Das Cover zu »Cityfrau. Futuristische Gedichte«

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Angaben zum Buch ...


David Burliuk
Wladimir Majakowski
Alexander Nitzberg (Übersetzung)
Cityfrau. Futuristische Gedichte
Reihe Chamäleon 3 - russisch/deutsch
Aus dem Russischen und mit einem Nachwort von Alexander Nitzberg


vergriffen, keine Neuauflage

112 Seiten, Broschur, Format: 13 x 21 cm
ISBN 3-928234-83-8, Erscheinungsjahr: 1998



Zum Inhalt des Titels ...


Wie stark das Bild eines Autors nicht nur von ideologisch vorgeprägten Übersetzungen, sondern auch von einer entsprechenden Textauswahl »frisiert« werden kann, beweist die deutsche Majakowskij-Rezeption. Es ist kein Zufall, daß die frühen, futuristischen Texte des Dichters weitgehend unübersetzt geblieben oder aber einer »parteitreuen« Sprache »angeglichen« worden sind; zählte doch der Futurismus in den sozialistischen Ländern zu »formalistischen Bewegungen der Bourgeoisie«. Dabei hat sich Majakowskij selbst von seiner frühen Lyrik niemals distanziert. In diesem recht knappen Oevre offenbart er sich als ein avantgardistischer Sprachartist, der sich noch nicht auf eine Tendenz festlegen läßt. Die geballten anarchischen Wortbrocken, die herausfordernd grotesken Bilder und die peitschende urbane Rhythmik erzeugen ein Konzentrat, das in der späteren Lyrik eher verwässert wird.
Noch zwei Jahre vor seinem Tod, im Jahre 1928, schreibt der reife Majakowskij, der ansonsten neben sich niemanden gelten läßt: »Mit steter Liebe denke ich an David. Ein wunderbarer Freund. Mein wirklicher Lehrer. Burliuk machte mich zum Dichter.« David Burliuk (1882-1967) verdankt er nicht nur seine Pose als Provokateur, sondern auch seine kubistische Sprachzertrümmerungstechnik.
»Der Vater des russischen Futurismus« beschäftigte sich nämlich intensiv mit der neueren Kunst Frankreichs und Deutschlands.
Bereits 1909 experimentiert er mit der Auflösung von grammatikalischen Strukturen, der Erschließung von neuartigem poetischen Material und einer aggressiven Antiästhetik: »Der Himmel ist bloß ein Kadaver / Die Sterne sind Würmer ...«, »Die Dichtung ist ein abgerupftes Fräulein / Und Schönheit nur ein lästerlicher Mist«. Er verfaßt Gedichte, in denen viele Entwicklungen der Moderne erstaunlich früh vorweggenommen werden.
Zum ersten Mal in deutscher Sprache bietet die Ausgabe eine repräsentative Auswahl aus dem Frühwerk der beiden Dichter und beleuchtet die inneren Zusammenhänge ihrer Werke.

Dies ist eine Punze ...

Das Bild zeigt David Burliuk


David Burliuk (1882-1967), (»Vater des russischen Futurismus«), beginnt bereits in den neunziger Jahren eine Kunstausbildung, u. a. in München und Paris. Studiert 1910-14 an der Moskauer Kunstfachhochschule und verkehrt mit zahlreichen bildenen Künstlern und Dichtern. Burliuk steht als Organisator hinter allen bekannten Manifesten der Kubofuturisten (»Zwinger der Richter«, »Ohrfeige dem öffentlichen Geschmack«, »Der verreckte Mond« etc.) und veröffentlicht als erster Bücher von Wassilij Kamenskij, Welemir Chlebnikow, Benedikt Liwschitz und Wladimir Majakowskij. Nach der Revolution begibt er sich nach Sibirien, arbeitet 1919 mit Nikolaj Assejew und Sergej Tretjakow zusammen in Wladiwostok, emigriert 1920 nach Japan, 1922 in die USA, wo er seitdem als Maler, Dichter und Verfechter des Futurismus lebt.


