Ausführliche Informationen zu Rosemarie Vogelsang, Reinhard Lutum: Joseph Clemens Weyhe

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Birgit Wanninger, Rheinische Post, 16. Dezember 2011
Gartenkunst fürs Schloß
Rosemarie Vogelsang und Reinhard Lutum stellten ihr Buch über den Gartenkünstler Joseph Clemens Weyhe im Schloß Benrath vor. Auch die Briefe an Vater Maximilian Weyhe sind inzwischen übersetzt.


Durch einen Zufall haben sich Gabriele Uerscheln und Rosemarie Vogelsang kennengelernt. Vor ein paar Monaten hat die Stiftung Schloß und Park Benrath 64 Briefe gekauft, die an den Gartenarchitekten Maximilian Weyhe adressiert sind. Museumschefin Gabriele Uerscheln wollte die Briefe »übersetzen« lassen.
    Sie sprach darüber mit einem Lektor des Düsseldorfer Grupello Verlags. Und der wurde hellhörig. Denn die Meerbuscher Kunsthistorikerin und Denkmalschützerin Rosemarie Vogelsang schrieb gerade an einem Buch über Joseph-Clemens Weyhe, den Sohn von Maximilian. Uerscheln nahm daraufhin mit der Meerbuscherin Kontakt auf.
    Ein paar Tage später kam Vogelsang ins Schloß und hielt zum ersten Mal die Briefe in der Hand. Und da war die 81-Jährige den Tränen nahe. Denn sie hatte ausgerechnet einen Brief als erstes gelesen, in dem von der Schwangerschaft von Wehyes Frau die Rede ist. »Der kleine Joseph-Clemens ist unterwegs«, sagte sie gerührt. Inzwischen ist das Buch über den jüngeren Weyhe fertig. Druckfrisch stellte Rosemarie Vogelsang gemeinsam mit Reinhard Lutum, dem zweiten Autor des Buches »Joseph Clemens Weyhe - Ein rheinischer Gartenkünstler«, gestern im Schloß Benrath ihr Werk vor.
    Joseph Clemens steht auch heute noch im Schatten des großen Maximilian Weyhe. »Einige seiner Arbeiten wurden sogar seinem Vater zugewiesen«, sagt Vogelsang, die sich seit zehn Jahren mit dem jungen Weyhe beschäftigt. Mit dem Buch haben die Autoren erstmals das Leben und Werk von Joseph Clemens Weyhe aufbereitet und zusammengestellt.
    Und schon gerät die Kunsthistorikerin ins Schwärmen. Die Weyhes seien etwas ganz Besonderes gewesen, sagt sie. Angefangen hat sie mit ihren Recherchen, weil sie und der Meerbuscher Denkmalpfleger Lutum sich um den Erhalt des Parks von Haus Meer bemühen - einer von fünf noch bestehenden Gärten von Joseph Clemens. Dabei erwies sich das »Manual über den Verkauf der Königlichen Baumschule zu Düsseldorf« als Hauptquelle. Inzwischen kennen die Autoren nicht nur Eichen, Buchen und Kastanien, sondern jede Menge exotischer Bäume und Pflanzen, die Weyhe akribisch als Garteninspektor in seinem Buch festgehalten hat. Er notierte die exakten Lieferdaten, Namen der Besteller und die Bestimmungsorte für die zu liefernden Pflanzen mit Stückzahlen und Preisen. Adressaten waren unter anderem zahlreiche rheinische Industriebarone. Was die Arbeit mühsam machte: Wehye hatte eine schwer zu lesende Schrift. Doch Rosemarie Vogelsang ist es gelungen, das Buch zu entziffern.
    Das gilt auch für die Briefe an Maximilian Weyhe, die Vogelsang gestern übersetzt an Gabriele Uerscheln übergab. Die Museumschefin wird sie über die Feiertage lesen und über eine Publikation nachdenken. Grupello-Verleger Bruno Kehrein hat schon Interesse an einer Veröffentlichung gezeigt. Außerdem soll ein Teil der Briefe im Schloß präsentiert werden.


Weitere Informationen:
Rosemarie Vogelsang, Reinhard Lutum: »Joseph Clemens Weyhe«