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Landeszeitung für die Lüneburger Heide, Elena Gulli, 28. August 2003
Der ganze Gefühlskram
Neue Erzählungen von Geertje Suhr


Surreal, schräg und sarkastisch sind Geertje Suhrs neun Erzählungen über Katzen, Männer und beste Freundinnen. Die in Lüneburg aufgewachsene Autorin überschreibt ihr neues Buch »Kindkater«.
    Hauptfigur und Ich-Erzählerin ist immer eine Frau - oft eine verratene und mißverstandene Freundin, eine unglückliche Ehefrau oder eine erfolglose Liebeslyrikerin, die »ihr Leiden in Gedichten ausdrückt«. Alles dreht sich in den Kurzgeschichten um den Geschlechterkampf: Männer wollen von »diesem ganzen Gefühlskram« nichts wissen, für Frauen wäre das Leben ohne Gefühle dagegen langweilig. Männer sind aggressiv, Frauen »zeigen alles offen - schwach sein ist menschlich«. Männer schweigen, Frauen fressen vor Frust. Die Protagonisten hassen und lieben sich zugleich.
    Erzählt wird - immer mit trockenem Humor, einem Hauch Sarkasmus – von mißlungenen Abendessen, Reisen oder Klassentreffen. Grotesk wirkt besonders die Erzählung »Kindkater«, in der sich der Kater Benno in einen verdächtig smaragdäugig blickenden Säugling verwandelt. Dieser erscheint eines Tages der ungewollt kinderlosen Barbara anstelle ihres vertrauten Katzentiers und macht ihr das Leben zur Hölle.     Suhrs Stil ist nicht einheitlich: In einigen Erzählungen baut sie kurze Sätze, die mit ihrer Präzision fesseln, in anderen verliert sie sich in längeren Absätzen. Die Autorin jongliert mit Worten, ist ironisch und scharfzüngig und bringt eine Fülle von Hinweisen, von Napoleon bis Hitler, von Kleist bis Virginia Woolf.
    Die Autorin lebt heute in Chicago und in Deutschland.

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Geertje Suhr: »Kindkater«