Ausführliche Informationen zu Heinrich Spohr: De Aapefott böllkt Zapperlot

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WAZ, 04. November 2017
Das Nachschlagewerk über Düsseldorfer Mundart
Von Pamela Broszat


»Aapefott« oder »Hongksfott« - beide Ausdrücke sind ausgesprochen herzhaft und somit nicht gesellschaftsfähig, befindet Heinrich Spohr. Der Ur-Düsseldorfer hat jetzt ein Duden kompatibles Nachschlagewerk über Düsseldorfer Mundart herausgegeben. In »De Aapefott böllkt Zapperlot« erklärt der 77-Jährige Begriffe und Herkunft der Düsseldorfer Mundart. Alphabetisch sortiert präsentiert er all die wundersamen Worte, die mit präziser Emotionalität Sachverhalte wiedergeben oder beschreiben, wie es im Hochdeutschen nur schwer möglich ist. Außerdem zeigt die Herkunft der Worte, wie international angereichert die Düsseldorfer Mundart ist. Das französische Chaussée (Landstraße) mutierte im 18. Jahrhundert zum rheinischen Schosseh. Hinter »de Jroveberjer Schosseh« verbirgt sich... die Grafenberger Allee.
     Manche Begriffe erfreuen durch erstaunliche Sprachzusammenhänge. »Kackjähl« klingt nur so, als ob es zu der Gruppe der anfangs genannten nicht gesellschaftsfähiger Ausdrücke gehöre. Tatsächlich bedeutet es »knallgelb«. Von Spohr lernen wir, dass »Kack« im ersten Wortteil einfach nur eine verstärkende Bedeutung hat. Kackfröndlich, kackdoof oder kackelend führt der als Beispiele an. Spohr selbst verfügt ganz offensichtlich über »Pähdsverstangk«. Dieser Begriff beschreibt jemand, der einen »guten Verstand« hat, der an alles denkt und darum einen großen Kopf wie ein Pferd hat. So kann er anschaulich die Rechtschreibregeln für Mundart erklären. Zum Beispiel in Sachen Auslauten, wenn das normdeutsche »g« zum rachalen »ch« wird. Oder, dass bei dem Wegfall normdeutscher Konsonanten wie r, g, ch, ein Dehnungs-h in Aktion tritt. Aus Gerste wird »Jähsch«, wobei dieses Wort sicherlich nur noch selten in der Düsseldorfer Konversation vorkommt.
     »Dootschek« hingegen hat immer noch eine hohe Relevanz. Es waren im 17. Jahrhundert die Hugenottischen Schneider die »tout chic« im Gepäck hatten. Aus diesem »ganz fein« wurde das angemessene »todschick« der Hiesigen. Heinrich Spohr resümiert, dass die rheinische Sprache standarddeutschresistent sei und stattdessen viele Begriffe ins Hochdeutsche übernommen seien. Beispielsweise Brimborium, friemeln, stibitzen oder Ratzefummel.

Weitere Informationen:
Heinrich Spohr: »De Aapefott böllkt Zapperlot«