke Werk in dieser aufwendigen Form im Grupello Verlag - Verleger Bruno Kehrein war ebenfalls unter den Versammelten - gedruckt werden konnte, geht auch auf eine Initiative der Vereinigten Adelsarchive im Rheinland zurck. Deren Vorsitzender Adolf Freiherr von Frstenberg erklrte, da Dr. Friedhoffs Werk ein hervorragender Anfang einer ganzen Sammlung von Schriften dieser Vereinigung sein werde.
Der ebenfalls Anwesende Friedrich Graf von Hatzfeld (Kln-Merheim) hatte den Autor mit zahlreichen Hinweisen zur Familiengeschichte untersttzt. Brgermeister Michael Wagener sah in der Arbeit von Friedhoff einen wichtigen Beitrag zur Standortqualitt von Stadt und Verbandsgemeinde Wissen.
Der Anfang seines Interesses fr das Haus Hatzfeldt sei die Ruine des Stammschlosses der Hatzfeldts in der Stadt Hatzeld (Eder) in Hessen gewesen, berichtete Friedhoff. Mit groer Erwartungshaltung sei er an die Auswertung des Hatzfeldt-Wildenburgschen Archivs und die Auswertung der Schriften und Dokumente gegangen, die bis ins 12. Jahrhundert zurckgreifen.
Auf einer breiten Quellenbasis stellt Dr. Friedhoff die einzelnen Familienzweige des Gesamthauses Hatzfeldt vor, wobei sein Hauptinteresse den Herrschaftssitzen der 1635 in den Reichsgrafen- und 1741 in den Frstenstand erhobenen Linie Hatzfeldt-Crottorf-Gleichen im Rheinland sowie in Franken und Schlesien gilt. Was entstanden ist, lt einen Blick hinter Mauern zu, wo Adlige seit Jahrhunderten leben. Man kann in dem Buch auch schmkern, ohne auf die Funoten zu schauen, sagte Friedhoff.
Fr Experten ist das Werk mit seiner detailgenauen Wiedergabe der Lebensbedingungen in der Vergangenheit auch ein Nachschlagwerk mit ausfhrlichem Orts- und Personenregister. Das Buch enthlt zahlreiche informative Abbildungen. Groe Beachtung in der Vorstellungsrunde erzielte das Titelbild, eine Darstellung von Schlo Schnstein (etwa 1840), die ein lgemlde von Eduard Wilhelm Pose zeigt, das in der Staatlichen Kunstsammlung Dresden (Albertinum) ausgestellt ist.
Viele Jahre hatte das Bild dort unter dem Titel Schlo in Tirol gehangen, bis eine Familie Stangier aus Schnstem die wahre Identitt des Bildes entdeckte.

Zurck zum Titel:
Jens Friedhoff: »Die Familie von Hatzfeldt«