Ausfhrliche Informationen zu Monika Medam: Die Blumen der Madame Ruysch

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https://www.wz.de/nrw/duesseldorf/kultur/monika-medam-ueber-duesseldorf-in-der-jan-wellem-zeit_aid-3, 17. September 2018
Monika Medam erzhlt von kleinen Leuten im barocken Dsseldorf

Dsseldorf Die Autorin begibt sich in ihrem Buch Die Blumen der Madame Ruysch in die Zeit von Jan Wellem.

Dsseldorf zu Beginn des 18. Jahrhunderts: Mechtild Mauel ist die kunstbegabte Tochter eines Goldschmieds. Der wird vom Herrscherpaar Jan Wellem und Anna Maria Louisa de Medici beauftragt, Schmuck anzufertigen. Mechtilds Bruder Bernhard fhrt den Auftrag mit Hilfe seiner Schwester aus. Die Goldschmied-Tochter prsentiert dem Kurfrstenpaar aber selbst den Schmuck. Verkleidet als ihr Bruder. Am Hof trifft sie auf die renommierte niederlndische Malerin Rachel Ruysch. Eines ihrer Blumenstillleben fasziniert Mechtild so sehr, dass sie beschliet, Malerin zu werden und sich fr ein Kunststudium am Hof zu bewerben, auch verkleidet als Mann. Ihr Plan geht auf, Ruysch nimmt sie als Schlerin auf.


Kleine Leute treffen auf Frderer am kurfrstlichen Hof

Die Blumen der Madame Ruysch ist eine von fnf Erzhlungen, die Monika Medam in ihrem gleichnamigen Buch schildert. Die Autorin nennt sie Lebensbilder aus Jan-Wellem-Zeit. Immer handeln sie von Aufstiegsgeschichten der kleinen Leute in Dsseldorf unter dem Barockfrsten Johann Wilhelm II.

Die Hauptfiguren schaffen es mit Kreativitt, Mut und Gewitztheit, letztlich ihren Wunschberuf auszuben. Sie brauchen aber, wie heute auch, eine Person, die ihr Talent entdeckt. Diese Vermittlerfiguren tummeln sich am Hof. Der Kchenmagd Catharina Burghofer gelingt etwa, bei der Familie von Schaesberg als Kchin angestellt zu werden, weil Hofkoch Philipp Drexeler sie frdert. Es geht aber auch andersrum: Der kurfrstliche Resident Daniel Steingens wird bei seiner Suche nach einem kniglichen Mnzmeister von Riccardo untersttzt, dem Diener des Kastratensngers Benedetto Baldassari, in den Jan Wellem vernarrt war. Steingens und Riccardo treffen sich immer in einem Dsseldorfer Hofbrauhaus.



Medam vermischt Fakten und Fiktion. Historisch verbriefte Figuren treffen auf erfundene Akteure. Mechtild, Catharina oder Riccardo sind der Fantasie entsprungen. Die Autorin schildert die Akteure, ihre Milieus, Berufe und Begegnungen so detailliert, plastisch und lebendig, dass man glaubt, diese Geschichten htten wirklich so stattgefunden. Auch das barocke Dsseldorf unter Jan Wellem schildert Medam hchst anschaulich. Wie die Stadt unter dem Kurfrsten zum kulturellen Zentrum Europas avanciert, wie er Straen pflastern lsst, Straenbeleuchtungen einfhrt, eine Medizinal-Ordnung erlsst, nach der Mediziner ihre Heilfhigkeiten erst einmal prfen lassen mssen, wie er aber auch seine Gemldesammlung ffentlich zugnglich macht, was viele Besucher in die Residenzstadt am Rhein lockt. Jan Wellem und Anna de Medici erscheinen als Visionre, die Dsseldorf internationalen Glanz verpassten. Sie gaben immense Geldsummen aus, machten riesige Schulden, doch die Dsseldorfer Bevlkerung hat auch davon profitiert. Eine Leistung, ber die wir heute viel zu wenig wissen.

Jedem Lebensbild folgt noch ein Nachwort, das pseudofaktisch wie am Ende eines Doku-Dramas einen Ausblick gibt, wie die Geschichte weitergegangen ist. Ein lesenswertes Buch.

Info: Monika Medam: Die Blumen der Madame Ruysch. Lebensbilder aus der Jan-Wellem-Zeit. Grupello Verlag, 80 Seiten, 12,90 Euro.


Weitere Informationen:
Monika Medam: »Die Blumen der Madame Ruysch«