Ausführliche Informationen zu Agatha Buslei-Wuppermann, Andreas Zeising, Hans Schwippert: Das Bundeshaus von Hans Schwippert in Bonn

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Neue Zürcher Zeitung, 01. Dezember 2009
Transparenz der Bonner Republik

An kaum einem anderen Ort in der jungen Bundesrepublik manifestierten sich der politische und der architektonische Wunsch nach einer neuen Staatsarchitektur so unmittelbar wie in Hans Schwipperts (1899–1973) Umbau der ehemaligen Pädagogischen Akademie in Bonn zum Bundeshaus als Sitz des Deutschen Bundestages. »Wir alle haben Sehnsucht nach dem leichten Gehäuse, nach der Helle, nach der Offenheit, nach einem Dach zwar, aber nicht nach Fluchtburg und dem Bunker«, so fasste Schwippert 1951 die deutsche Suche nach einer neuen demokratischen Architektur in Worte. Und auch wenn spätere Jahre die Idee der »demokratischen Architektur« überstrapazierten und eine gläserne Baukunst kurzerhand mit »Demokratie« gleichsetzten, so drückte sich in der mächtigen Glasfront des neuen Plenarsaals doch etwas von dieser erwünschten Einsehbarkeit aus. Mit ihrem Buch über das Bonner Bundeshaus haben Agatha Buslei-Wuppermann und Andreas Zeising nun eine eindrucksvolle Monografie vorgelegt. Diese lässt nicht zuletzt dank der umfangreichen Bebilderung die Gestaltung und Geschichte des Bundeshauses lebendig werden. Obwohl in ihm der Geist des Neuanfangs greifbar wurde, musste es 1988 dem Neubau von Günther Behnisch weichen. In der Zerstörung lässt sich bereits der beginnende Abschied vom bundesrepublikanischen Selbstverständnis der Nachkriegszeit erkennen – dem die Wiedervereinigung 1990 und der Regierungsumzug nach Berlin 1999 folgen sollten.

Weitere Informationen:
Agatha Buslei-Wuppermann, Andreas Zeising, Hans Schwippert: »Das Bundeshaus von Hans Schwippert in Bonn«