Alle Titel von David Burliuk:

Cityfrau. Futuristische Gedichte
(1998, vergriffen, keine Neuauflage)


Das Bild zeigt Wladimir Majakowski


Wladimir Majakowskij (1893-1930), geboren im georgischen Dorf Bagdady, lebt seit 1906 in Moskau. Wird ab 1908 mehrfach aus politischen Gründen verhaftet. Lernt 1911 beim Kunststudium den Maler und Dichter David Burliuk kennen, unter dessen Einfluß er selbst zu dichten beginnt. Verfaßt seitdem zahlreiche Gedichte im Geiste des Futurismus, darunter auch größere Dichtungen (»Wolke in Hosen«, »Wirbelsäulenflöte«, »Krieg und Frieden«, »Der Mensch. Eine Sache« etc.) und die Tragödie »Wladimir Majakowskij«. Majakowskij unterzeichnet zahlreiche futuristische Manifeste und wird mit Welemir Chlebnikow, Alexej Krutschonych, David Burliuk und Wassilij Kamenskij zu einem der bedeutendesten Vertreter der Bewegung. Nach der Oktoberrevolution wird Majakowskij die Rolle des »Dichters der Revolution« zuteil. Er verfaßt unzählige Gedichte, darunter auch Auftragswerke, wie Plakat- und Werbetexte. 1923 gründet er die Zeitschrift »LEF«, später (1927) die »Neue LEF«. Ob es sich bei seinem Tod 1930 um einen Selbstmord oder um einen politischen Mord handelt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt.


Alle Titel von Wladimir Majakowski:

Ich - so groß und so überflüssig
(2000, sofort lieferbar)

Cityfrau. Futuristische Gedichte
(1998, vergriffen, keine Neuauflage)


Das Bild zeigt Alexander Nitzberg


Alexander Nitzberg wurde 1969 in Moskau geboren und reiste 1980 in die Bundesrepublik Deutschland aus; Studium der Germanistik und Philosophie in Düsseldorf. Rege literarische und übersetzerische Tätigkeit sowie zahlreiche Lesungen und Theaterveranstaltungen; Verfasser von Opernlibretti. Von Herbst 1997 bis Herbst 2000 gab er im Grupello Verlag eine Reihe mit von ihm übersetzter russischer Lyrik des 20. Jahrhunderts heraus (Reihe Chamäleon). 1997 Teilnehmer, Übersetzer und Moderator des deutsch-russischen Lyrikertreffens in Köln; Mitglied im P.E.N.-Club. Zahlreiche Preise und Stipendien, darunter: 1996 Erster Düsseldorfer Lyrikpreis, 1998 Förderpreis für Literatur des Landes NRW, 1998 Förderpreis für Literatur der Landeshauptstadt Düsseldorf, 1999 Arbeitsstipendium der Stiftung Kunst und Kultur NRW und Nachwuchspreis zum Ringelnatz-Preis 2002.


Alle Titel von Alexander Nitzberg:

John Linthicum zugewandt
(2003, sofort lieferbar)

›Na also!‹ sprach Zarathustra. Gedichte (Vorzugsausgabe)
(2001, vergriffen, keine Neuauflage)

Zeitzeugen
(2001, vergriffen, keine Neuauflage)

Poem ohne Held
(2001, sofort lieferbar)

Exklusiver Künstlerkalender für das Jahr 2001
(2000, sofort lieferbar)

Pavillon aus Porzellan. Gedichte
(2000, sofort lieferbar)

›Na also!‹ sprach Zarathustra. Gedichte
(2000, sofort lieferbar)

CD: Dampfbetriebene Liebesanstalt
(1999, sofort lieferbar)

Das Blumentier Gedichte
(1999, sofort lieferbar)

Elga Roman - Aus den belletristischen Memoiren -
(1999, sofort lieferbar)

Dampfbetriebene Liebesanstalt Lyrik des russischen Futurismus
(1999, sofort lieferbar)

Der Goldene Hahn. Ein Märchen (Vorzugsausgabe)
(1999, sofort lieferbar)

Der Goldene Hahn. Ein Märchen
(1999, vergriffen, keine Neuauflage)

Mozart und Salieri - Szene aus dem »Faust« (Vorzugsausgabe)
(1999, sofort lieferbar)

Unter der Sternenfahne. Gedichte
(1998, sofort lieferbar)

Mozart und Salieri - Szene aus dem »Faust«
(1998, vergriffen, keine Neuauflage)

Straßenbilder
(1998, sofort lieferbar)

Türspalt an der Kette. Russische Lyrik des »Arion«-Kreises
(1998, vergriffen, keine Neuauflage)

Cityfrau. Futuristische Gedichte
(1998, vergriffen, keine Neuauflage)

Im Anfang war mein Wort
(1998, sofort lieferbar)

25 erotische Sonette
(1997, vergriffen, keine Neuauflage)

Wilder Purpur. Gedichte
(1997, sofort lieferbar)

Ich hatte viele Bonbons mit
(1997, vergriffen)

Getrocknete Ohren (Vorzugsausgabe)
(1996, sofort lieferbar)

Getrocknete Ohren
(1996, sofort lieferbar)



Alexander Nitzberg im Internet:

Website: http://www.nitzberg.de